blau

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Wortbildung  mit ›blau‹ als Erstglied: ↗Blaualge · ↗Blaubart · ↗Blaubeere · ↗Blaudruck · ↗Blaufelchen · ↗Blaufilter · ↗Blaufuchs · ↗Blaufärbung · ↗Blauhai · ↗Blauhemd · ↗Blaukopf · ↗Blaukraut · ↗Blaukuppe · ↗Blaulicht · ↗Blauling · ↗Blaumann · ↗Blaumeise · ↗Blaunagel · ↗Blaupapier · ↗Blaupause · ↗Blausalz · ↗Blauschimmel · ↗Blaustich · ↗Blaustift · ↗Blaustrumpf · ↗Blausäure · ↗Blautanne · ↗Blauton · ↗Blauwal · ↗Bläuling · ↗blau bemalt · ↗blau blühend · ↗blau geblümt · ↗blau gefroren · ↗blau gepunktet · ↗blau gestreift · ↗blau gewürfelt · ↗blau geädert · ↗blau machen · ↗blau umbändert · ↗blaubemalt · ↗blaublühend · ↗blaufrieren · ↗blaugeblümt · ↗blaugefroren · ↗blaugepunktet · ↗blaugestreift · ↗blaugewürfelt · ↗blaugeädert · ↗blaugrau · ↗blaugrün · ↗blaumachen · ↗blaurot · ↗blauumbändert · ↗blauäugig
 ·  mit ›blau‹ als Letztglied: ↗azurblau · ↗blassblau · ↗blitzblau · ↗blitzeblau · ↗dunkelblau · ↗dämmerblau · ↗enzianblau · ↗fahlblau · ↗flachsblau · ↗fliederblau · ↗graublau · ↗hellblau · ↗himmelblau · ↗indigoblau · ↗knallblau · ↗kobaltblau · ↗kornblumenblau · ↗königsblau · ↗lavendelblau · ↗lichtblau · ↗marineblau · ↗mattblau · ↗meerblau · ↗mittelblau · ↗mitternachtsblau · ↗nachtblau · ↗preußischblau · ↗schwarzblau · ↗stahlblau · ↗südseeblau · ↗taubenblau · ↗tiefblau · ↗tintenblau · ↗türkisblau · ↗veilchenblau · ↗vergissmeinnichtblau · ↗wasserblau · ↗zartblau
Mehrwortausdrücke Blauer Brief · ↗Fahrt ins Blaue · ↗blauer Brief · ↗blaues Blut · ↗der Blaue Planet · ↗der blaue Planet · ↗ins Blaue · ↗ins Blaue hinaus · ↗ins Blaue hinein

