Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

bluten

Grammatik Verb · blutet, blutete, hat geblutet
Aussprache 
Worttrennung blu-ten
Wortbildung  mit ›bluten‹ als Erstglied: Bluter · Blutung  ·  mit ›bluten‹ als Letztglied: Nasenbluten · ausbluten · durchbluten · hinbluten · nachbluten · verbluten · weiterbluten
 ·  formal verwandt mit: Weißbluten

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Blut verlieren
    1. [bildlich] ...
    2. [übertragen] ...
  2. 2. [salopp] viel Geld bezahlen
eWDG

Bedeutungen

1.
Blut verlieren
Beispiele:
die Wunde, Nase, der Finger blutet
der Verletzte blutete
aus einer Wunde, der Nase bluten
am Finger, Ohr bluten
kräftig, heftig, stark, schwach, wenig, heimlich bluten
vulgärwie ein Schwein bluten
die Wunde hatte frisch (= erneut) geblutet
blutende Wunden, Glieder
für die Freiheit, sein Land bluten
bildlich
Beispiele:
das Herz blutete mir bei dem Anblick, vor Kummer
etw. blutenden Herzens mit ansehen müssen
übertragen
Beispiel:
der Baum blutet (= verliert Saft)
2.
salopp viel Geld bezahlen
Beispiele:
er sollte, musste eine große Summe bluten
für etw. ganz schön, schwer bluten müssen
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Blut · Blutbank · Blutbuche · bluten · Bluter · Bluthund · blutig · blutjung · blutarm · Blutrache · Blutschande · Blutschuld · blutsverwandt · Blutsverwandtschaft
Blut n. lebenserhaltende, rote Körperflüssigkeit. Ein alter ie. r/n-Stamm zur Bezeichnung des Blutes, erhalten z. B. in griech. éar (ἔαρ) ‘Blut’, wird in einzelnen ie. Sprachen, wohl aus Tabugründen, durch neue, etymologisch oft kaum deutbare Wörter ersetzt, vgl. griech. há͞ima (αἷμα) (vgl. Hämoglobin und s. Hämorrhoiden), lat. sanguis (s. sanguinisch). Zu solchen Ersatzwörtern gehört auch der gemeingerm. Ausdruck für ‘Blut’ ahd. (8. Jh.), mhd. bluot, asächs. aengl. blōd, engl. blood, mnd. blōt, mnl. bloet, nl. bloed, afries. blōd, anord. blōð, schwed. blod und mit grammatischem Wechsel got. blōþ. Diese Formen setzen germ. *blōþa- (mit Betonung auf der zweiten Silbe in allen Sprachen mit Ausnahme des Got.) voraus. Dieses läßt sich deuten als Bildung zu der in blühen, Blume, Blüte (s. d.) vorliegenden Wurzelerweiterung ie. *bhlē-, *bhlō- mit dem (auch für Verbaladjektive verwendeten) Suffix ie. -to-, germ. -þa-. Hervorquellendes Blut würde danach metaphorisch als ‘etw. üppig Gesprossenes’ vorgestellt. Oder ist in germ. *blōþa- ein vorie. Substratwort zu sehen? Blutbank f. ‘zentrale Aufbewahrungs- und Abgabestelle für Blutkonserven’ (20. Jh.). Blutbuche f. Buche mit rötlichen Blättern (18. Jh.). Vom Substantiv abgeleitet bluten Vb. ‘Blut verlieren’, ahd. (8. Jh.), mhd. bluoten, mnd. blȫden, blōden, mnl. nl. bloeden, afries. blēda, aengl. blēdan, anord. blœða. Bluter m. ‘an der Bluterkrankheit Leidender’ (18. Jh.). Bluthund m. ‘Schweißhund’ (2. Hälfte 15. Jh.). blutig Adj. ‘voll Blut’, ahd. bluotag (8./9. Jh.), mhd. bluotec. blutjung Adj. ‘sehr jung’ (17. Jh.), Analogiebildung zu älteren Adjektivkomposita wie blutarm ‘arm bis aufs Blut’ (d. i. bis aufs Leben), ‘sehr arm’ (15. Jh.), wobei das erste Kompositionsglied intensivierenden Sinn hat und auf das Vorbild mhd. bluotrōt ‘blutrot’, d. h. ‘rot wie Blut’ als verstärkender Vergleich, zurückzuführen ist; vgl. auch ahd. bluotrōtī ‘Purpurröte’ (Hs. 12. Jh.). Dagegen (ab 19. Jh.) blutarm ‘arm an Blut, blaß, schwächlich, anämisch’. Blutrache f. ‘Tötung als Vergeltung für einen getöteten Sippenangehörigen’ (17. Jh.). Blutschande f. ‘Inzest’ (1. Hälfte 16. Jh.). Blutschuld f. ‘aus Mord erwachsene Schuld’ (16. Jh.). blutsverwandt Adj. ‘durch gleiche Abstammung verwandt’ (1. Hälfte 16. Jh.), davon abgeleitet Blutsverwandtschaft f. (1. Hälfte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(der / die) Hauptleidtragende(n) sein · (der / die) Leidtragende(n) sein · (die) volle Wucht zu spüren bekommen · die Konsequenzen tragen (müssen)  ●  (den) Kopf hinhalten (müssen für)  fig. · (etwas) ausbaden (müssen)  ugs. · (für etwas) bluten (müssen)  ugs., fig. · die Suppe auslöffeln (müssen)  ugs., fig. · die Zeche zahlen (müssen)  ugs., fig. · es voll abkriegen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›bluten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bluten‹.

Verwendungsbeispiele für ›bluten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Alsdann wird das heilige Herz meiner süßen Mutter bluten um ihres glückseligen Sohnes willen. [Voß, Richard: Zwei Menschen, Stuttgart: Engelhorn 1911 [1949], S. 71]
Du hast Dich gequält und Du hast geblutet für ein neues Leben. [Brief von Ernst G. an Irene G. vom 30.10.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Aber wenn ich richtig kämpfen muß, dann schmeiße ich mich auch nach dem Ball und dann blute ich auch. [Der Spiegel, 17.06.1985]
Wenn man sie sticht, so bluten sie nicht, sie quieken nur. [Die Zeit, 26.01.2009, Nr. 04]
Ich musste die Beine breit machen, es tat weh, und dann hat es stark geblutet. [Die Zeit, 07.10.2004, Nr. 42]
Zitationshilfe
„bluten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bluten>.

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