borniert

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung bor-niert
Wortbildung  mit ›borniert‹ als Erstglied: Borniertheit
Herkunft zu bornerfrz ‘abgrenzen, ein-, beschränken’, vgl. bornéfrz ‘beschränkt’
eWDG

Bedeutung

geistig beschränkt, engstirnig
Beispiele:
ein bornierter Mensch
eine bornierte Einseitigkeit, Meinung, Politik, Forderung, Angst
ein borniertes Vorurteil, bornierter Hochmut
bornierter Egoismus
ich fand diese Einstellung, ihn ausgesprochen borniert
er galt als borniert
er führte den Befehl borniert durch, handelte borniert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

borniert · Borniertheit
borniert Adj. ‘geistig beschränkt, dumm’. Aus frz. borner ‘abgrenzen, ein-, beschränken’ wird das nur selten bezeugte bornieren entlehnt (18. Jh.). Das zugehörige Part. Prät. borniert (entsprechend frz. borné) ‘beschränkt’ wird in der 2. Hälfte des 18. Jhs. üblich und entwickelt sich vom Beginn des 19. Jhs. an zu einem vielgebrauchten Adjektiv. Frz. borner ist abgeleitet von frz. borne, afrz. bon(n)e, bodne, bosne, borne ‘Grenzstein, Grenze’, dem vermutlich ein gall. *bodina voraufgeht. S. auch abonnieren. Borniertheit f. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
Synonymgruppe
beschränkt · borniert · engstirnig · kurzatmig  ●  eng  ugs. · kurzsichtig  ugs.
Synonymgruppe
bieder · borniert · brav und bieder · engstirnig · kleinbürgerlich · philisterhaft · piefig · provinziell · spießbürgerlich · spießerhaft  ●  spießig  Hauptform · bourgeois  geh. · philiströs  geh., bildungssprachlich
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›borniert‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›borniert‹.

Verwendungsbeispiele für ›borniert‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für die Politik sind die meisten dieser Männer viel zu borniert. [Tucholsky, Kurt: Offiziere. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1921], S. 24403]
Lieder sollen schön borniert sein, im allerbesten Sinne niedrig, gefangen in den Illusionen von damals. [Die Zeit, 15.11.1996, Nr. 47]
Die sind doch viel zu uninteressiert, zu borniert, zu kleinkariert! [konkret, 1988]
Aber sie sind so borniert, wie einst auch bei uns viele borniert waren. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1940]]
Sie sollen die Gegner Reuchlins lächerlich machen und sie als borniert und heuchlerisch hinstellen. [o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 21436]
Zitationshilfe
„borniert“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/borniert>.

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