brauchbar

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbrauch-bar
Wortzerlegungbrauchen-bar
Wortbildung mit ›brauchbar‹ als Erstglied: ↗Brauchbarkeit  ·  mit ›brauchbar‹ als Letztglied: ↗unbrauchbar
eWDG, 1967

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von brauchen (Lesart 2)
Beispiele:
brauchbares Material
eine brauchbare Jacke
noch brauchbare Wäsche
dieser Mantel ist noch (ganz gut, halbwegs) brauchbar
hast du etwas Brauchbares unter den alten Sachen gefunden?
ein zu vielem brauchbarer Mensch
einer der Brauchbarsten unter ihnen
ein brauchbarer Beitrag, Rat
brauchbare Vorschläge machen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brauchen · Brauch · Brauchtum · brauchbar · Brauchbarkeit · gebrauchen · Gebrauch · mißbrauchen · Mißbrauch · verbrauchen · Verbrauch · Verbraucher
brauchen Vb. ‘nötig haben’, ahd. brūhhan, brūhhen ‘genießen, nutzen, ausüben’ (8. Jh.), mhd. brūchen, asächs. brūkan, mnl. brūken ‘brauchen, genießen’, afries. brūka ‘nötig haben’, aengl. brūcan ‘nützlichen Anteil haben’, engl. to brook ‘gebrauchen’, got. brūkjan ‘genießen, sich erfreuen, gebrauchen’ (germ. *brūk-) zeigen unterschiedliche Flexionsweisen (stark im Aengl., schwach im Got., sonst starke Präsens- und schwache Präteritalformen). Verwandtschaftlich nahe steht wohl lat. fruī ‘genießen, Nutzen ziehen’ und frūx, frūctus (s. ↗Frucht). Das nur aus dem Germ. und Ital. zu erschließende ie. *bhrūg- ‘Frucht, genießen, gebrauchen’ ist vielleicht Gutturalerweiterung des in ↗Brosame (s. d.) und seinen Verwandten mit s-Erweiterung vorliegenden ie. *bhrē̌u-, *bhrū̌- ‘abschaben, abstreifen, zerschlagen, zerbrechen’ (zur Wurzel ie. *bher- ‘mit einem scharfen oder spitzen Werkzeug bearbeiten, schneiden’). Für ie. *bhrūg- könnte daher eine älteste Bedeutung ‘sich Früchte zum Genuß abbrechen oder abstreifen’ erschlossen werden. Die semantische Entwicklung des dt. Verbs führt von ‘nützlichen Anteil haben, genießen’ über ‘nutzen, gebrauchen’ zu seit dem 17. Jh. üblichem ‘nötig haben’. Brauch m. ‘Gewohnheit, Sitte’, ahd. brūh (10./11. Jh.), mhd. brūch. Brauchtum n. ‘volkstümliche Sitten und Gebräuche’ (20. Jh.). brauchbar Adj. ‘geeignet’, spätmhd. brūchbar; dazu Brauchbarkeit f. (18. Jh.). gebrauchen Vb. ‘benutzen, verwenden’, ahd. gibrūhhan, gibrūhhen (11. Jh.), mhd. gebrūchen; Gebrauch m. ‘Verwendung’, mhd. gebrūch. mißbrauchen Vb. ‘in unstatthafter Weise gebrauchen’, ahd. missabrūhhan (9. Jh.), mhd. missebrūchen (s. ↗miß-); Mißbrauch m. (16. Jh.; vgl. ahd. missibrūhhida, 9. Jh.). verbrauchen Vb. ‘völlig verwenden, abnutzen, verschleißen’, ahd. firbrūhhen (10./11. Jh.), mhd. verbrūchen; Verbrauch m. (18. Jh.); Verbraucher m. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(gut) zu gebrauchen · ↗anwendbar · ↗benutzbar · brauchbar · ↗gebrauchsfähig · ↗geeignet · ↗nutzbar · ↗tauglich · ↗verwendbar · ↗verwendungsfähig · ↗verwertbar · verwertungsfähig
Assoziationen
Antonyme
  • brauchbar
Synonymgruppe
bewährt · brauchbar
Synonymgruppe
(ganz) anständig · ↗annehmbar · ausreichend · brauchbar · guter Durchschnitt · ↗hinreichend · reicht (aus)  ●  (da) gibt's nichts zu meckern  ugs. · (da) kann man nicht meckern  ugs. · (da) kann man nichts sagen  ugs. · ↗(ganz) akzeptabel  ugs. · (ist) auch schön!  ugs., ironisierend · ganz ordentlich  ugs. · gut und schön (aber)  ugs. · kann angehen  ugs. · kann sich sehen lassen  ugs. · keine Offenbarung (aber ...)  ugs. · könnte schlimmer sein  ugs., ironisch · leidlich gelungen  geh. · nicht schlecht  ugs. · nicht übel  ugs. · passt schon  ugs., süddt. · schon in Ordnung  ugs. · schon okay  ugs. · schön und gut (aber)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alternative Ansatz Ansatzpunkt Arbeitsgrundlage Arbeitshypothese Definition Diskussionsgrundlage Ersatz Faustregel Flanke Hilfsmittel Instrument Nachschlagewerk Orientierungshilfe Resultat Rezept Stadtplan Tiefenzeichnung Tip Vehikel Werkzeug Zuspiel durchaus einigermaßen halbwegs leidlich tüchtig unbrauchbar wenig Übersicht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›brauchbar‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dort gibt es auch sehr wenige brauchbare Stellen für jene, die eine Lehre machen wollen.
Der Tagesspiegel, 23.04.2004
Trotz aller Vorbehalte gegenüber den heute gebräuchlichen Methoden hat eine Anzahl dieser Verfahren durchaus brauchbare Ergebnisse gezeigt.
Die Zeit, 21.06.1951, Nr. 25
Dies ist der einzig brauchbare Weg in diesem Stadium des Prozesses.
o. A.: Siebzigster Tag. Donnerstag, den 28. Februar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 2948
Ohnehin war die Auswahl von brauchbaren Journalisten damals sehr gering.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 4970
Und doch wäre es so leicht, in kurzer Zeit ein brauchbares Material zu sammeln.
Koch, Robert: Übertragbarkeit der Rindertuberkulose auf den Menschen. In: Schwalbe, J. (Hg.) Gesammelte Werke von Robert Koch, Bd. 1, Leipzig: Thieme 1912 [1902], S. 962
Zitationshilfe
„brauchbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/brauchbar>, abgerufen am 19.10.2019.

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