Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

brühen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung brü-hen
Wortbildung  mit ›brühen‹ als Erstglied: Brühextrakt · Brühkartoffel · Brühnudel · Brühpaste · Brühreis · Brühsuppe · Brühwasser · Brühwurst · Brühwürfel · brühheiß · brühwarm
 ·  mit ›brühen‹ als Letztglied: abbrühen · anbrühen · aufbrühen · ausbrühen
 ·  mit ›brühen‹ als Grundform: Brühe
eWDG

Bedeutung

etw. mit kochendem Wasser übergießen, in kochendes Wasser schütten
Beispiele:
Mandeln, Pfirsiche, Kohl, Reis, Hülsenfrüchte brühen (= abbrühen)
Kaffee, Tee brühen (= aufbrühen)
einen neuen Topf, die neue Wäsche brühen (= ausbrühen)
jmdn., sich brühen (= jmdn., sich mit kochendem Wasser verletzen, verbrühen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brühen · verbrühen · abgebrüht · Brühe · brühwarm
brühen Vb. ‘mit kochendem Wasser übergießen’, mhd. brüejen, brüen ‘brühen, sengen, brennen’, mnd. brȫien ‘brühen, kochen, brüten’, mnl. broeyen, nl. broeien ‘sengen, brühen, brüten’ (westgerm. *brōjan). Das sonst im Germ. nicht bezeugte jan-Verb geht mit Brut, Brodem, braten (s. d.) auf ie. *bhrē-, *bhrō- ‘heiß aufwallen, wärmen, brennen’, also wohl auch ‘heiß machen’ zurück; weiterhin sind verwandt brauen, Brot, Brei und brennen (s. d.). verbrühen Vb. ‘durch Einwirkung heißer Flüssigkeit verletzen’, mhd. verbrüejen. abgebrüht Part.adj. ‘gefühllos, unempfindlich’, seit dem 19. Jh. in der Umgangssprache üblich, schließt sich als Part. Prät. an abbrühen ‘mit kochendem Wasser übergießen’ (16. Jh., zu brühen mit separativem und resultativem ab- gebildet) an; die Bedeutung des Part.adj. weist jedoch auf mögliche Vermischung mit dem nd. Verb brüen, brüden ‘necken, plagen, begatten’, das zu mhd. briuten ‘sich vermählen, beiliegen’ (von mhd. brūt ‘Braut, junge Frau’, s. Braut) gehört; vgl. ¹DWB 2, 425 und Weigand/H. (1909) 1, 8. Brühe f. ‘durch Kochen von Fleisch oder anderen Nahrungsmitteln gewonnene Flüssigkeit’, dann auch ‘trübe, unreine Flüssigkeit’, mhd. brüeje (vgl. nl. landschaftlich broei ‘Fleischbrühe’), Verbalsubstantiv zu brühen. brühwarm Adj. ‘noch ganz frisch’ (von Äußerungen, Nachrichten u. ä.), meist als Adverb ‘umgehend, unverzüglich’; seit Ende 17. Jh. in diesem Sinne, daneben (im Unterschied zu ähnlichem brühheiß, 16. Jh.) nur selten in eigentlicher Verwendung ‘sehr warm’.

Typische Verbindungen zu ›brühen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›brühen‹.

Verwendungsbeispiele für ›brühen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwar ist der Kaffee schon gebrüht, mit allem anderen aber haben sie gewartet. [Die Zeit, 30.09.2013, Nr. 39]
Zur Erneuerung ihrer inneren Harmonie brüht sie erst mal einen Tee. [Die Welt, 11.12.1999]
Später lernte man, den Kaffee zu rösten und zu brühen. [Die Zeit, 09.12.1988, Nr. 50]
Er hackte Holz und brühte Tee, und sein Rücken wurde krumm. [Die Zeit, 26.04.1951, Nr. 17]
Selbstverständlich dürfen auch Pilze nicht vor dem Waschen kleingeschnitten oder gar gebrüht werden. [o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 79]
Zitationshilfe
„brühen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/br%C3%BChen>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
brüderlich
brüchig
bröslig
bröseln
bröselig
brühheiß
brühig
brühwarm
brüllen
brüllheiß