borniert

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungbor-niert (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1967

Bedeutung

geistig beschränkt, engstirnig
Beispiele:
ein bornierter Mensch
eine bornierte Einseitigkeit, Meinung, Politik, Forderung, Angst
ein borniertes Vorurteil, bornierter Hochmut
bornierter Egoismus
ich fand diese Einstellung, ihn ausgesprochen borniert
er galt als borniert
er führte den Befehl borniert durch, handelte borniert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

borniert · Borniertheit
borniert Adj. ‘geistig beschränkt, dumm’. Aus frz. borner ‘abgrenzen, ein-, beschränken’ wird das nur selten bezeugte bornieren entlehnt (18. Jh.). Das zugehörige Part. Prät. borniert (entsprechend frz. borné) ‘beschränkt’ wird in der 2. Hälfte des 18. Jhs. üblich und entwickelt sich vom Beginn des 19. Jhs. an zu einem vielgebrauchten Adjektiv. Frz. borner ist abgeleitet von frz. borne, afrz. bon(n)e, bodne, bosne, borne ‘Grenzstein, Grenze’, dem vermutlich ein gall. *bodina voraufgeht. S. auch ↗abonnieren. Borniertheit f. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
beckmesserisch · ↗beschränkt · borniert · ↗engherzig · ↗haarspalterisch · ↗kleinkariert · ↗kleinlich · ↗krämerhaft · ↗krämerisch  ●  ↗kleingeistig  Hauptform · ↗finzelig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
beschränkt · borniert · ↗engstirnig · ↗intolerant · ↗unbelehrbar · ↗unverbesserlich · ↗verbiestert · ↗verbohrt · ↗vernagelt
Assoziationen
Synonymgruppe
beschränkt · borniert · ↗engstirnig · ↗kurzatmig  ●  ↗eng  ugs. · ↗kurzsichtig  ugs.
Synonymgruppe
bieder · borniert · brav und bieder · ↗engstirnig · ↗kleinbürgerlich · ↗philisterhaft · ↗piefig · ↗provinziell · ↗spießbürgerlich · ↗spießerhaft  ●  ↗spießig  Hauptform · ↗philiströs  geh., bildungssprachlich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arroganz Bürokrat Denken Egoismus Funktionär Haltung Ideologe Ignoranz Nationalismus Offizier Selbstgerechtigkeit Sicht Spießer Standpunkt Vorgesetzter Vorurteil Zeitgenosse dumm ebenso engstirnig festhalten ideologisch kleinkariert kurzsichtig unbelehrbar ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›borniert‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In die Irre führt es ebenso, eine immer einflussreichere Gruppe bornierter Christen verantwortlich zu machen.
Der Tagesspiegel, 04.11.2004
Für die Politik sind die meisten dieser Männer viel zu borniert.
Tucholsky, Kurt: Offiziere. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1921], S. 24403
Sie sollen die Gegner Reuchlins lächerlich machen und sie als borniert und heuchlerisch hinstellen.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 21436
Neunzehn Jahre alt, borniert und verschlagen, war er ratzekahl geschoren und roch nicht wohl aus dem Atem.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 209
Das bornierte Bürgertum, zehn, zwölf ineinander verzahnte Familien, ohne Bildung, aber vermögend, ließ niemanden aufkommen.
Zeitler, Andreas: Eines Mannes beste Zeit. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 50
Zitationshilfe
„borniert“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/borniert>, abgerufen am 17.02.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Borneol
börnen
Born
borkig
Borkenschokolade
Borniertheit
Bornit
Borrelie
Borreliose
Borretsch