blutig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung blu-tig
Wortzerlegung Blut -ig
Wortbildung  mit ›blutig‹ als Letztglied: unblutig
eWDG

Bedeutungen

1.
mit Blut befleckt
Beispiele:
ein blutiger Verband
blutige Hände, Wäsche
sich [Dativ] die Hände blutig machen
er hatte sich [Dativ] bei dem Sturz die Hände blutig geschunden
Und sie schlagen sich die Köpfe / Blutig [ BrechtGedichte8]
mit viel Blutvergießen
Beispiele:
eine blutige Schlacht
ein blutiges Drama hatte sich abgespielt
blutige Rache nehmen
gehobener hegt blutige (= mordgierige) Gedanken, Pläne
2.
drückt eine Verstärkung aus
Beispiele:
blutige (= bittere) Tränen weinen
mir ist es blutiger (= tiefer) Ernst
ihr ist blutiges (= sehr großes) Unrecht geschehen
salopper ist noch ein blutiger Anfänger (= völliger Neuling)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Blut · Blutbank · Blutbuche · bluten · Bluter · Bluthund · blutig · blutjung · blutarm · Blutrache · Blutschande · Blutschuld · blutsverwandt · Blutsverwandtschaft
Blut n. lebenserhaltende, rote Körperflüssigkeit. Ein alter ie. r/n-Stamm zur Bezeichnung des Blutes, erhalten z. B. in griech. éar (ἔαρ) ‘Blut’, wird in einzelnen ie. Sprachen, wohl aus Tabugründen, durch neue, etymologisch oft kaum deutbare Wörter ersetzt, vgl. griech. há͞ima (αἷμα) (vgl. Hämoglobin und s. Hämorrhoiden), lat. sanguis (s. sanguinisch). Zu solchen Ersatzwörtern gehört auch der gemeingerm. Ausdruck für ‘Blut’ ahd. (8. Jh.), mhd. bluot, asächs. aengl. blōd, engl. blood, mnd. blōt, mnl. bloet, nl. bloed, afries. blōd, anord. blōð, schwed. blod und mit grammatischem Wechsel got. blōþ. Diese Formen setzen germ. *blōþa- (mit Betonung auf der zweiten Silbe in allen Sprachen mit Ausnahme des Got.) voraus. Dieses läßt sich deuten als Bildung zu der in blühen, Blume, Blüte (s. d.) vorliegenden Wurzelerweiterung ie. *bhlē-, *bhlō- mit dem (auch für Verbaladjektive verwendeten) Suffix ie. -to-, germ. -þa-. Hervorquellendes Blut würde danach metaphorisch als ‘etw. üppig Gesprossenes’ vorgestellt. Oder ist in germ. *blōþa- ein vorie. Substratwort zu sehen? Blutbank f. ‘zentrale Aufbewahrungs- und Abgabestelle für Blutkonserven’ (20. Jh.). Blutbuche f. Buche mit rötlichen Blättern (18. Jh.). Vom Substantiv abgeleitet bluten Vb. ‘Blut verlieren’, ahd. (8. Jh.), mhd. bluoten, mnd. blȫden, blōden, mnl. nl. bloeden, afries. blēda, aengl. blēdan, anord. blœða. Bluter m. ‘an der Bluterkrankheit Leidender’ (18. Jh.). Bluthund m. ‘Schweißhund’ (2. Hälfte 15. Jh.). blutig Adj. ‘voll Blut’, ahd. bluotag (8./9. Jh.), mhd. bluotec. blutjung Adj. ‘sehr jung’ (17. Jh.), Analogiebildung zu älteren Adjektivkomposita wie blutarm ‘arm bis aufs Blut’ (d. i. bis aufs Leben), ‘sehr arm’ (15. Jh.), wobei das erste Kompositionsglied intensivierenden Sinn hat und auf das Vorbild mhd. bluotrōt ‘blutrot’, d. h. ‘rot wie Blut’ als verstärkender Vergleich, zurückzuführen ist; vgl. auch ahd. bluotrōtī ‘Purpurröte’ (Hs. 12. Jh.). Dagegen (ab 19. Jh.) blutarm ‘arm an Blut, blaß, schwächlich, anämisch’. Blutrache f. ‘Tötung als Vergeltung für einen getöteten Sippenangehörigen’ (17. Jh.). Blutschande f. ‘Inzest’ (1. Hälfte 16. Jh.). Blutschuld f. ‘aus Mord erwachsene Schuld’ (16. Jh.). blutsverwandt Adj. ‘durch gleiche Abstammung verwandt’ (1. Hälfte 16. Jh.), davon abgeleitet Blutsverwandtschaft f. (1. Hälfte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
blutbefleckt · blutend · blutig · bluttriefend · blutverschmiert · blutüberströmt · voller Blut
Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
blutig (Steak) · nicht durchgebraten
Antonyme
  • blutig (Steak)

Typische Verbindungen zu ›blutig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›blutig‹.

Verwendungsbeispiele für ›blutig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie glaubte an die blutigen Tücher, ebenso wie ihre Tochter. [Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 903]
Er hat gleichviel Hunger wie Grausen vor dem halb blutigen Wild. [Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 215]
Gegen seine Anhänger wütete blutigste Verfolgung, und kaum weniger hatten die Christen zu leiden. [Altheim, Franz: Das alte Iran. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 24419]
Erstens holen sich Politiker stets eine blutige Nase, wenn sie sich zu den Löhnen äußern – also könnten sie es gleich lassen. [Die Zeit, 07.01.1999, Nr. 2]
Wenn sie die ganze Welt unterwerfen würden, würden sie immer noch das deutsche Volk unter ihrem blutigen Stiefel halten. [konkret, 1998]
Zitationshilfe
„blutig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/blutig>.

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