brüchig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung brü-chig
Wortzerlegung Bruch1 -ig
Wortbildung  mit ›brüchig‹ als Erstglied: Brüchigkeit  ·  mit ›brüchig‹ als Letztglied: bundbrüchig

Bedeutungsübersicht+

  1. Brüche aufweisend, zu Brüchen neigend
    1. [bildlich] spröde
    2. [übertragen] morsch
eWDG

Bedeutung

Brüche aufweisend, zu Brüchen neigend
Beispiele:
brüchiges Material
brüchiges Leder, brüchige Seide
ein dünner und brüchiger Goldreif
alte, brüchige Kleider
brüchige Knochen
brüchiges Eis
ein brüchiger Zaun
eine baufällige und brüchige Baracke
die Säulen sind allmählich brüchig geworden
etw. erweist sich als brüchig
bildlich spröde
Beispiele:
eine brüchige Stimme
seine Stimme klang brüchig
übertragen morsch
Beispiele:
eine brüchig gewordene Welt
brüchige Existenzen
ein brüchiges Argument
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bruch1 · Steinbruch · Bruchstück · brüchig · Bruchzahl · unverbrüchlich
Bruch1 m. ‘das Brechen, das Gebrochene’, auch ‘Stelle, wo etw. gebrochen ist’. Das westgerm. Verbalabstraktum ahd. bruh ‘Bruch, Riß, abgebrochenes Stück, Ausbruch’ (8./9. Jh.), mhd. bruch ‘Bruch, Riß, abgebrochenes Stück, Mangel, Vergehen’, asächs. bruki ‘Riß’, mnd. brȫke ‘Bruch, Spalt, Abfall, Mangel, Vergehen, Geldbuße’, mnl. broke ‘Bruch, Mangel, Vergehen, Geldbuße’, aengl. bryce ‘Bruch, abgebrochenes Stück’ ist eine ablautende Bildung zu dem unter brechen (s. d.) dargestellten germ. Verb. Es zeigt im Dt., den Verwendungen dieses Verbs folgend, eine reiche Bedeutungsauffächerung und steht seit dem Spätmhd. und besonders im Nhd. häufig als zweites Glied verdeutlichender, teilweise auf vorausgehenden zusammengesetzten Adjektiven mit -brüchig basierender Komposita (z. B. Damm-, Schiff-, Wolkenbruch; Ehe-, Treu-, Vertrags-, Wortbruch). Fachlicher Sondergebrauch findet sich namentlich in der Medizin (für lat. frāctūra ‘Knochenbruch’, bereits ahd. vereinzelt vom Brechen der Gliedmaßen; auch für lat. hernia ‘Eingeweidebruch’, 15. Jh.) und in der Mathematik (Ende 15. Jh., neben gleichzeitigem gebrochene Zahl für lat. numerus frāctus). Steinbruch m. ‘Abbaustelle von Gestein’ (15. Jh.). Bruchstück n. ‘abgebrochenes Stück, Teilstück’ (1. Hälfte 17. Jh.) für lat. fragmentum (s. Fragment). brüchig Adj. ‘zerbrechlich, morsch’, mhd. brüchic ‘brüchig, wortbrüchig, gebrochen’ (daneben mhd. bruchelich ‘gebrechlich, zum Schaden gereichend’). Bruchzahl f. ein Teilungsverhältnis ausdrückende Zahl, Lehnübersetzung (17. Jh.) von lat. numerus frāctus ‘gebrochene Zahl’; Kurzform Bruch. unverbrüchlich Adj. ‘fest, unerschütterlich’, mhd. unverbrochenlich, unverbruchlich Adj., unverbrochenlīche(n), unverbrüchelīchen Adv. ‘fest, unzerstörbar’, zunächst besonders im Rechtswesen die Geltung eingegangener Verbindlichkeiten bekräftigend, zum Verb mhd. verbrechen ‘zerbrechen, zerstören’ (s. brechen).

Bruch2 · bruchig
Bruch2 n. m. ‘mit Bäumen und Sträuchern bewachsenes Sumpfland’. Die Herkunft des nur westgerm. bezeugten Substantivs ahd. bruoh (11. Jh.), mhd. bruoch, mnd. brōk, mnl. broec, brouc, nl. broek ‘Sumpfland, Moorboden’ sowie (semantisch abweichend) aengl. brōc, engl. brook ‘Bach, Fluß, Strömung’ ist unsicher. Dittmaier in: ZfdA 84 (1952) 174 ff. nimmt Verwandtschaft von germ. *brōka- mit air. mruig, mir. bruig ‘Landstrich, Gehöft’, kymr. bret. bro ‘Bezirk’ an, die ihrerseits (da anlautendes ie. mr- zu kelt. germ. br- wird) auf ie. *mrō̌g̑- zurückgehen und etymologisch zu lat. margo ‘Rand, Grenze’, nhd. Mark1 ‘Grenze, Grenzland’ (s. d.) gehören. Danach ist für Bruch eine semantische Entwicklung von ‘Rand, Grenze’ über ‘Grenzsumpf’ zu ‘Sumpfland’ vorauszusetzen (ein ähnlicher Bedeutungswandel findet sich unter Mark1). bruchig Adj. ‘sumpfig’ (15. Jh.); älter anders abgeleitetes gleichbed. ahd. bruohlīh (11./12. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
ausgeleiert · brüchig · defizitär · drittklassig · fehlerhaft · lückenhaft · verlustbehaftet

Typische Verbindungen zu ›brüchig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›brüchig‹.

Verwendungsbeispiele für ›brüchig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie wird in der entsprechenden Stunde eine in weitem Umfang schon brüchig gewordene Nation treffen. [Das Reich, 09.06.1940]
Für Momente gibt es eine gewisse Festigkeit, dann wird es wieder brüchig. [Die Zeit, 02.02.1996, Nr. 6]
Andere explodieren geradezu: Sie wachsen zehnmal so schnell wie früher, doch ihr Holz ist brüchig. [Der Spiegel, 23.04.1990]
Das Eis, auf dem sie tanzen, ist bei dieser hervorragenden konjunkturellen Situation ziemlich brüchig. [Die Zeit, 26.12.2011 (online)]
In dem abbruchreifen Haus wurden die Rahmen immer schiefer und brüchiger. [o. A.[Autorenkollektiv am Psychologischen Institut der Freien Universität Berlin]: Sozialistische Projektarbeit im Berliner Schülerladen Rote Freiheit. Frankfurt: Fischer Bücherei 1971, S. 78]
Zitationshilfe
„brüchig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/br%C3%BCchig>.

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