bitterlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbit-ter-lich (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
drückt große Verstärkung aus
Beispiele:
jmd. weint, schluchzt, friert, leidet bitterlich
sich bitterlich beklagen
etw., jmdn. bitterlich hassen
in ein bitterliches Weinen ausbrechen
er geriet in bitterliche Not
er schämte sich bitterlich vor ihm [Th. MannJoseph5,26]
2.
ein wenig bitter
a)
entsprechend der Bedeutung von bitter (Lesart 1)
Beispiele:
etw. hat einen bitterlichen Nachgeschmack
ein herber bitterlicher Herbstduft steigt auf vom fallenden Laub [ViebigTägl. Brot7]
ich weiß, du hast ihn [den Tee] gern stark und bitterlich [FontaneTreibelI 3,440]
b)
entsprechend der Bedeutung von bitter (Lesart 2)
Beispiel:
Er wandte den Kopf, um ein bitterliches Lächeln zu verbergen [I. SeidelTor488]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bitter · bitterlich · Bitterkeit · Bitternis · erbittern · Erbitterung · verbittern · Verbitterung
bitter Adj. ‘herb und unangenehm im Geschmack’, übertragen ‘schmerzlich, scharf, beißend’, verstärkend ‘sehr, groß’, ahd. bittar (8. Jh.), mhd. bitter ‘scharf, schneidend, beißend, schmerzhaft, schmerzbereitend’, speziell ‘bitter von Geschmack’, asächs. bittar, mnd. mnl. nl. bitter, aengl. biter, engl. bitter, anord. bitr (germ. *bitra-), mit Hochstufe got. baitrs (germ. *baitra-) gehört mit dem Suffix germ. -ra- zu ↗beißen (s. d.). Die zu erwartende hd. Verschiebung des im Westgerm. durch Einfluß des nachfolgenden r geminierten t zu tz ist unterblieben (vgl. auch Otter, zittern). Ursprünglich ‘beißend, schneidend, scharf’ (die mhd. Dichtung spricht von swerten bitter, eigentlich ‘beißenden Schwertern’), doch wird das Adjektiv schon früh auf den Geschmack und auf andere Empfindungen bezogen (bitterer Ernst, Schmerz, bittere Reue). Seit dem 18. Jh. dient bitter auch zur Verstärkung: bittere Not, Kälte; sich bitter rächen. bitterlich Adj. ‘ein wenig bitter’, verstärkend ‘groß, sehr’, mhd. bitterlich. Bitterkeit f. ‘bitterer Geschmack, bitteres Gefühl, Verbitterung’, mhd. bitterkeit; voraus geht ahd. bittarīgheit ‘Schärfe, Bissigkeit, Verbitterung (der Rede)’ (Hs. 12. Jh.). Bitternis f. gehobener Ausdruck für ‘Bitterkeit, bitteres Gefühl’, Plur. Bitternisse ‘Leiden’ (1. Hälfte 19. Jh.). erbittern Vb. ‘in bitteren Groll, in Zorn versetzen’, mhd. erbittern ‘kränken, zu Zorn und Haß treiben’, gebildet zum Simplex ahd. bitt(a)ren ‘zum Zorn, zur Auflehnung reizen, mit Kummer, Leid, Bitternis erfüllen’, auch ‘mit bittrem, unangenehmem Geschmack, widerlichem Geruch erfüllen’ (9. Jh.), mhd. bittern; dazu Erbitterung f. ‘bitterer Groll’ (17. Jh.). verbittern Vb. ‘verärgern, mißmutig machen’, spätmhd. verbittern; mit verstärkender Vorsilbe ver-. In konkreter Bedeutung ‘bitter machen’ selten, dagegen in übertragenem Gebrauch seit frühnhd. Zeit häufig; früher in bezug auf Personen gleichbed. mit erbittern. In neuerer Zeit bezieht sich erbittern in der Regel auf das Eintreten einer vorübergehenden Erregung, verbittern auf das Entstehen eines anhaltenden Gemütszustandes. Verbitterung f. anfangs ‘augenblickliche, vorübergehende Gemütserregung’ (16. Jh.), heute ‘andauernder Zustand bitteren Grolls’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Träne bedauern beklagen bereuen beschweren frieren klagen rächen weinen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bitterlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hat nur einmal in ihrem Arm zum Mond bitterlich aufgeweint, dann ging er wieder heim.
Die Zeit, 03.04.2000, Nr. 14
Oft fangen sie bitterlich an zu weinen, sie fühlen sich schuldig.
Bild, 23.09.1999
Bitterlich vermutet nicht zu unrecht, die französischen Partner suchen sich aus der gemeinsamen Initiative herauszuwinden.
Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1998], S. 365
Wie ich nun anfing zu sprechen, da hat die so bitterlich geweint.
Runge, Erika (Hg.), Bottroper Protokolle, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1968, S. 16
Als sie ihren Sohn sitzen sah, begann sie bitterlich zu weinen.
Friedländer, Hugo: Die Oldenburgischen Spielerprozeße. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 22527
Zitationshilfe
„bitterlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bitterlich>, abgerufen am 22.10.2019.

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