brauen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbrau-en (computergeneriert)
Wortbildung mit ›brauen‹ als Erstglied: ↗Brauer · ↗Brauerei · ↗Braufass · ↗Braugerechtigkeit · ↗Braugerste · ↗Braugewerbe · ↗Brauhaus · ↗Braukessel · ↗Brauknecht · ↗Braukultur · ↗Braumeister · ↗Braurecht · ↗Brauwesen
 ·  mit ›brauen‹ als Letztglied: ↗Gebräu · ↗zusammenbrauen  ·  formal verwandt mit: ↗Bräu
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Bier brauenBier herstellen
Beispiel:
Heute back' ich, morgen brau' ich [GrimmRumpelstilzchen1,196]
2.
scherzhaft ein Getränk selbst zubereiten
Beispiele:
wir brauen heute abend eine Bowle
einen Punsch brauen
er braute sich [Dativ] einen starken Kaffee
einen Heiltrank brauen
3.
etw. braut (sich)etw. wallt, brodelt
Beispiele:
der Nebel braut über dem See
ein Unwetter braute (sich) vor uns
das Meer schäumt und braut heute
brauender Nebel hing in den Fichten
ein brauender Kessel
Der Fremde spricht: »Was braut da drinnen?« [Droste-Hülsh.394]
4.
abwertend etw. Gefährliches, Zweifelhaftes heimlich vorbereiten
Beispiele:
ein Unheil brauen
Lügen, Heimlichkeiten brauen
Daß Esau in seiner wirren Seele Rache braute [Th. MannJoseph3,210]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brauen · Brauer · Brauerei · Bräu1 · Bräu2 · Gebräu
brauen Vb. ‘Bier herstellen, ein Getränk zubereiten’. Ahd. *briuwan, belegt nur in Ableitungen und Zusammensetzungen (z. B. briuhūs ‘Brauhaus’, s. unten), mhd. briuwen, brūwen, asächs. breuwan, afries. briuwa-, aengl. brēowan, engl. to brew, anord. brugga, schwed. brygga (germ. *breuwan) stellen sich zu der häufig auf Gärungsprozesse bezogenen, unter ↗Brot (s. d.) näher erläuterten Erweiterung der Wurzel ie. *bher(ə)- ‘aufwallen, in heftiger Bewegung sein’. Die regelmäßige Lautentwicklung führt zu nhd. bräuen (so noch im Obd.), während das übliche nhd. brauen auf mhd. (md.) brūwen beruht. Neben der Herstellung von Bier bezeichnet brauen auch die Zubereitung anderer Getränke mittels würzender Zusätze (Punsch, Kaffee). Brauer m. mhd. briuwer und brū(w)er, brūere. Brauerei f. ‘Betrieb zur Herstellung von Bier, das Brauen’ (17. Jh.), älter (16. Jh.) Brauhaus, landschaftlich Bräuhaus, ahd. (Hs. 13. Jh.), mhd. briuhūs. Bräu1 m. ‘Bierbrauer’, spätmhd. briuwe m. Bräu2 n. (auch m.) ‘das Brauen, das Gebraute’, spätmhd. briuwe n., frühnhd. (obd.) prau; dazu das Kollektivum Gebräu n. ‘gebrautes Getränk, Bier, Mischgetränk’, mhd. gebriu, gebriuwe.

Thesaurus

Synonymgruppe
brauen · ↗brennen · ↗destillieren · ↗gären · ↗keltern

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ale Bier Biermarke Biersorte Biobier Brauerei Braumeister Braunbier Gerste Gerstensaft Grog Hefe Hektoliter Hopfen Klosterbier Klosterbrauerei Kölsch Malz Pils Punsch Reinheitsgebot Rezeptur Sud Trank Weizenbier Weißbier Zaubertrank abfüllen umbrauen zusammenbrauen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›brauen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn nicht nur fürs Bier brauen benötigt man den Hopfen.
Der Tagesspiegel, 13.09.2003
Und braust dort manchmal in luftiger Höhe durch die Täler.
Bild, 22.09.2000
Die frommen Männer fingen nämlich sofort an, selbst Bier zu brauen.
o. A.: Die grosse Welt der Getränke, Hamburg: Tschibo Frisch-Röst-Kaffee Max Herz 1977, S. 383
Der Mond war inzwischen aufgegangen, in den Niederungen brauten die weißen Nebel.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 7054
Wir brauen uns Tee und essen saure Apfel von den verwachsenen Bäumen am Bull Point.
Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 920
Zitationshilfe
„brauen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/brauen>, abgerufen am 15.12.2018.

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