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blödsinnig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungblöd-sin-nig
WortzerlegungBlödsinn-ig
Wortbildung mit ›blödsinnig‹ als Erstglied: ↗Blödsinnigkeit
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
blöde, schwachsinnig
Beispiele:
ein blödsinniges Kind
blödsinnig starren, lachen
2.
salopp dumm, sinnlos
Beispiele:
so ein blödsinniger Text!
eine blödsinnige Anordnung
3.
salopp, übertrieben sehr stark
Beispiele:
im blödsinnigen Tempo
eine blödsinnige Kälte, Hitze
blödsinnig arbeiten, schuften
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

blöd · blöde · blödeln · entblöden · verblöden · blödsinnig · Blödsinn
blöd blöde Adj. ‘dumm, schwachsinnig’ (16. Jh.), ahd. blōdi ‘träge, furchtsam, körperlich schwach’ (9. Jh.), mhd. blœde ‘gebrechlich, zart, zaghaft’, asächs. blōð(i) ‘zaghaft, furchtsam’, mnd. blȫde ‘schwach, furchtsam, verzagt’, mnl. blōde, bloot, nl. blood ‘schüchtern, feige’, aengl. blēaþ ‘schwach’, anord. blauðr ‘schwach, zaghaft’ sowie got. blauþjan Vb. ‘abschaffen’, eigentlich ‘schwach machen’, werden mit griech. phlá͞uros (φλαῦρος) ‘schlecht, geringfügig’ auf eine Wurzelform ie. *bhləu- ‘schwach, elend’ zurückgeführt. Ablautendes ie. *bhlēu, *bhlū- findet sich in ahd. blūgo Adv., mhd. blūc, bliuc ‘zaghaft, schüchtern’, schwed. blyg ‘schüchtern, scheu, befangen’. Zur Verwandtschaft s. auch ↗bloß. Eine weiterreichende Hypothese sieht in der Wurzel ie. *bhlēu- eine Parallele zu der vielleicht für das Verbum ↗bleuen (s. d.) vorauszusetzenden Wurzelform ie. *bhleu- ‘schlagen’. Die Bedeutung ‘schwach, elend’ wäre danach aus ‘geschlagen’ hervorgegangen. blödeln Vb. ‘(bewußt) Unsinn reden’ (19. Jh.). entblöden Vb. reflexiv ‘die Scheu ablegen’ (17. Jh.), heute gewöhnlich als Verstärkung doppelt verneint sich nicht entblöden ‘sich nicht schämen, sich erkühnen’ (17. Jh.). verblöden Vb. ‘blöd(e) werden’, mhd. verblœden ‘einschüchtern’; blödsinnig Adj. ‘schwachsinnig, sinnlos’ (Anfang 17. Jh.); davon rückgebildet Blödsinn m. (Mitte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aberwitzig · ↗absurd · ↗bescheuert (Sache) · ↗irrational · ↗irre · ↗irrsinnig · ↗irrwitzig · ↗konfus · nicht rational · ohne Sinn und Verstand · ↗paradox · reiner Blödsinn · ↗sinnfrei · ↗sinnlos · ↗unklar · ↗unlogisch · ↗unvernünftig · ↗vernunftwidrig · ↗wahnwitzig · ↗widersinnig  ●  ↗hirnverbrannt  abwertend · ↗töricht  abwertend · ↗unsinnig  Hauptform · ↗(totaler) Quatsch  ugs. · ↗antinomisch  geh. · blöd (Sache)  ugs. · blödsinnig  ugs. · ↗dämlich (Sache)  ugs. · ↗hirnrissig  ugs. · ↗idiotisch  ugs., abwertend · ↗schwachsinnig  ugs., abwertend · selten dämlich (Idee, Aktion, Behauptung ...)  ugs. · ↗verrückt  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
intelligenzgemindert · kognitiv beeinträchtigt · kognitiv behindert · mental retardiert (med.)  ●  blöd(e)  veraltet, abwertend · blödsinnig  veraltet, abwertend · ↗debil  abwertend · geistig behindert  Hauptform · ↗schwachsinnig  ugs., abwertend
Oberbegriffe
Assoziationen
  • dement · findet sich nicht mehr zurecht · geistig verwirrt · hochgradig senil · kommt alleine nicht mehr klar · nicht mehr Herr seiner Sinne · ↗senil · verwirrt · ↗zerstreut  ●  verkalkt  veraltet · ↗deliriös  fachspr., lat. · geistig umnachtet  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Behauptung Gedanke Idee Parole Personaldebatte Personaldiskussion Populismus Regelung absurd ebenso eigentlich genauso ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›blödsinnig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Beim Kochen neigen Männer dazu, sich wie blödsinnige Idioten zu verhalten.
Der Tagesspiegel, 18.04.2004
Wenn alle etwas mehr Initiative aufbrächten, wäre das Problem längst gelöst, und wir brauchten keine so blödsinnigen neuen Gesetze.
Die Zeit, 25.06.1971, Nr. 26
Er kommt doch auch ohne diesen blödsinnigen Sprung durchs Leben.
Holtz-Baumert, Gerhard: Alfons Zitterbacke, Berlin: Kinderbuchverlag 1981 [1958], S. 44
In der Schule kam die Zeit, in der Jungen anfangen, sich total blödsinnig zu verhalten.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 148
Über diese blödsinnige Tautologie, über dieses Lallen gelangt die Sprache nicht hinaus.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 5272
Zitationshilfe
„blödsinnig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/blödsinnig>, abgerufen am 17.02.2019.

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