Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

blähen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung blä-hen
Wortbildung  mit ›blähen‹ als Erstglied: Blähbauch · Blähhals · Blähsucht
 ·  mit ›blähen‹ als Letztglied: aufblähen  ·  formal verwandt mit: wutgebläht

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Blähungen verursachen
  2. 2. etw. füllig und prall machen, etw., sich aufblähen
  3. 3. [abwertend, übertragen] ⟨sich blähen⟩ sich großtun, aufblasen
eWDG

Bedeutungen

1.
Blähungen verursachen
Beispiele:
Hülsenfrüchte blähen
frisches Brot bläht
2.
etw. füllig und prall machen, etw., sich aufblähen
Beispiele:
der Wind bläht die Segel
das Segel, der Rock, die Gardine blähte sich im Winde
ihre Nasenflügel blähten sich
geblähte Muskeln
Als ein Windhauch seinen Mantel blähte [ Storm4,284]
die Amtszimmer, die … von sich blähenden Vorhängen abgeschlossen sind [ WerfelMusa Dagh119]
Die Bläser … drücken schon Luft in die geblähten Wangen [ WaggerlJahr76]
Da sieht man Schlangen hier und Nattern / Die giftgeschwollnen Bäuche blähn [ SchillerKraniche]
3.
abwertend, übertragen sich blähensich großtun, aufblasen
Beispiele:
sich stolz blähen
Es ging ihm … gut genug, um sich vor Stolz zu blähen [ SeghersDie Toten6,316]
Der stumpfe Bursche bläht sich, / Das steife Mädchen dreht sich [ GoetheMusensohn1,25]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

blähen · aufblähen · Blähung
blähen Vb. ‘füllig und prall machen, auftreiben, Blähungen verursachen’. Das ehemals reduplizierende westgerm. Verb ahd. blāen ‘blasen, wehen (vom Winde), eine Flamme anfachen’ (10. Jh.; vgl. irblāen ‘aufblähen’, 8. Jh.), mhd. blæjen, blægen, blæwen, blæn ‘(auf)blähen’, mnl. blaeyen, afries. blīa, aengl. blāwan, engl. to blow ‘wehen, blasen’ führt wie verwandtes blasen (s. d.) auf ie. *bhlē-, eine Erweiterung der Wurzel ie. *bhel- ‘aufblasen, aufschwellen’ (s. Ball1), zu der wohl auch griech. phlēnaphā́n (φληναφᾶν) ‘unsinnig, unnütz schwatzen’ und phlḗnaphos (φλήναφος) ‘unnützes Geschwätz’ gehören; s. auch Blatter. Lautlich und semantisch nahestehendes lat. flāre ‘blasen, wehen’ führt dagegen wohl auf eine Wurzelerweiterung ie. *bhlā-. aufblähen Vb. ‘füllig und prall machen, aufbauschen’, übertragen ‘sich großtun, aufblasen’, mhd. ūfblæjen. Blähung f. ‘übermäßige Gasbildung in Magen und Darm, Darmwind’, mhd. blæjunge.

Thesaurus

Synonymgruppe
(einen) Wind fahren lassen · Blähungen haben · Luft im Bauch haben · blähen · flatulieren  ●  (einen) scheißen  derb · einen fahren lassen  ugs. · einen ziehen lassen  ugs. · furzen  ugs. · pupsen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›blähen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›blähen‹.

Verwendungsbeispiele für ›blähen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Jahre vergingen, das Budget blähte sich auf von Insidern geschätzte fünf Millionen Dollar. [C't, 1996, Nr. 11]
Dein Ego bläht sich weit und breit, und es widert mich an. [Der Tagesspiegel, 10.06.1999]
Ein einziger synthetischer Ton schwillt und bläht sich wie ein atmendes Wesen. [Die Zeit, 14.03.1997, Nr. 12]
Fährt nicht manchmal, in Minuten wie diesen, ein Sturm in die kleinen Handlungen, der sie bläht, daß sie dastehen, in Bronze gegossen? [Kronauer, Brigitte: Die Frau in den Kissen, Stuttgart: Klett-Cotta 1990, S. 423]
Bereits Millisekunden nach dem Big Bang begann es sich explosionsartig auszudehnen, und es bläht bis heute. [Die Zeit, 25.06.2008, Nr. 26]
Zitationshilfe
„blähen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bl%C3%A4hen>.

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