bröseln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbrö-seln
GrundformBrösel
Wortbildung mit ›bröseln‹ als Letztglied: ↗zerbröseln
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
zu Bröseln zerreiben, zerkrümeln
2.
in Brösel zerfallen; krümeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brosame · Brosamen · Brösel · bröseln
Brosame f. Brosamen m. ‘kleines Bröckchen, Brotkrümel’, ahd. brōs(a)ma f. (um 800), mhd. brosem(e), brosme f. Das Substantiv gehört nur dem dt.-nl. Bereich an, vgl. gleichbed. asächs. (mit ungesicherter Quantität) brō̌sma f. (neben brō̌smo m.), mnd. brōs(e)me (f.?), mnl. brosem f. Es stellt sich zu aengl. brosnian ‘zerfallen, verderben’, brȳsan ‘zerquetschen’, engl. to bruise ‘quetschen, zerreiben’ und läßt sich wohl mit air. brosna ‘Reisigbündel’ und lat. frustum ‘Stückchen, Brocken’ auf ie. *bhrē̌us- ‘zerbrechen, zerschlagen, zerkrümeln’ zurückführen, das als zweifache (s. ↗brauchen) Erweiterung der Wurzel ie. *bher- ‘mit einem scharfen oder spitzen Werkzeug bearbeiten, schneiden’ anzusehen ist. Die Ausgangsbedeutung wäre dann ‘abgebröckeltes, beim Zerbrechen abgefallenes Stückchen’. Textzeugnisse zeigen in der Regel (schon seit dem Ahd.) die Pluralform; daneben vom 14. Jh. (spätmhd. brosmen, broseme) bis ins 18. Jh. (lexikalisch noch im 19. Jh. gebucht) singularischer Gebrauch als Kollektivum ‘Krume, weiches Inneres des Brotes’. Brösel m. und n. ‘kleines Bröckchen, Krümel’ (16. Jh.); Verkürzung von spätmhd. brosemlīn, frühnhd. bröslein (16. Jh.), Deminutivbildung zu Brosame; dazu bröseln Vb. ‘bröckeln, krümeln’ (Ende 16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›bröseln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Beton Fassade Putz Wand ab abbröseln aufbröseln auseinander bröckeln entgegen hin hinbröseln rieseln weg wegbröseln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bröseln‹.

Verwendungsbeispiele für ›bröseln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur bröselt hier jeder vor sich hin, man kennt sich kaum untereinander.
Bild, 20.11.2000
Das Haus DHB war gebröselt, jetzt bauen wir es neu auf.
Süddeutsche Zeitung, 01.03.2000
Das Haus DHB war gebröselt, jetzt bauen wir es neu auf.
Der Tagesspiegel, 29.02.2000
Die Ziegelsteine bröseln zwar, doch er glaubt nicht an die Freiheit.
Die Zeit, 31.08.2009, Nr. 32
Kahle Berge mit einer zerrissenen Haut bröseln Felsbrocken in ausgestorbene Täler.
Die Welt, 04.06.1999
Zitationshilfe
„bröseln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/br%C3%B6seln>, abgerufen am 07.04.2020.

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