brüsk

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Wortbildung  mit ›brüsk‹ als Erstglied: brüskieren
Herkunft aus gleichbedeutend brusquefrz < bruscoital ‘von herbem Geschmack, barsch, rauh, unfreundlich’
eWDG

Bedeutung

unvermittelt, rücksichtslos, schroff
Beispiele:
eine brüske Antwort, Herausforderung, Ablehnung, Bewegung
ein brüskes Auftreten, ein brüsker Rücktritt
brüske Worte
sich brüsk umdrehen, erheben
brüsk aufstehen, auffahren, stehenbleiben, antworten
jmdn. brüsk befragen, unterbrechen, zurückweisen, verlassen
etwas brüsk ablehnen
jmdm. brüsk den Rücken kehren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brüsk · brüskieren
brüsk Adj. ‘schroff, barsch, rücksichtslos’ ist eine vor allem durch Wieland in Gebrauch kommende Entlehnung des 18. Jhs. von gleichbed. frz. brusque, das seinerseits auf ital. brusco ‘von herbem Geschmack, barsch, rauh, unfreundlich’ beruht. Diese ital. Bildung, in adjektivischer Verwendung zuerst die Herbheit des Weines kennzeichnend (vgl. auch mlat. vinum bruscum), gilt als identisch mit dem Pflanzennamen ital. brusco, mlat. bruscus ‘Mäusedorn’ (7. Jh.), einer vermutlich unter gall. Einfluß abgewandelten Form von gleichbed. lat. rūscum, rūscus. Allgemein wird jetzt Kreuzung von lat. rūscum mit gall. *brūcus ‘Heidekraut’ angenommen (belegt in einem wohl für andere Pflanzen stehenden mlat. brucus), vgl. aprov. bruc, brusc und air. froech (aus kelt. *vroicos) ‘Heidekraut’, ferner gleichbed. frz. bruyère (aus abgeleitetem galloroman. *brūcaria). Weiterhin stellen sich vielleicht die (ein gall. *frisgo wiedergebenden?) Glossierungen mlat. brisconis, frisgone ‘Mäusedorn’ (vgl. gleichbed. frz. fragon) zu dieser Wortgruppe. Das Vorhandensein des nicht verwandten, aber lautlich übereinstimmenden Substantivs lat. bruscum ‘schwammiger Auswuchs am Ahorn’ hat die Kontamination sicherlich begünstigt. brüskieren Vb. ‘rücksichtslos, kränkend behandeln’ (1. Hälfte 18. Jh.), nach gleichbed. frz. brusquer, einer Ableitung von brusque (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
abweisend · barsch · brüsk · derb · flegelhaft · forsch · grob · grobklotzig · grobschlächtig · gröblich · kurz angebunden · rau · raubeinig · rauborstig · ruppig · rüde · rüpelhaft · schroff · uncharmant · unflätig · unfreundlich · ungalant · ungehobelt · ungeschliffen · unhöflich · unsanft · unwirsch · unzivilisiert · wenig galant · wirsch  ●  nicht (gerade) die feine englische Art  fig. · bärbeißig  geh., fig. · hantig  ugs., bayr. · harsch  geh. · hau-drauf-mäßig  ugs. · in Wildwest-Manier  ugs. · nassforsch  geh. · pampig  ugs. · raubauzig  ugs. · rotzig  ugs. · rustikal  ugs., scherzhaft-ironisch · wie die Axt im Walde  ugs.

Typische Verbindungen zu ›brüsk‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›brüsk‹.

Verwendungsbeispiele für ›brüsk‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von Professoren kennt man den brüsken Rat an die Studenten: Gehen Sie lieber möglichst schnell in die Praxis, da lernen sie das schon. [Die Zeit, 10.03.1972, Nr. 10]
Aber er hat diese Chance verstreichen lassen, vielmehr hat er sie brüsk zurückgewiesen. [Die Zeit, 09.11.2007, Nr. 46]
Als sie jedoch auf ihrer Bitte beharrte, wies er sie brüsk aus dem Büro. [Die Zeit, 05.06.1970, Nr. 23]
Sie wollen ihn hinaustragen, aber er stößt sie brüsk zurück. [Die Zeit, 29.04.1966, Nr. 18]
Die Frage, die sie sofort stellte, ist mir in den Ohren geblieben, so abrupt kam sie für mich, und ich wehrte sie brüsk ab. [Gstrein, Norbert: Die englischen Jahre, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1999, S. 11]
Zitationshilfe
„brüsk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/br%C3%BCsk>.

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