blechen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungble-chen
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp Geld bezahlen
Beispiele:
er musste zehn Euro blechen
für etw. ganz schön, viel blechen müssen
ich bin der Vater von dem Kind und soll blechen [FalladaKleiner Mann78]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Blech · blechen · blechern
Blech n. zu dünnen Platten ausgewalztes oder geschlagenes Metall, ahd. bleh ‘Blech, dünngehämmertes Metall’ (9. Jh.), mhd. blech, mnd. blek, blik, mnl. blic, blec, nl. blik (germ. *blek-) ist eng verwandt mit ↗bleich, ↗Blick (s. d.) und den dort genannten Wörtern mit der Bedeutung ‘Glanz, glänzen’. Blech bedeutet eigentlich ‘etw. Glänzendes’ und meint ursprünglich wahrscheinlich Goldblech, da früher nur weiches Gold, nicht aber Eisen zu Blech geschlagen werden konnte; ahd. bleh ist daher auch die ‘geprägte kleinere Goldmünze’. Heute versteht man unter Blech ‘Eisenblech’, dessen scheinbare Wertlosigkeit übertragenen Gebrauch für ‘Unsinn, Geschwätz’ entwickelt (19. Jh.). Um 1500 bezeichnet Blech im Rotw. ‘kleinere Münzen aus Gold- oder Silberblech’; diese Bedeutung hält sich, zumal umgangssprachlich, bis ins 19. Jh. Daraus in der Studentensprache blechen Vb. ‘Geld bezahlen’ (1. Hälfte 18. Jh.). blechern Adj. ‘aus Blech, wie Blech tönend, klappernd’ (Anfang 16. Jh.), vgl. ahd. blehhīn (11. Jh.), frühnhd. blechen (Mitte 15. Jh.), das sich neben blechern bis ins 18. Jh. behauptet.

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
(Schaden) regulieren · (die) Zeche zahlen (für) · Geld in die Hand nehmen (journal., polit.) · ↗abführen (Steuern) · ↗aufkommen (für) · ↗ausgeben · ↗begleichen (Rechnung) · ↗bestreiten (Geldbetrag) · ↗entrichten · ↗verausgaben (Verwaltungsdeutsch) · ↗zahlen  ●  ↗bezahlen  Hauptform · ↗(die finanziellen Lasten) tragen  geh. · ↗(etwas) springen lassen  ugs. · ↗abdrücken  ugs. · ablatzen  ugs. · auf den Tisch blättern  ugs. · ↗berappen  ugs. · blechen  ugs. · geben für  ugs. · ↗hinblättern  ugs. · in die Tasche greifen  ugs., fig. · latzen  ugs. · ↗lockermachen (Geldbetrag)  ugs. · ↗löhnen  ugs. · ↗prästieren  geh., lat. · ↗raushauen  ugs. · rauspfeifen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autofahrer Euro Steuerzahler Strafe Tasche dafür doppelt jetzt kräftig ordentlich rund selber

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›blechen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist asozial, das sieht schlimm aus - und für dieses Verhalten müssen alle braven Bürger blechen.
Bild, 11.08.2005
Und als die Post noch Jahr für Jahr in den roten Zahlen steckte, blechten wir auch für sie.
Die Zeit, 03.03.1978, Nr. 10
Denn wenn wir schon blechen müssen, dann wollen wir dafür nicht auch noch verlacht werden.
Der Tagesspiegel, 05.01.2003
Aber dafür ist die Krankenkasse nicht zu haben, dafür müßte er aus eigener Tasche blechen.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 63
Die bedauernswerten Steuerzahler müßten hinterher für diesen Unfug aufkommen und blechen.
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 289
Zitationshilfe
„blechen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/blechen>, abgerufen am 05.12.2019.

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