bresthaft

GrammatikAdjektiv
Worttrennungbrest-haft
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltet mit Gebrechen
Beispiel:
eine ganze Schar armer alter Weibchen und bresthafter Krüppel [HeyseIII 3,259]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bersten · Gebresten · bresthaft
bersten Vb. ‘mit Gewalt auseinanderbrechen, zerspringen’. Mnd. bersten, barsten, mnl. bersten, barsten, borsten, nl. barsten, aengl. berstan, engl. to burst, afries. bersta zeigen gegenüber ahd. (9. Jh.), asächs. brestan, mhd. bresten, anord. bresta, schwed. brista und präfigiertem ahd. gibrestan (9. Jh.), mhd. gebresten ‘fehlen, mangeln’ mit mhd. gebresten n. (13. Jh.), nhd. Gebresten n. ‘Gebrechen, Leiden, Krankheit’ (substantiviertem Infinitiv des im Nhd. untergegangenen präfigierten Verbs) sowie den unter ↗prasseln (s. d.) behandelten Formen r-Metathese. Soweit sich außergerm. Parallelen überhaupt heranziehen lassen (und nicht einen anderen Ursprung haben), weisen sie wie mnd. brāsken, brāschen, mhd. braschen ‘krachen, knattern, laut tönen’ die Konsonantenverbindung -sk- statt -st- auf, vgl. lit. barškė́ti ‘klappern, rasseln’, braškė́ti ‘knistern, knarren’, mir. brosc ‘Lärm’. Mitte des 15. Jhs. ist bersten im Westmd. nachzuweisen, vom Anfang des 16. Jhs. an wird es durch Luther im Hd. gebräuchlich. Die Bedeutung ‘mangeln, gebrechen’, die bei ahd. brestan und seinen Entsprechungen in unpersönlicher Konstruktion auftritt, hat sich in den Formen mit r-Metathese (wie bersten) nicht entwickelt. bresthaft Adj. ‘gebrechlich’ (16. Jh.), spätmhd. bresthaft ‘mangelhaft’; vgl. spätmhd. brestlich ‘gebrechlich’, frühnhd. brestenhaft(ig).

Verwendungsbeispiele für ›bresthaft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine gewisse Verachtung bresthafter Leute, die am Leben hängen, macht sich geltend.
Die Fackel [Elektronische Ressource], 2002 [1910]
In dem Trancezustand, den Wild anstrebt, soll die schiere Willenskraft über den bresthaften Körper triumphieren.
Die Zeit, 23.11.2009, Nr. 47
Der Steuerexperte Quast kennt die bresthafte ökonomische Verfassung der Klinik auf der Rhön, und sie stimmt ihn traurig.
Die Zeit, 08.08.1980, Nr. 33
Auch er dachte, als er den "bresthaften Christgläubigen" Würzburgs 1334 erstmals einen Weinberg stiftete, nicht an die kommerzielle Nutzung des Weinbaus.
Süddeutsche Zeitung, 04.12.2002
Zitationshilfe
„bresthaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bresthaft>, abgerufen am 02.04.2020.

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