bräutlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbräut-lich
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltend, gehoben jungfräulich
Beispiele:
bräutlicher Scham, bräutliche Befangenheit, Zuneigung
bräutlich lächeln
bräutlich (= wie eine Braut) geschmückt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Braut · bräutlich · Brautlauf
Braut f. ‘Verlobte, (junge) Frau am Hochzeitsstag’, ahd. (9. Jh.), mhd. brūt ‘Frau am Hochzeitstag, junge Frau’, asächs. brūd, mnd. brūt, mnl. bruut, nl. bruid, afries. breid, aengl. brȳd, engl. bride, anord. brūðr, got. brūþs, germ. *brūdi-; außergerm. Verwandte dagegen fehlen, so daß die Etymologie trotz zahlreicher Herleitungsversuche letztlich ungeklärt bleibt; vgl. Debus in: Dt. Wortforsch. in europ. Bezügen 1 (1958) 37 ff. Bezeugungen (seit 3. Jh.) von lat. brūtes, brūta, spätgriech. brū́tis (βρούτις) auf Inschriften und in Glossaren Dalmatiens erklären sich als Entlehnungen aus dem Got. Die Bedeutung ‘Verlobte’ stammt aus dem Omd. und wird seit Luther allgemein gültig. bräutlich Adj. ahd. brūtlīh (9. Jh.), mhd. brūtlich. Brautlauf m. ‘Hochzeit’, ahd. brūt(h)louft m. f. (8. Jh.), mhd. brūtlouft m. f. n., asächs. brūdloht, -lōft, mnd. brūtlacht, mnl. brulogt, nl. bruiloft, anord. brūðhlaup, bruðlaup, brullaup, (aus dem Anord. entlehnt) aengl. brydhlōp. Das germ. Wort (nicht belegt im Got.) für den ‘(feierlichen) Hochzeitszug’ ist gebildet aus germ. *brūdi- ‘Braut’ (s. oben) und den Verbalanstrakta germ. *hlaupa- oder *hlaufti- ‘Lauf’ (s. ↗laufen).

Typische Verbindungen zu ›bräutlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Weiß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bräutlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›bräutlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist wohl aus der alten Blumengirlande geworden, mit der einst bräutliche Betten geschmückt wurden.
Die Zeit, 09.04.1993, Nr. 15
Auch diese Frauen hatten jungfräulich geliebt, sich im bräutlichen Kusse hingegeben!
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8859
Zwei der Frauen treten in bräutlichem Weiß in ein rotglühend gerahmtes Aquarium, den Hafen der Ehe.
Süddeutsche Zeitung, 06.09.1999
Mutter Marie stand im bräutlichen Weiß der Jungfrau, die Blutbraut unter dem Kreuze.
Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 224
Eva Braun ist die bräutliche Lustgreisin, Göring ein Koloss mit Schweinsrüssel.
Der Tagesspiegel, 03.05.2003
Zitationshilfe
„bräutlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/br%C3%A4utlich>, abgerufen am 07.04.2020.

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