borgen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbor-gen
Wortbildung mit ›borgen‹ als Erstglied: ↗Borger · ↗Borgerei  ·  mit ›borgen‹ als Letztglied: ↗abborgen · ↗anborgen · ↗ausborgen · ↗zusammenborgen
 ·  mit ›borgen‹ als Grundform: ↗Borg1 · ↗erborgen · ↗verborgen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sich [Dativ] von jmdm. etw. borgenmit dem Versprechen der Rückgabe etw. von jmdm. vorübergehend annehmen
Beispiele:
von, bei jmdm. borgen
er hatte überall Geld geborgt
du hast dir die Wanne, einen Spaten von der Nachbarin geborgt
bildlich
Beispiel:
In einer Stunde wird er [der Mond] ... mit seinem geborgten Licht der Menschheit imponieren [RaabeIII 3,325]
2.
jmdm. etw. borgenunter dem Versprechen der Rückgabe jmdm. etw. vorübergehend geben
Beispiele:
ich werde dir die Summe borgen, bis du sie mir zurückgeben kannst
Geld gegen Zinsen borgen
sie will ihrer Nachbarin die Wanne für zwei Tage borgen
der Wirt wollte den Zechern nicht mehr borgen
ich habe das Buch selbst nur geborgt bekommen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

borgen · Borg1
borgen Vb. ‘verleihen, entleihen’, ahd. borgēn ‘sich hüten, sich in acht nehmen, Rücksicht nehmen, schonen’ (9. Jh.; vgl. biborgēn, 8. Jh.), mhd. borgen ‘achthaben, mit jmdm. in bezug auf etw. Nachsicht haben, schonen, Zahlung erlassen, anvertrauen, ver-, entleihen, schuldig bleiben, bürgen’, mnd. borgen, mnl. borghen, nl. borgen, afries. borgia, burgia, aengl. borgian ‘borgen, leihen, bürgen’, engl. to borrow ‘borgen’, anord. borga ‘bürgen, geloben’, schwed. borga ‘bürgen’. Im Westgerm. entwickelt sich aus der ursprünglichen Bedeutung ‘Rücksicht nehmen, Nachsicht üben, schonen’ der Sinn ‘Frist zur Zahlung, Rückgabe gewähren’. Im Nord. entspricht dagegen das Verb der Bedeutung, die den unter ↗Bürge (s. d.) behandelten westgerm. Substantiven zukommt. Alle Verben stehen wie ↗Bürge (s. d.) ablautend zu ↗bergen (s. d.). Borg1 m. ‘das Borgen’, meist in der festen Wendung auf Borg (‘mit dem Versprechen der Bezahlung’) kaufen, geben, leben, nehmen, mhd. borc, asächs. (10. Jh.), afries. aengl. borg, mnd. borch, mnl. borghe, borch ‘Borg, Bürgschaft, Pfand, Kredit’, nl. borg.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich etwas) ausborgen · ↗(sich etwas) ausleihen · (sich etwas) borgen · ↗(sich etwas) leihen · ↗entlehnen  ●  ↗(sich etwas) pumpen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem etwas) ausborgen · ↗(jemandem etwas) ausleihen · (jemandem etwas) borgen · ↗(jemandem etwas) leihen · (jemandem etwas) leihweise zur Verfügung stellen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anzug Ausland Bekannter Enkel Erde Fonds Freundin Geld Geschäftsbank Glanz Kapitalmarkt Kondition Motto Nachbar Pathos Schein Stichwort Titel Verwandter Währungsfonds anborgen ausborgen du gelegentlich ihr man manchmal quasi stehlen zusammenborgen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›borgen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir müssen uns etwas borgen, um es verschenken zu können.
Süddeutsche Zeitung, 04.07.2001
Interessanterweise aber zögerten die Männer, schönen Frauen Geld zu borgen.
Die Welt, 10.01.2000
Bei denen, die sich schamlos an ihm bereichert hatten, mußte er borgen.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 19
Auf diese diskrete Art und Weise borgt man sich Geld immer häufiger.
o. A. [thf]: Konsumentenkredit. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1984]
Deine neue Erzählweise ist, schroff gesagt, geborgt, oder salopp gesagt: sie steht Dir nicht.
Brief von Brigitte Reimann an Christa Wolf vom 23. 11. 1966. In: Brigitte Reimann u. Christa Wolf, Sei gegrüßt und lebe, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1966]
Zitationshilfe
„borgen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/borgen>, abgerufen am 22.08.2019.

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