blenden

GrammatikVerb · blendete, hat geblendet
Aussprache
Worttrennungblen-den
Wortbildung mit ›blenden‹ als Erstglied: ↗Blendbogen · ↗Blender · ↗Blendlaterne · ↗Blendrahmen · ↗Blendung · ↗Blendwerk · ↗blendfrei
 ·  mit ›blenden‹ als Letztglied: ↗abblenden · ↗anblenden · ↗aufblenden · ↗ausblenden · ↗einblenden · ↗rückblenden · ↗vorblenden · ↗zurückblenden · ↗zwischenblenden · ↗überblenden
 ·  mit ›blenden‹ als Grundform: ↗blendend · ↗verblenden
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmds. Sehvermögen durch übermäßige, lästige Lichtstrahlen mindern, schwächen
Beispiele:
die Sonne blendet
der Schnee, Blitz, Scheinwerfer, das Blitzlicht blendet mich, die Augen
der flimmernde Wasserspiegel, die weite Sandfläche, von der Sonne beschienene Glasscheibe hat ihn geblendet
wenn man aus dem Dunkeln ins Helle kommt, ist man anfangs geblendet
jmdn. mit einem Spiegel, mit einer Taschenlampe blenden
oft im Part. Präs.
blendendgrell
Beispiele:
blendendes Licht
blendende Sonne, Blitze
Er sah in der blendenden Helle nur einen Kranz weißer Gesichter [FalladaJeder stirbt545]
strahlend
Beispiele:
das Kleid, die Wäsche, Wand war blendend weiß
ein blendendes Weiß
bildlich jmdn. beeindrucken, bezaubern
Beispiele:
der Anblick blendete ihn
er war von ihrer Schönheit geblendet
abwertend, übertragen jmdn. durch den äußeren Schein für sich einnehmen
Beispiele:
er blendet alle
sich (nicht) von Geld, Reichtum, Ruhm, durch Glanz blenden lassen
das Volk mit Versprechungen blenden
mit seinen Leistungen blenden (wollen)
Betrog er nicht seine Leser, indem er sie mit seinem Talent blendete [Th. Mann11,323]
2.
historisch jmds. Sehvermögen zerstören
Beispiele:
der Verurteilte wurde geblendet
Sophie ... die sich mit einem Stück Eisendraht geblendet hatte [Wasserm.Wahnschaffe2,216]
3.
leuchten
Beispiel:
Die Wärterin blendete mit ihrer elektrischen Lampe in die Zelle [Kellerm.Totentanz399]
bildlich
Beispiel:
der Film blendet hinter die Kulissen eines Staates
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

blenden · Blende · blendend · abblenden · verblenden
blenden Vb. ‘blind machen, durch übermäßige Lichtstrahlung das Sehvermögen beeinträchtigen, einen (ungerechtfertigten) positiven Eindruck hervorrufen’. Ahd. blenten (9. Jh.), mhd. mnd. blenden, aengl. blendan ist eine faktitive Bildung (germ. *blandjan) zu dem unter ↗blind (s. d.) behandelten Adjektiv; daneben ohne Ablaut anord. blinda, got. gablindjan. Blende f. zuerst (um 1500) in der Bergmannssprache für sulfidische Minerale mit metallischem Aussehen (vgl. Pechblende), sonst ‘Abschirmvorrichtung’ (18. Jh.). blendend Part.adj. seit der 1. Hälfte des 18. Jhs. verselbständigt in der Bedeutung ‘strahlend, hervorragend’ (blendende Weiße, blendender Roman). abblenden Vb. ‘abdunkeln, abschirmen’ (2. Hälfte 19. Jh.). verblenden Vb. ‘unfähig machen, etw. klar zu sehen, zu erkennen’, mhd. verblenden; vielfach das Part. Prät. verblendet ‘unfähig zu vernünftiger Einsicht’ (vgl. die verblenten narren, Luther).

Thesaurus

Synonymgruppe
blenden · ↗glänzen · grell leuchten · ↗überstrahlen  ●  (jemandem) grell ins Gesicht leuchten  variabel
Oberbegriffe
Synonymgruppe
blenden · ↗bluffen · ↗trügen · ↗täuschen
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Augen Blitz Blitzlicht Blitzlichtgewitter Fernlicht Gegenverkehr Glanz Helligkeit Lampe Licht Scheinwerfer Scheinwerferlicht Sonne Sonnenlicht Tageslicht Taschenlampe abblenden aufblenden ausblenden betäuben ein einblenden ineinander rückblenden vorblenden wegblenden zurückblenden Ödipus überblenden übereinander

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›blenden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Flugs blendet er sich aus dem Bild, die Kamera schwenkt nach oben.
Der Tagesspiegel, 03.09.1997
Auch vom wirtschaftlichen Interesse sollte man sich nicht blenden lassen.
Die Zeit, 05.11.1965, Nr. 45
Die plötzliche Helligkeit blendete ihn, er glaubte, durch sie getäuscht zu werden.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 939
Wenn man will, kann man den anderen auch von hinten blenden.
Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 225
Als sie das Tor erreichte, blendete sie das Licht und sie stieß an den jungen Posten, den sie nicht bemerkt hatte.
Haluschka, Helene: Noch guter Ton? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 3017
Zitationshilfe
„blenden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/blenden>, abgerufen am 16.10.2019.

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