brüllen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbrül-len (computergeneriert)
Wortbildung mit ›brüllen‹ als Erstglied: ↗Brüllaffe · ↗Brüller · ↗Brüllwürfel · ↗brüllheiß
 ·  mit ›brüllen‹ als Letztglied: ↗anbrüllen · ↗aufbrüllen · ↗ausbrüllen · ↗entgegenbrüllen · ↗herausbrüllen · ↗herumbrüllen · ↗losbrüllen · ↗mitbrüllen · ↗niederbrüllen · ↗weiterbrüllen · ↗zurückbrüllen · ↗überbrüllen
 ·  mit ›brüllen‹ als Grundform: ↗Gebrüll · ↗Gebrülle
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
seine Stimme dumpf und ungehemmt in größtmöglicher Lautstärke ertönen lassen, dumpf schreien
Beispiele:
vor Schmerz, Wut, Angst, Freude, Lachen brüllen
er brüllte wie am Spieß, aus vollen Leibeskräften
umgangssprachlich er brüllte, dass die Wände zitterten
brülle nicht so, ich bin nicht taub!
laut brüllen
alle brachen in ein brüllendes Gelächter aus
eine brüllende Kuh
das dumpfe Brüllen des hungrigen Viehs, der Raubtiere
nach dem Stall, nach Futter, Wasser, nach jmdm. brüllen
Gut gebrüllt, Löwe [Schlegel-Shakesp.SommernachtstraumV 1]
Und der Rinder / Breitgestirnte, glatte Scharen / Kommen brüllend [SchillerGlocke]
Selbst in dem sagenhaften Atlantis / Brüllten in der Nacht, wo das Meer es verschlang / Die Ersaufenden nach ihren Sklaven [BrechtLesender Arbeiter]
bildlich
Beispiele:
die Geschütze brüllen an der Front
der Donner brüllt
die See brüllt im Herbststurm
das Brüllen der Wogen
salopp er brüllt vor Dummheit (= ist sehr dumm)
2.
etw. ungehemmt in größtmöglicher Lautstärke rufen
Beispiele:
die Menge brüllte ihm Beifall
dem Schwerhörigen musste man die Antwort ins Ohr brüllen
»Ruhe!« brüllte Kowalski [KirstNull-Acht Fünfzehn204]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brüllen · Gebrüll
brüllen Vb. ‘die Stimme durchdringend laut und dumpf ertönen lassen’. Mhd. brüelen setzt ein jan-Verb mit der Wurzelsilbe germ. *brōl- voraus. Man verbindet es mit den im Obd. weiterlebenden Verben frühnhd. brallen ‘heftig schreien’, mhd. frühnhd. brellen ‘brüllen, schreien’ sowie schwäb. Brall ‘lauter, durchdringender Schrei’ und (mit anlautendem p-) mhd. pral (Genitiv pralles) ‘Lärm, Schall’. Abweichenden Ablaut (gegenüber dem bisher dargestellten Wechsel a – ō) zeigen mnl. nl. mnd. brullen ‘brüllen’. Die Wortgruppe ist wohl onomatopoetischen Ursprungs, eine sichere etymologische Herleitung läßt sich nicht geben. Man versucht, die genannten Verben an ähnlich klingende gleicher Bedeutung (wie die unter ↗prahlen, s. d., genannten) anzuknüpfen oder speziell in der nl. Form eine Bildung mit emphatischem r gegenüber mnl. bullen ‘lärmen, toben, wüten’, mhd. bullen, büllen ‘heulen, bellen, brüllen’ (verwandt mit ↗bellen, s. d.) zu sehen. Doch bleiben diese Versuche zweifelhaft. Die Vokalkürze von nhd. brüllen gegenüber mhd. brüelen (vergleichbar der Entwicklung in nhd.müssen, s. d., gegenüber mhd. müeʒen) ist wohl zunächst vor der in Präteritalformen (wegen des dentalen Elements) auftretenden Doppelkonsonanz entstanden. Gebrüll n. ‘andauerndes Brüllen’, mhd. gebrülle.

Thesaurus

Synonymgruppe
brüllen · ↗schreien  ●  ↗bläken  ugs. · ↗blöken  ugs. · ↗dröhnen  ugs. · ↗plärren  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
brüllen · ↗grölen · ↗johlen · laut werden · ↗schreien
Oberbegriffe
  • Laute von sich geben
Assoziationen
Synonymgruppe
aufbrausen · ↗auffahren · brüllen · ↗herumbrüllen · ↗herumschreien  ●  ↗blöken  derb · rumbrüllen  ugs.
Synonymgruppe
rufen · ↗schreien · ↗skandieren  ●  brüllen  ugs. · ↗krakeelen  ugs. · ↗kreischen  ugs. · ↗krähen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
brüllen · ↗orgeln (Jägerspr.) · ↗röhren · ↗schreien
Oberbegriffe
  • Laute von sich geben

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fan Lache Leibeskraft Löwe Megaphon Mikro Mikrofon Parole anbrüllen aufbrüllen entgegenbrüllen heiser herausbrüllen herumbrüllen hinausbrüllen hineinbrüllen hinterherbrüllen kreischen laut lauter losbrüllen mitbrüllen niederbrüllen raus rumbrüllen schreien toben zubrüllen zurückbrüllen zusammenbrüllen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›brüllen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein bedauerliches Versehen, sagten kleinlaut die einen, das war Mord, brüllten die anderen.
Der Tagesspiegel, 17.05.2001
Ich weiß nicht mehr, was ich gebrüllt habe in der Pause.
Die Welt, 26.04.2000
Und er brüllt weiter in einem Grausen, was tut sich da auf, er wehrt es ab, er tritt es runter, es muß gebrüllt werden, niederbrüllen.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 89
Wir brüllten wie Löwen die vorgespielte Melodie mit dem zitierten Text.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 22073
Von fern her aus den Ställen brüllten Kühe, langgezogen und unruhig.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 33
Zitationshilfe
„brüllen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/brüllen>, abgerufen am 24.08.2019.

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