bissig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbis-sig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›bissig‹ als Erstglied: ↗Bissigkeit
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
schnell und scharf zubeißend
Beispiel:
ein bissiger Hund, Köter, ein bissiges Pferd
2.
übertragen scharf, verletzend
Beispiele:
eine bissige Bemerkung, Antwort
bissige Worte, Reden
bissige Karikaturen
in bissigem Tone sprechen
eine bissig aussehende Frau
jmd. reagiert bissig
Es war bissig kalt und noch dämmerdunkel [O. M. GrafMitmenschen57]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beißen · Biß · Gebiß · bissig · Bissen · bißchen · bissel
beißen Vb. ‘mit den Zähnen zupacken, die Zähne in etw. hineindrücken, scharf sein, brennen, ätzen’. Ahd. bīʒan ‘(hinein)beißen, stechen’ (8. Jh.), mhd. bīʒen, asächs. bītan, mnd. mnl. bīten, nl. bijten, afries. bīta, aengl. bītan, engl. to bite, anord. bīta, schwed. bita, got. beitan (germ. *bītan) gehören mit aind. bhinátti ‘spaltet, zerschlägt, durchsticht, bricht ein’ und lat. findere ‘spalten’ zu ie. *bheid- ‘spalten’, vielleicht eine Erweiterung der unter ↗Beil (s. d.) angeführten Wurzel ie. *bhei-, *bhei̯ə-, *bhī- ‘schlagen’. Eng verwandt mit dem gemeingerm. Verb sind die unter ↗beizen und ↗bitter (s. d.) genannten Formen. Biß m. ‘Zugriff mit den Zähnen, durch Beißen entstandene Verletzung’, ahd. biz (mit ungeklärtem Lautstand z oder ʒ am Wortende, s. ↗beizen) ‘das Beißen, Biß, Bissen, Brocken’ (9./10. Jh.), mhd. biʒ, biz, asächs. biti, mnd. bēte, mnl. bete, nl. beet ‘Biß, Bissen’, aengl. bite, engl. bit ‘Biß’. Gebiß n. ‘Gesamtheit der Zähne’, ahd. gibiʒ ‘Gebiß, Bissigkeit, Schärfe’ (10. Jh.), mhd. gebiʒ, mnd. (ge)bit(te), gebēte ‘Gebiß, Zaum’. bissig Adj. ‘schnell und scharf zubeißend, durch scharfe Worte verletzend’, seit frühnhd. Zeit, vom 15. bis 19. Jh. auch beißig, mhd. bīʒec, erhalten in ↗bärbeißig (s. d.); vgl. ahd. bīʒīg, biʒʒīg (Hs. 12. Jh.). Bissen m. ‘was man auf einmal abbeißen und in den Mund stecken kann, Happen, kleine Mahlzeit, Imbiß’, ahd. biʒʒo ‘abgebissenes Stück, Bissen, Klumpen, Brocken’ (9. Jh.), mhd. biʒʒe, mnd. bēte, aengl. bita, engl. bit, anord. biti, schwed. beta ‘Bissen’. bißchen (16. Jh.), landschaftlich bissel (15. Jh.) Adv. Adj., meist ein bißchen, ein bissel ‘ein wenig, etwas’, eigentlich ‘ein kleiner Bissen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
beißend · beleidigend · bissig · ↗polemisch · ↗sarkastisch · ↗satirisch · ↗scharfzüngig · schneidend · ↗schnippisch · ↗schwarzhumorig · ↗spitz · ↗spitzzüngig · ↗spöttisch · verletzend · ↗zynisch · ↗ätzend
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anmerkung Bemerkung Bonmot Gesellschaftssatire Glosse Hofhund Humor Hund Ironie Kampfhund Karikatur Kolumne Kommentar Köter Sarkasmus Satire Satiriker Schäferhund Seitenhieb Spott Spötter Terrier Vierbeiner Wachhund Witz Zwischenruf ironisch kommentieren sarkastisch witzig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bissig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So bissig wie er ist, so treu ist er auch.
Der Tagesspiegel, 25.08.2002
Sie sind immer bissig gewesen, aber jetzt beißen sie, um zu töten.
konkret, 1992
Aber es fauchte wie eine bissige Katze in seiner Hand.
Holtz-Baumert, Gerhard: Alfons Zitterbacke, Berlin: Kinderbuchverlag 1981 [1958], S. 218
Und besonders auf unsere Partei werden sich alle wie bissige Hunde werfen.
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 80
Wahrscheinlich hat die kleine bissige Blonde, der ich nie recht traute, von meinem verheimlichten Judenmakel erfahren.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1919. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1919], S. 135
Zitationshilfe
„bissig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bissig>, abgerufen am 23.09.2019.

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