blechern

GrammatikAdjektiv · ohne Steigerung
Aussprache
Worttrennungble-chern

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. aus Blech
  2. 2. [abwertend] hohl tönend, schnarrend
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
aus Blech
Beispiele:
ein blecherner Löffel, ein blechernes Gefäß, Schild, Kochgeschirr
eine blecherne Dose
blechernes Gerümpel
2.
abwertend hohl tönend, schnarrend
Beispiele:
eine blecherne Stimme
eine blecherne Klingel
jmd. lacht blechern
die Musik klingt blechern
Ein Haufen blecherner Worte plärrte aus dem Lautsprecher [RemarqueZeit zu leben261]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Blech · blechen · blechern
Blech n. zu dünnen Platten ausgewalztes oder geschlagenes Metall, ahd. bleh ‘Blech, dünngehämmertes Metall’ (9. Jh.), mhd. blech, mnd. blek, blik, mnl. blic, blec, nl. blik (germ. *blek-) ist eng verwandt mit ↗bleich, ↗Blick1 (s. d.) und den dort genannten Wörtern mit der Bedeutung ‘Glanz, glänzen’. Blech bedeutet eigentlich ‘etw. Glänzendes’ und meint ursprünglich wahrscheinlich Goldblech, da früher nur weiches Gold, nicht aber Eisen zu Blech geschlagen werden konnte; ahd. bleh ist daher auch die ‘geprägte kleinere Goldmünze’. Heute versteht man unter Blech ‘Eisenblech’, dessen scheinbare Wertlosigkeit übertragenen Gebrauch für ‘Unsinn, Geschwätz’ entwickelt (19. Jh.). Um 1500 bezeichnet Blech im Rotw. ‘kleinere Münzen aus Gold- oder Silberblech’; diese Bedeutung hält sich, zumal umgangssprachlich, bis ins 19. Jh. Daraus in der Studentensprache blechen Vb. ‘Geld bezahlen’ (1. Hälfte 18. Jh.). blechern Adj. ‘aus Blech, wie Blech tönend, klappernd’ (Anfang 16. Jh.), vgl. ahd. blehhīn (11. Jh.), frühnhd. blechen (Mitte 15. Jh.), das sich neben blechern bis ins 18. Jh. behauptet.

Typische Verbindungen zu ›blechern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›blechern‹.

Verwendungsbeispiele für ›blechern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach fünf Jahren heißt es Hölzerne Hochzeit, nach acht Jahren Blecherne Hochzeit, will man das feiern?
Die Zeit, 17.02.2005, Nr. 08
Aus dem Symbol grenzenloser Freiheit ist ein blecherner Big Brother geworden.
Süddeutsche Zeitung, 03.01.2004
Wir haben noch fünf Platten, die kaum noch zu verstehen sind, und entsetzlich blechern schreien.
Brief von Helmut an Hildegard vom 08.05.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Marie füllt mit ihren Händen Sand in einen kleinen blechernen Eimer.
Erpenbeck, Jenny: Wörterbuch, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2004, S. 25
Zitationshilfe
„blechern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/blechern>, abgerufen am 07.04.2020.

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