bloßstellen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung bloß-stel-len
Wortzerlegung bloß1 stellen
Wortbildung  mit ›bloßstellen‹ als Erstglied: Bloßstellung
eWDG

Bedeutung

jmdn., sich blamieren
Beispiele:
ich wollte dich nicht bloßstellen
sie hat ihn vor allen, vor aller Welt mit dieser Enthüllung bloßgestellt
er hat sich selbst durch diesen unpassenden Scherz bloßgestellt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bloß · Blöße · bloßstellen · entblößen
bloß Adj. ‘nackt, unbedeckt, rein, ausschließlich’. Die westgerm. Formen ahd. blōʒ (8. Jh.; wohl versehentliche Wiedergabe von lat. superbus ‘stolz’), mhd. blōʒ ‘nackt, unverhüllt, entblößt, nicht bewaffnet, frei von’, mnd. blōt ‘nackt, ungeschützt, frei von, arm’, mnl. nl. bloot ‘nackt, arm’, aengl. blēat ‘elend (?)’ sowie die unten angeführten nord. Belege betrachtet man als verwandt mit den unter blöd (s. d.) genannten. Verschiedener Beurteilung unterliegt dabei allerdings das schwierige semantische Verhältnis der einzelnen Wortgruppen zueinander. Das Problem erwächst aus der Bedeutung der skandinav. Formen anord. blautr ‘weich, zart, schwach, furchtsam, geistesschwach’, meist aber ‘feucht, naß, sumpfig’, schwed. blöt ‘naß, durchnäßt’, älter ‘weich, schwach, zaghaft’. Einige vermuten eine Bedeutungsentwicklung, die von ‘weich’ über ‘durchweicht’ zu ‘naß, feucht’ führt, andere sehen umgekehrt die skandinav. Bedeutung ‘feucht, naß’ als ursprünglich an und leiten daraus die Bedeutungen ‘weich, schwach, arm, elend’ ab, verknüpfen also den gesamten Wortkomplex mit dem unten genannten ie. *bhleu-. Drittens nimmt man Zusammenfall zweier Bildungen an, von denen die eine in unmittelbarem Zusammenhang mit blöd(e) steht, die andere dagegen (mit der ursprünglichen Bedeutung ‘feucht, naß’) auf dem auch in lat. fluere ‘fließen’, griech. phlydarós (φλυδαρός) ‘durch Nässe aufgeweicht, matschig’ enthaltenen ie. *bhleu- ‘aufblasen, überwallen, fließen’ (zur Wurzel ie. *bhel-, s. Ball1) beruht. bloß Adv. ‘nur’ kommt vom 15. Jh. an im Anschluß an die Bedeutung des Adjektivs ‘rein, ausschließlich’ in Gebrauch. Blöße f. ‘Nacktheit, bloße Stelle, Waldlichtung’, mhd. blœʒe, Ableitung vom Adjektiv. Die Redewendung sich eine Blöße geben ‘eine schwache Stelle zeigen’ (18. Jh.) ist eine Fügung aus der Fechtersprache wie vielleicht auch das Kompositum bloßstellen Vb. ‘blamieren’ (2. Hälfte 16. Jh.). entblößen Vb. ‘bloß machen’, mhd. enblœʒen, Präfixbildung (s. ent-) neben gleichbed. mhd. blœʒen.

Thesaurus

Synonymgruppe
blamieren · bloßstellen · kompromittieren · lächerlich machen · vorführen · zum Gespött machen  ●  an den Pranger stellen  fig. · aufblatteln  österr. · blöd dastehen lassen  ugs. · desavouieren  geh., bildungssprachlich · mit heruntergelassener Hose dastehen lassen  ugs., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) Schande machen · (jemandem) sehr peinlich sein · beschämen · blamieren · bloßstellen · verlegen machen  ●  (jemanden) am Nasenring durch die Manege führen  variabel, fig. · (jemanden) an der Nase durch den Ring führen  variabel, fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›bloßstellen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bloßstellen‹.

Verwendungsbeispiele für ›bloßstellen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erziehen sollte man nur zu Hause, und außerdem ist es falsch, das Kind, vor anderen bloßzustellen. [Giesder, Gabriele: Gutes Benehmen, Düsseldorf: Econ-Taschenbuch-Verl. 1991 [1986], S. 34]
Weil es sonst niemand macht, lobt er sich selber und stellt die Unfähigkeit seiner Gegner bloß. [Die Zeit, 03.12.1998, Nr. 50]
Man macht einen lächerlich, der ernst genommen gehört, man stellt ihn bloß. [Die Zeit, 09.01.2012, Nr. 02]
Aber er stellt sie nicht bloß, er verbeugt sich vor ihnen. [Die Zeit, 09.08.2006, Nr. 33]
Änderungen können sie dann kaum mehr vornehmen, wollen sie nicht die eigene Regierung bloßstellen. [Die Zeit, 29.04.2002, Nr. 17]
Zitationshilfe
„bloßstellen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/blo%C3%9Fstellen>.

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