Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

blamabel

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung bla-ma-bel
Wortzerlegung blamieren -abel
Herkunft aus blâmablefrz ‘tadelnswert’
eWDG

Bedeutung

beschämend
Beispiele:
etw. blamabel finden
das Ergebnis der Prüfung war für ihn blamabel
eine blamabele Angelegenheit, Geschichte
eine blamabele Niederlage erleiden (müssen)
ein blamabeler Reinfall, Zusammenbruch
Dem blamablen Bankrott bin ich gerade noch zuvorgekommen [ KasackStadt487]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

blamieren · Blamage · blamabel
blamieren Vb. ‘bloßstellen, lächerlich machen’, Anfang des 17. Jhs. in der Bedeutung ‘schmähen, beschimpfen’ aus frz. blâmer (afrz. blasmer) ‘tadeln’ entlehnt; die früher bezeugten Verben mnd. blamēren, mnl. blameren entlehnen die frz. Vorlage in der Bedeutung ‘tadeln’. Der abgeschwächte, heute übliche Sinn ‘bloßstellen’ entwickelt sich im 19. Jh. Frz. blâmer kommt über vlat. blastemāre aus spätlat. blasphēmāre, griech. blasphēmé͞in (βλασφημεῖν) ‘schmähen, lästern’ (s. Blasphemie). – Blamage f. ‘beschämender Vorfall, Bloßstellung, Schande’, französierende Neubildung der Studentensprache in der 2. Hälfte des 18. Jhs. zu blamieren, dementsprechend zunächst ‘Beschimpfung’, dann (1. Hälfte 19. Jh.) als ‘Bloßstellung’ in den allgemeinen Sprachgebrauch übergehend. blamabel Adj. ‘beschämend’, nach frz. blâmable ‘tadelnswert’ (Mitte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
beschämend · blamabel  ●  peinlich  Hauptform · cring(e)y  ugs., engl., jugendsprachlich · cringe  ugs., jugendsprachlich, engl. · daneben  ugs. · geht gar nicht!  ugs. · hochnotpeinlich  ugs., Verstärkung · unmöglich!  ugs.
Assoziationen
  • betreten · genierlich · in Verlegenheit · peinlich berührt · verschämt  ●  gschamig  süddt. · verlegen  Hauptform
  • Das könnt ihr doch nicht (mit mir / uns) machen! · Was sollen die Leute denken? · Wie sieht das denn aus, wenn (...) · Wie stehe ich (denn) jetzt (vor meinen Leuten) da!?
  • einen roten Kopf bekommen · erröten · rot werden · schamrot (werden)
  • (absolut) daneben sein · (ein) (absolutes) No-go sein · (ein) Fauxpas sein · (etwas/sowas) tut man einfach nicht · (sich) nicht gehören · ins Fettnäpfchen treten · nicht angebracht sein · tabu sein · unangebracht sein · ungehörig sein · unschicklich sein  ●  (etwas) geht gar nicht  ugs. · (etwas) nicht bringen können  ugs.
Synonymgruppe
blamabel · erbärmlich · kläglich · ruhmlos · schmachvoll · schmählich · unrühmlich · wenig ruhmreich
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›blamabel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›blamabel‹.

Verwendungsbeispiele für ›blamabel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Trotzdem setzten sich nach der blamablen Abstimmung einige Generale dafür ein, das Ergebnis zu annullieren. [Der Spiegel, 14.11.1983]
In den Ohren von Technikern klingt so eine Frage blamabel naiv. [Die Zeit, 26.11.1965, Nr. 48]
Der ging keine drei Jahre nach der Übernahme blamabel pleite. [Süddeutsche Zeitung, 03.04.2002]
Selten allerdings ist ein Engagement so blamabel verlaufen wie dieses. [Süddeutsche Zeitung, 07.04.2000]
Seine blamable Art, Fragen zu stellen, gilt als originell, was sie in gewisser Weise auch ist. [Süddeutsche Zeitung, 20.11.1999]
Zitationshilfe
„blamabel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/blamabel>.

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