brühen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbrü-hen
Wortbildung mit ›brühen‹ als Erstglied: ↗Brühextrakt · ↗Brühkartoffel · ↗Brühnudel · ↗Brühpaste · ↗Brühreis · ↗Brühsuppe · ↗Brühwasser · ↗Brühwurst · ↗Brühwürfel · ↗brühheiß · ↗brühwarm
 ·  mit ›brühen‹ als Letztglied: ↗abbrühen · ↗anbrühen · ↗aufbrühen · ↗ausbrühen
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. mit kochendem Wasser übergießen, in kochendes Wasser schütten
Beispiele:
Mandeln, Pfirsiche, Kohl, Reis, Hülsenfrüchte brühen (= abbrühen)
Kaffee, Tee brühen (= aufbrühen)
einen neuen Topf, die neue Wäsche brühen (= ausbrühen)
jmdn., sich brühen (= jmdn., sich mit kochendem Wasser verletzen, verbrühen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brühen · verbrühen · abgebrüht · Brühe · brühwarm
brühen Vb. ‘mit kochendem Wasser übergießen’, mhd. brüejen, brüen ‘brühen, sengen, brennen’, mnd. brȫien ‘brühen, kochen, brüten’, mnl. broeyen, nl. broeien ‘sengen, brühen, brüten’ (westgerm. *brōjan). Das sonst im Germ. nicht bezeugte jan-Verb geht mit ↗Brut, ↗Brodem, ↗braten (s. d.) auf ie. *bhrē-, *bhrō- ‘heiß aufwallen, wärmen, brennen’, also wohl auch ‘heiß machen’ zurück; weiterhin sind verwandt ↗brauen, ↗Brot, ↗Brei und ↗brennen (s. d.). verbrühen Vb. ‘durch Einwirkung heißer Flüssigkeit verletzen’, mhd. verbrüejen. abgebrüht Part.adj. ‘gefühllos, unempfindlich’, seit dem 19. Jh. in der Umgangssprache üblich, schließt sich als Part. Prät. an abbrühen ‘mit kochendem Wasser übergießen’ (16. Jh., zu brühen mit separativem und resultativem ab- gebildet) an; die Bedeutung des Part.adj. weist jedoch auf mögliche Vermischung mit dem nd. Verb brüen, brüden ‘necken, plagen, begatten’, das zu mhd. briuten ‘sich vermählen, beiliegen’ (von mhd. brūt ‘Braut, junge Frau’, s. ↗Braut) gehört; vgl. ¹DWB 2, 425 und Weigand/H. (1909) 1, 8. Brühe f. ‘durch Kochen von Fleisch oder anderen Nahrungsmitteln gewonnene Flüssigkeit’, dann auch ‘trübe, unreine Flüssigkeit’, mhd. brüeje (vgl. nl. landschaftlich broei ‘Fleischbrühe’), Verbalsubstantiv zu brühen. brühwarm Adj. ‘noch ganz frisch’ (von Äußerungen, Nachrichten u. ä.), meist als Adverb ‘umgehend, unverzüglich’; seit Ende 17. Jh. in diesem Sinne, daneben (im Unterschied zu ähnlichem brühheiß, 16. Jh.) nur selten in eigentlicher Verwendung ‘sehr warm’.

Typische Verbindungen zu ›brühen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›brühen‹.

Verwendungsbeispiele für ›brühen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwar ist der Kaffee schon gebrüht, mit allem anderen aber haben sie gewartet.
Die Zeit, 30.09.2013, Nr. 39
Zur Erneuerung ihrer inneren Harmonie brüht sie erst mal einen Tee.
Die Welt, 11.12.1999
Selbstverständlich dürfen auch Pilze nicht vor dem Waschen kleingeschnitten oder gar gebrüht werden.
o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 79
Das Schwein muß gebrüht werden, ausgeweidet, zerhackt, das geht Zug um Zug.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 139
Diese gefangenen Kerbtiere werden teils lebend und roh gegessen, teils geröstet - sie schmeckten auch uns ausgezeichnet -, teils gemahlen, gebrüht und gekocht.
Grzimek, Bernhard: Kein Platz für wilde Tiere, Köln: Lingen [1973] [1954], S. 209
Zitationshilfe
„brühen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/br%C3%BChen>, abgerufen am 29.03.2020.

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