bingen

GrammatikVerb · bingt, bingte, hat gebingt
Aussprache[ˈbɪnʤən]
Worttrennungbin-gen
Herkunftaus to bingeengl ‘sich hemmungslos bis zum Exzess einer Tätigkeit (besonders Essen, Trinken usw.) hingeben’, zu bingeengl ‘Gelage’
ZDL-Vollartikel, 2020

Bedeutungen

1.
jmd. bingt etw. [eine Fernsehserie o. Ä.]direkt hintereinander mehrere oder alle Folgen einer (meist gestreamten) Fernsehserie konsumieren
Beispiele:
Anstatt wie im TV nur eine Folge pro Woche zu schauen, »bingen« viele Zuschauer viele Folgen hintereinander. [Die Welt, 25.10.2018]
Die Serie wurde auf der Basis eines Podcasts entwickelt. […] Wer den Podcast bingen will, kann das hier tun. [Julia Roberts mal anders, 26.10.2018, aufgerufen am 16.10.2019]
Dein Artikel macht aber Lust nochmal die besten Folgen am Stück zu bingen, einige hast du ja genannt, einige kann ich aber nicht zuordnen. [Hemator’s Blog, 19.07.2015, aufgerufen am 28.04.2016]
Schlussendlich hingt ihr dann aber doch am Smartphone oder auf Netflix fest, der Daumen legte noch gut 3 km Scrolldistanz zurück, ohne dass man bemerkt hätte, wie lange man da vor sich hinstarrte, sich ins Nichts bingte und eigentlich doch nicht mal mehr viel aufnahm. [den Laptop zuzuklappen oder den Fernseher auszuschalten, 24.04.2016, aufgerufen am 15.09.2018]
[Die US-amerikanische Fernsehserie »Orange Is the New Black«] Entdeckt, süchtig geworden und direkt S 1–3 [die Staffeln 1–3] in Dosen von je mindestens 4 Episoden durchgezogen. Aber danach hab ich mit dem aufgehört, was man gemeinhin als »bingen« bezeichnet. […] ich merke einfach, dass ich spätestens nach 3 Episoden »abstumpfe« – und das ist schade, weil Serien mittlerweile so toll erzählen, dass sie es verdienen voll auf- und wahrgenommen zu werden. [jacker's 2 Cents, 20.06.2016, aufgerufen am 14.09.2018]
»Mad Men« hat in der Mitte einen Durchhänger, legt aber in späteren Staffeln wieder ordentlich zu (was trotzdem ein gewaltiges Guck-Unterfangen bedeuten würde); die finale Staffel habe ich dann kürzlich aber tatsächlich auch »gebingt«. [Miss Booleana, 29.12.2015, aufgerufen am 15.09.2018]
2.
jmd. bingtsich hemmungslos und mit voller Absicht bis zum Vollrausch, bis zur Bewusstlosigkeit betrinken
Grammatik: ohne Objekt
Beispiel:
Dass es »angesagte« Begriffe für’s Saufen gibt, wusste ich noch nicht, aber »bollern«, »unterhopft sein« und »bingen«, von der Ortschaft und dem Verb für die Benutzung der Suchmaschine »Bing« einmal abgesehen, las ich heute zum ersten Mal und hörte ich noch nie. [Hirnfick 2.0, 18.01.2014, aufgerufen am 05.06.2015]
Zitationshilfe
„bingen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bingen>, abgerufen am 05.04.2020.

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