Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

blässlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung bläss-lich
Ungültige Schreibung bläßlich
Rechtschreibregel § 2
eWDG

Bedeutung

ein wenig blass
Beispiele:
ein blässliches Gesicht
er war ein schmächtiger Mann mit bläßlichen Augen [ Feuchtw.Teufel141]
übertragen
Beispiel:
der Schlusschor der Oper blieb blässlich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

blaß · erblassen · verblassen · Blässe · bläßlich
blaß Adj. ‘von schwacher Farbe, bleich’, ahd. blas ‘weißstirnig’ (auch in der Zusammensetzung blasros ‘Pferd mit weißem Stirnfleck’, Hs. 13. Jh.), mhd. blas, auch ‘kahl, schwach, gering, bleich’, asächs. blas ‘glänzend weiß’ gehören mit Blesse (s. d.) und den dort behandelten Wörtern zu einer nur im Germ. nachweisbaren Erweiterung der Wurzel ie. *bhel- ‘glänzen(d), weiß’, die als ie. *bhles-, *bhlos- anzusetzen wäre, wozu auch mnl. bles, anord. blesōttr ‘mit weißem Stirnfleck’, ferner mhd. mnd. blas ‘Fackel, brennende Kerze’, aengl. blæse ‘Fackel, Feuer’. Das Adjektiv blaß gewinnt seine heutige Bedeutung ‘bleich’ offenbar erst gegen Ende des 13. Jhs. Luther verwendet das Adjektiv nicht, gebraucht aber erblassen. Die seit dem Frühnhd. bezeugten Verben erblassen und verblassen ‘blasser werden’ werden bis Anfang des 19. Jhs. ohne Bedeutungsunterschied nebeneinander gebraucht. Erst danach wird erblassen im Sinne eines plötzlichen Blaßwerdens sowie übertragen für ‘sterben’, verblassen bei Sachen im Sinne von dauernder Verfärbung verwendet. Blässe f. ‘blasses Aussehen’ (Mitte 17. Jh.). bläßlich Adj. ‘ein wenig blaß’ (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
...lich · blass · bleich · blässlich · fahl · farbarm · farblos · glanzlos · matt
Assoziationen
  • farblos · grau in grau · in Grautönen · ohne Farbe · schwarz-weiß · unbunt · unfarbig

Typische Verbindungen zu ›blässlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›blässlich‹ und ›bläßlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›blässlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und ab sofort bin ich dem Blässlich Spinnefeind statt spinnefeind. [Süddeutsche Zeitung, 19.02.1997]
Durch die sandige Erde schimmern bereits die bläßlich roten Kartoffelknollen. [Der Tagesspiegel, 15.09.1998]
Doch an der Essenz der bläßlichen Handlung, die hier um den lange verschütteten vierten Akt bereichert ist, hat Bart nichts geändert. [Der Tagesspiegel, 31.03.1998]
Insbesondere Rot wirkt bläßlich und verliert aus größeren Blickwinkeln weiter an Sättigung. [C't, 1999, Nr. 8]
Auch die Schwester Maureen überlebt; sie überredet einen bläßlichen Dozenten, Frau und Kinder zu verlassen, um sie zu heiraten. [Die Zeit, 10.10.1975, Nr. 42]
Zitationshilfe
„blässlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bl%C3%A4sslich>.

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