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Farbe des Sonnenspektrums zwischen Grün und Violett
    1. [bildlich] ...
  2. 2. Sonderbedeutungen
    1. a) [umgangssprachlich] bezeichnet etw. Unbestimmtes
    2. b) [umgangssprachlich] ...
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Farbe des Sonnenspektrums zwischen Grün und Violett
Beispiele:
blau wie der wolkenlose Tageshimmel
die blaue Farbe des Enzians, der Kornblume
das blaue Meer
An der schönen blauen Donau [Walzertitel]
blaue Tinte
ein blaues Tuch
blauer Rauch stieg aus dem Schornstein
eine blaue Flamme
Geografiedie Blaue Grotte von Capri
Geografiedie Blauen Berge von Australien
Philateliedie blaue Mauritius (= Name einer berühmten Briefmarke)
ein schönes, dunkles, kräftiges, lichtes, helles Blau
etw. ist mit Blau bemalt
eine Bluse in Blau
sie ist in Blau gekleidet
Berliner Blau
etw. sieht blau aus
der Stoff ist blau (und weiß) gestreift
ein Kleid blau färben
blau leuchten, schimmern
das Metall lief (durch Erhitzen) blau an
umgangssprachlicher hat sich beim Beerenpflücken, mit Tinte blau gemacht
KochkunstKarpfen blau (= Karpfen, der vor dem Kochen mit siedendem Essigwasser übergossen wird, damit er eine blaue Haut bekommt)
blau ist die Farbe der Treue
sein Gesicht war blau vor Kälte
blaue (= blutleere) Lippen, Finger haben
er hatte viele blaue (= blutunterlaufene) Flecke(n) am Körper
jmd. hat blaue Augen (= Augen mit blauer Iris)
ein blaues (= blutunterlaufenes) Auge haben
dichterischFrühling läßt sein blaues Band / Wieder flattern durch die Lüfte [MörikeEr ist's]
dichterischDie Nacht war blau und schön [BrechtGedichte76]
[er] wurde ganz blau vor Wut [BöllBillard33]
bildlich
Beispiele:
mir wurde es grün und blau vor den Augen (= mir wurde übel) (= ich wurde ohnmächtig)
umgangssprachlichmit einem blauen Auge davonkommen (= glimpflich davonkommen)
saloppjmdn. braun und blau, grün und blau schlagen (= jmdn. heftig schlagen)
sich grün und blau ärgern (= sich sehr ärgern)
2.
Sonderbedeutungen
a)
umgangssprachlich bezeichnet etw. Unbestimmtes
Beispiele:
jmdm. blauen Dunst vormachen (= jmdm. Unwahres glaubhaft zu machen suchen)
du wirst schon (noch) dein blaues Wunder erleben (= du wirst staunen)
jmd. schwatzt das Blaue vom Himmel herunter (= jmd. schwatzt pausenlos)
jmd. lügt das Blaue vom Himmel herunter (= jmd. lügt unverschämt)
jmd. verspricht das Blaue vom Himmel herunter (= jmd. macht leere Versprechungen)
jmdm., für jmdn. das Blaue vom Himmel holen (= für jmdn. fast Unmögliches, alles tun)
in blauer Ferne
eine Fahrt ins Blaue (= kleine Vergnügungsfahrt, bei der das Ziel vorher nicht bekannt ist)
ins Blaue (hinein) (= ohne Plan und Zweck) reden, schießen, träumen
b)
umgangssprachlich
Beispiele:
die blauen Jungs, Jungen (= Matrosen)
blaue Milch (= Magermilch)
der blaue Brief (= Mahnbrief des Lehrers an die Eltern wegen schlechter Leistungen des Schülers)
veraltetder blaue Brief (= amtliche Mitteilung einer Kündigung)
das Blaue Band (des Ozeans) (= Auszeichnung für das schnellste Fahrgastschiff zwischen Europa und Amerika)
Religiondas Blaue Kreuz (= Zeichen des Mäßigkeitsvereins zur Rettung Trunksüchtiger)
salopp, abwertendder Blaue (= Schutzmann)
der blaue Montag (= arbeitsfreie Montag)
Soldatensprache, scherzhaft blaue Bohnen (= Gewehrkugeln)
spöttisch blaues (= adliges) Blut
spöttischeine Marquise ... bestes, blauestes Blut [St. ZweigBalzac202]
dichterisch die blaue BlumeSinnbild der Sehnsucht in der romantischen Dichtung
salopp, scherzhaft blau seinbetrunken sein
Beispiel:
er war blau wie ein Veilchen

