blühen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungblü-hen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›blühen‹ als Erstglied: ↗blühwillig  ·  mit ›blühen‹ als Letztglied: ↗Spätblüher · ↗Winterblüher · ↗abblühen · ↗aufblühen · ↗ausblühen · ↗emporblühen · ↗heranblühen
eWDG, 1967

Bedeutung

Blüten tragen
Beispiele:
wenn die Apfelbäume, Linden, Rosen blühen
der Flieder, mein Kaktus blüht gerade
das Veilchen blüht im Verborgenen
im Garten grünt und blüht es
wir gingen über blühende Wiesen und Felder
eine Topfpflanze wieder zum Blühen bringen
Man weiß nicht, was noch werden mag, / Das Blühen will nicht enden [UhlandFrühlingsglaube]
übertragen
Beispiele:
das junge Mädchen blüht wie eine Rose
er sieht frisch und blühend aus
blühende (= rosige) Gesichter
eine junge, blühende Gestalt
ein blühendes Menschenleben, Geschlecht
in blühender Jugend
in dem Staate blühten Kunst und Wissenschaft
der Handel, die Industrie blüht
er besaß ein blühendes Geschäft
umgangssprachlich dein Weizen wird auch noch blühen (= auch du wirst noch Glück, Erfolg haben)
umgangssprachlich ein blühender Unsinn (= ein augenfälliger Unsinn)
umgangssprachlich, salopp ein blühender Blödsinn (= ein augenfälliger Blödsinn)
umgangssprachlich seine üppig blühende Phantasie (= sein ausschweifende Phantasie)
Und neues Leben blüht aus den Ruinen [SchillerTellIV 2]
Daß ein gutes Deutschland blühe / Wie ein andres gutes Land [BrechtGedichte53]
Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht [Geibel1,49]
salopp, abwertend das kann mir auch noch blühendas kann mir auch noch widerfahren
Beispiele:
ihm blüht heute noch allerhand, manches
mir hat das gleiche Schicksal geblüht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

blühen · erblühen · verblühen · abblühen · aufblühen
blühen Vb. ‘in Blüte stehen’, ahd. bluoen (8. Jh.), mhd. blüe(je)n, asächs. blōjan, mnd. blȫ(y)en, mnl. bloeyen, blōyen, nl. bloeien, afries. blōia, aengl. blōwan, engl. to blow gehören wie ↗Blume, ↗Blüte, ↗Blatt (s. d.) und lat. flōs ‘Blume, Blüte’ (s. ↗Flor, ↗Flora) zu ie. *bhlē-, *bhlō- ‘Blume, Blüte, Blatt, blühen, üppig sprießen’, einer Erweiterung der in griech. phýllon (φύλλον) ‘Blatt’ (s. ↗Chlorophyll), lat. folium ‘Blatt’ (s. ↗Folie, ↗Folio) vorliegenden einfachen Wurzel ie. *bhel-. Offenbar ist hier schon sehr früh eine semantische Verselbständigung gegenüber ie. *bhel- ‘aufblasen, aufschwellen’ (in ↗Ball, s. d.) und seiner Erweiterung *bhlē- (in ↗blähen, ↗blasen, s. d.) eingetreten. Dazu die Präfixverben erblühen ‘aufblühen’, ahd. irbluoen (9. Jh.), mhd. erblüejen; verblühen ‘zu blühen aufhören’, ahd. firbluoen (um 1000), mhd. verblüejen; abblühen (16. Jh., synonym mit verblühen); aufblühen, mhd. ufblüejen (synonym mit erblühen).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufblühen · blühen · ↗erblühen
Assoziationen
Antonyme
  • blühen
Synonymgruppe
(sehr) gut laufen · blühen · ↗boomen · erfolgreich sein · ↗florieren  ●  ↗brummen  ugs.
Synonymgruppe
blühen · ↗strotzen · voll sein von

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blume Enzian Flieder Garten Geranium Kirschbaum Korruption Krokus Magnolie Mandelbaum Mohn Narzisse Orchidee Pflanze Rose Schmuggel Schneeglöckchen Schwarzhandel Schwarzmarkt Spekulation Tulpe Veilchen Verborgene Vorgarten Weizen Zitrone aufblühen gedeihen grünen üppig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›blühen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dort blüht es jetzt herrlich, man findet vor allem Ruhe.
Bild, 24.04.2002
Die DDR blüht noch einmal auf als das Reich alles Bösen.
Der Tagesspiegel, 05.12.1999
Die Erde sei humos, aber nicht zu nährstoffreich, sonst blühen die Pflanzen schlecht.
Reinhardt Höhn, Blumen für den Balkon: Berlin: VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag 1976, S. 50
Eva blüht da draußen so auf, daß es mir immer ans Herz greift, sie mit in die Stadt zurückzunehmen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1925. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1925], S. 180
Ich konnte mich nicht enthalten zu bemerken, dergleichen würde uns nicht blühen; und ich behielt recht.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 3981
Zitationshilfe
„blühen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/blühen>, abgerufen am 26.04.2019.

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