Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

bräutlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung bräut-lich
eWDG

Bedeutung

veraltend, gehoben jungfräulich
Beispiele:
bräutlicher Scham, bräutliche Befangenheit, Zuneigung
bräutlich lächeln
bräutlich (= wie eine Braut) geschmückt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Braut · bräutlich · Brautlauf
Braut f. ‘Verlobte, (junge) Frau am Hochzeitsstag’, ahd. (9. Jh.), mhd. brūt ‘Frau am Hochzeitstag, junge Frau’, asächs. brūd, mnd. brūt, mnl. bruut, nl. bruid, afries. breid, aengl. brȳd, engl. bride, anord. brūðr, got. brūþs, germ. *brūdi-; außergerm. Verwandte dagegen fehlen, so daß die Etymologie trotz zahlreicher Herleitungsversuche letztlich ungeklärt bleibt; vgl. Debus in: Dt. Wortforsch. in europ. Bezügen 1 (1958) 37 ff. Bezeugungen (seit 3. Jh.) von lat. brūtes, brūta, spätgriech. brū́tis (βρούτις) auf Inschriften und in Glossaren Dalmatiens erklären sich als Entlehnungen aus dem Got. Die Bedeutung ‘Verlobte’ stammt aus dem Omd. und wird seit Luther allgemein gültig. bräutlich Adj. ahd. brūtlīh (9. Jh.), mhd. brūtlich. Brautlauf m. ‘Hochzeit’, ahd. brūt(h)louft m. f. (8. Jh.), mhd. brūtlouft m. f. n., asächs. brūdloht, -lōft, mnd. brūtlacht, mnl. brulogt, nl. bruiloft, anord. brūðhlaup, bruðlaup, brullaup, (aus dem Anord. entlehnt) aengl. brydhlōp. Das germ. Wort (nicht belegt im Got.) für den ‘(feierlichen) Hochzeitszug’ ist gebildet aus germ. *brūdi- ‘Braut’ (s. oben) und den Verbalanstrakta germ. *hlaupa- oder *hlaufti- ‘Lauf’ (s. laufen).

Typische Verbindungen zu ›bräutlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bräutlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›bräutlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist wohl aus der alten Blumengirlande geworden, mit der einst bräutliche Betten geschmückt wurden. [Die Zeit, 09.04.1993, Nr. 15]
Da böiger Wind weht, entwickelt die bräutliche Zier gemeine Tücken. [Die Zeit, 05.10.1990, Nr. 41]
Auch diese Frauen hatten jungfräulich geliebt, sich im bräutlichen Kusse hingegeben! [Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8859]
Sie gehörten zu der weißen, großen Reiherart von übertrieben bräutlichem Weiß. [Die Zeit, 19.11.1965, Nr. 47]
Bald naht der Sommer, die Erde zu umarmen mit bräutlicher Liebesglut. [Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8956]
Zitationshilfe
„bräutlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/br%C3%A4utlich>.

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