Mehrwortausdrücke

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

blau · blaublütig · blauäugig · Bläue · blauen · bläuen · bläulich · Blaubart · Blaubeere · Blausäure · Blaustrumpf
blau Adj. in der Farbe dem wolkenlosen Himmel ähnlich, ahd. (8. Jh.), asächs. blāo ‘blau’ (in allen Schattierungen), mhd. mnd. blā, mnl. blā, blau, blaeu, nl. blauw, anord. blār ‘blau, dunkel, schwarz’, schwed. blå setzt ein zur Wurzel ie. *bhel- ‘glänzen(d), weiß’ gehöriges ie. *bhlēu̯os ‘blau, gelb, blond’ (germ. *blēwa-) voraus und ist verwandt mit lat. flāvus ‘goldgelb, rotgelb, blond’ und lat. fulvus ‘rotgelb, braungelb’. blau ist mit anderen germ. Farbadjektiven (s. ↗blank, ↗brünett, ↗greis, ↗blond) in roman. Sprachen entlehnt, vgl. frz. bleu ‘blau’ (daraus engl. blue), aprov. blau ‘blau’. Die meisten Farbbezeichnungen sind anfangs noch nicht genau bestimmt; so ist die ursprüngliche Bedeutung von blau wahrscheinlich ‘hell, glänzend’; noch ahd. blāo steht gelegentlich als adäquater Ausdruck für lat. flāvus ‘gelb’. Erst im Mhd. wird blau deutlicher abgegrenzt, zugleich tauchen Komposita für einzelne Abstufungen auf: lāsūrblā ‘blau wie Lasur’, liehtblā ‘hellblau’, satblā ‘gesättigtes Blau, dunkelblau’, wolkenblā ‘himmelblau’. Im Nhd. folgen schwarzblau, blauschwarz, graublau, tiefblau, kornblumenblau, veilchenblau. blau begegnet in zahlreichen Wendungen. Die Haut nimmt infolge von Schlägen blaue Färbung an, daher grün und blau schlagen (Anfang 17. Jh.), ein blaues (‘blutunterlaufenes’) Auge haben, mit einem blauen Auge (‘glimpflich’) davonkommen. Es wird mir blau vor den Augen (heute es wird mir schwarz vor den Augen) als Zeichen beginnenden Schwindelgefühls ist seit dem 16. Jh. bezeugt. Daran schließt sich offenbar die neuerdings häufig gebrauchte Wendung blau (‘betrunken’) sein an. Als Farbe der Sinnestäuschung vor allem in dem seit dem 16. Jh. belegten Ausdruck blauen Dunst vormachen ‘Unwahres glaubhaft zu machen suchen’. Vielleicht hängt damit zusammen sein blaues Wunder erleben ‘ganz verwundert sein’; eine ähnliche Wendung aus dem 17. Jh. lautet da sollte man seine blauen Wunder gesehen haben. Nicht mit Sicherheit erklärbar ist die Redensart ins Blaue hinein reden ‘ohne Plan und Zweck reden’. Unter einem blauen Brief versteht man einen ‘Mahnbrief der Schule’; im 19. Jh. bezeichnet man damit in Preußen ein Schreiben des Königlichen Kabinetts (nach den blauen Umschlägen); in den 70er Jahren überträgt man den Ausdruck auf die offiziell ergangenen Mahnungen an Offiziere und Beamte, ihre Versetzung in den Ruhestand zu beantragen. Die blaue Blume (Novalis 1802) wird zum Sinnbild der Sehnsucht in der romantischen Dichtung. Der blaue Montag ist ursprünglich vielleicht der Montag vor Fastnacht, wegen der für diesen Tag vorgeschriebenen liturgischen (violetten) Farbe; an diesem Tag wird nicht gearbeitet, der Ausdruck daher allmählich auf alle Montage übertragen, an denen man nicht seiner Arbeit nachgeht (in diesem Sinne zuerst 1550, anfangs auch guter Montag genannt); danach blaumachen ‘feiern, nicht arbeiten’. blaues Blut als Zeichen adliger Abstammung (1. Hälfte 19. Jh.), nach span. sangre azul oder goda ‘blaues’ oder ‘gotisches Blut’, geht auf die durchschimmernden blauen Adern der hellfarbigen (westgotischen) spanischen Adligen zurück; dazu blaublütig Adj. ‘adlig’ (2. Hälfte 19. Jh.). blauäugig Adj. ‘mit blauen Augen ausgestattet’, blauäugicht (17. Jh.), ‘treuherzig, naiv’ (Mitte 19. Jh.). Bläue f. ‘blaue Färbung’, ahd. blāwī (11. Jh.), mhd. blæwe. blauen Vb. ‘blau werden, sein’ (17. Jh.); bläuen Vb. ‘blau färben’, mhd. blæwen; zuweilen auch blauen (Goethe). bläulich Adj. ‘ins Blaue spielend’ (17. Jh.); älter sind blawelich, blaulicht, blaulecht (16. Jh.). Blaubart m. ‘Frauenmörder’ (Ende 18. Jh.), nach dem französischen Märchen vom Ritter Barbe-Bleue ‘Blaubart’, der die Neugier seiner Frauen prüft und sie tötet, wenn sie die Probe nicht bestanden haben. Blaubeere f. landschaftliche, besonders nordd. Bezeichnung für ‘Heidelbeere’ (18. Jh.); vgl. dän. blåbær. Blausäure f. farblose, sehr giftige Säure, Zyanwasserstoff; von ihrem Entdecker Scheele 1782 aus Berliner Blau dargestellt und Berliner-Blau-Säure genannt. Blaustrumpf m. im 17. und 18. Jh. Schimpfwort für den damals vielfach blaue Strümpfe tragenden Gerichtsdiener im Sinne von ‘Spitzel, Verräter’; heute nur für eine ‘gelehrte Frau ohne weiblichen Charme’. In dieser Bedeutung aus engl. bluestocking übersetzt, einer spöttischen Bezeichnung für literarische Zirkel um 1750 in London und deren Teilnehmerinnen. Im Dt. vereinzelt um 1800, danach durch Börnes „Pariser Briefe“ (1830) allgemein bekannt.

Thesaurus

Synonymgruppe
alkoholisiert · ↗bezecht · ein paar Gläser zu viel gehabt haben  ●  ↗betrunken  Hauptform · einen über den Durst getrunken haben  fig. · zu tief ins Glas geschaut haben  fig. · abgefüllt  ugs. · berauscht  geh. · ↗besoffen  ugs. · blau  ugs. · ↗breit  ugs. · ↗dicht  ugs. · hacke  ugs. · hackevoll  ugs. · lattenstramm sein  ugs. · ↗stoned  ugs. · strack  ugs. · strunz  derb · ↗trunken  geh. · ↗voll  ugs. · voll wie eine Haubitze  ugs. · ↗zu  ugs.
Unterbegriffe
  • (leicht) alkoholisiert · ↗angeheitert · ↗angetrunken · berauscht · ↗bierselig · ↗weinselig  ●  leicht betrunken  Hauptform · ↗angesäuselt  ugs. · angetüdelt  ugs. · angetütert  ugs., norddeutsch · ↗beschwipst  ugs. · ↗betütert  ugs., norddeutsch · einen intus haben  ugs. · ↗knüll  ugs. · ↗knülle  ugs.
  • sturzbetrunken · ↗volltrunken  ●  stark betrunken  Hauptform · ↗hackedicht  derb · rotzbesoffen  ugs. · sternhagelblau  ugs. · ↗sternhagelvoll  ugs. · ↗stockbesoffen  ugs. · ↗sturzbesoffen  ugs. · total besoffen  ugs.
  • (stark) alkoholisiert · betrunken, wie er war · im Rausch · im Vollrausch · in angetrunkenem Zustand · sinnlos betrunken · unter Alkoholeinfluss (stehen)  ●  im Suff  ugs. · im Tran  ugs. · in seinem besoffenen Zustand  ugs. · unter Alkohol  ugs.
  • betrunken sein  ●  einen im Tee haben  ugs. · einen in der Krone haben  ugs. · einen in der Mütze haben  ugs. · einen sitzen haben  ugs. · einen weg haben  ugs.
Assoziationen
  • Alkohol · Teufel Alkohol  ●  ↗Alk  ugs.
  • (es gibt) Alkohol im Überfluss · mit reichlich Alkohol  ●  Alkohol fließt in Strömen  fig. · ↗feuchtfröhlich (Party, Abend, Runde)  Hauptform
  • Teufel Alkohol · alkoholhaltiges Getränk  ●  ↗Alkoholika  Plural · alkoholisches Getränk  Hauptform · ↗Alk  ugs., salopp · ↗Alkohol  ugs.
  • (stark) alkoholisiert · betrunken, wie er war · im Rausch · im Vollrausch · in angetrunkenem Zustand · sinnlos betrunken · unter Alkoholeinfluss (stehen)  ●  im Suff  ugs. · im Tran  ugs. · in seinem besoffenen Zustand  ugs. · unter Alkohol  ugs.
Synonymgruppe
azur · blau · ↗dunkelblau · ↗himmelblau · indigo · ↗königsblau · ↗stahlblau · ultramarinblau
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›blau‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›blau‹.

Verwendungsbeispiele für ›blau‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In die Entwicklung der blauen Uniformen mit dezenten silbernen Streifen waren viele Beamte eingebunden.
Die Welt, 27.08.2005
In ihren blauen Uniformen versuchen sie, eine militärische Haltung anzunehmen.
Der Tagesspiegel, 03.05.2004
Blaues Licht kann man mit dem normalen Auge nicht sehen.
Spoerl, Alexander: Mit der Kamera auf du, München: Piper 1957, S. 94
In der Tat, das Mädchen thronte plötzlich oben auf dem blauen Kasten.
Ury, Else: Nesthäkchen fliegt aus dem Nest, Stuttgart: K. Thienemanns 1997 [1920], S. 112
Blaues Kreuz auf silbernem Stern, Band weiß mit roten Kanten.
o. A.: D. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 19717
Zitationshilfe
„blau“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/blau>, abgerufen am 09.08.2020.

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