buchen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung bu-chen
Wortbildung  mit ›buchen‹ als Erstglied: Bucher · Buchung · buchbar
 ·  mit ›buchen‹ als Letztglied: abbuchen · ausbuchen · rückbuchen · umbuchen · verbuchen · überbuchen
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. in das Geschäftsbuch eintragen
Beispiele:
Gewinne, Verluste, Schulden, Beträge (auf ein Konto) buchen
nach Belegen buchen
die Ein‑ und Ausgänge verrechnen und buchen
2.
beim Reisebüro einen Platz für eine Reise vorbestellen
Beispiele:
(einen Platz für) eine Flugreise, eine Gesellschaftsfahrt buchen
für das nächste Schiff eine Überfahrt nach Amerika buchen
800 Touristen haben für die Saison gebucht
für die Spätsaison können noch Plätze gebucht werden
3.
etw. Vorteilhaftes für sich, jmdn. registrieren
Beispiele:
etw. zu seinen Gunsten, als einen Prestigegewinn buchen
die Mannschaft konnte mit ihrem Sieg einen erfreulichen Erfolg buchen
das muss ihm als Plus gebucht werden
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Buch · buchen · Buchung · Bücherei · Bücherwurm · Buchhalter · Buchhaltung · Buchmacher
Buch n. ‘gebundene (Druck)schrift’, ahd. buoh (8. Jh.), mhd. buoch, asächs. mnd. bōk, mnl. boec, nl. boek, aengl. bōc, engl. book, anord. bōk, schwed. bok, got. bōka (im Sing. ‘Buchstabe’, im Plur. bōkōs ‘Schrift, Brief, Buch’). Germ. *bōks ist ursprünglich ein der konsonantischen Deklination folgendes Fem.; doch der Übergang zum Neutr. vollzieht sich schon in früher (z. B. in ahd.) Zeit. Vielfach wird die Bezeichnung für identisch mit dem Namen der Buche (s. d.) gehalten; eine Entwicklung der Bedeutung von ‘Buche’ zu ‘Buchenstäbchen, Runenstäbchen, Rune’ und weiter zu ‘Buchstabe’ und ‘Schriftstück, Buch’ wird aber neuerdings (aus sachlichen Gründen) bezweifelt; vgl. Ebbinghaus in: General Linguistics 22 (1982) 99 ff. und besonders Seebold Etymologie (1981) 290 ff. Man zieht daher als außergerm. Verwandte aind. bhágaḥ ‘Wohlstand, Glück, Besitz, Vermögen’ (zu aind. bhájati ‘verteilt, teilt zu’), awest. baga- ‘Anteil, Los’, aind. bhágaḥ ‘Zuteiler, Herr’, awest. baγa- ‘Herr, Gott’ sowie aslaw. bogъ, russ. bog (бог) ‘Gott’ und (dehnstufig wie germ. *bōks) aind. bhāga- ‘Anteil, Besitz, Los’, awest. bāga- ‘Anteil, Los’ heran, so daß eine Wurzel ie. *bhag- ‘zuteilen’ zugrunde gelegt werden kann. Entsprechend ist auch für germ. *bōks eine Bedeutung ‘Los, Zugeteiltes’ vorauszusetzen, die sich zu ‘(zum Los bestimmtes) Runenstäbchen, Rune’ weiterentwickelt und schließlich zu ‘(griechischer bzw. lateinischer) Buchstabe’ und (im Plur.) ‘Schriftstück, Urkunde, Buch’ führt. Alter Sprachgebrauch innerhalb des Germ. zeigt in der Tat vorzugsweise pluralische Verwendung. Mit der Entwicklung der Bedeutung ‘niedergelegte Schrift, Schriftstück’ wird singularischer Gebrauch möglich. Buch bezeichnet unterschiedlich geheftete oder gebundene Lagen aus Pergament oder Papier, in nhd. Zeit insbesondere eine in sich abgeschlossene Druckschrift. Daneben lebt die Bedeutung ‘geschriebenes Buch’ vor allem in Zusammensetzungen wie Rechnungsbuch, Tagebuch weiter. buchen Vb. ‘in ein Rechnungs-, Geschäftsbuch eintragen, registrieren’, vereinzelt im 16. Jh., öfters erst im 18. Jh.; heute auch ‘(eine Reise, einen Flug) bestellen’, wohl in Anlehnung an gleichbed. engl. to book. Buchung f. ‘Eintragung, (Vor)bestellung’ (19. Jh.). Bücherei f. ‘(öffentliche) Bibliothek’, seit Mitte des 17. Jhs. für Bibliothek (s. d.) und Liberei verwendet (vgl. nl. boekerij); wohl Übersetzung des im 17. Jh. noch geläufigen Liberei (aus mlat. libraria f., spätlat. librāria n. Plur. ‘Büchersammlung’, zu lat. liber ‘Schrift, Buch’). Obwohl von Puristen befürwortet, setzt sich Bücherei neben Bibliothek nur langsam durch und bezeichnet vorwiegend kleinere Bibliotheken, vgl. Dorf-, Stadt-, Volksbücherei; aber auch Deutsche Bücherei (gegründet in Leipzig 1912). Bücherwurm m. ‘in Büchern lebende Larve’, übertragen ‘eifriger Bücherleser’; vereinzelt Ende 17. Jh., geläufig seit 1750. Buchhalter m. ‘kaufmännischer Rechnungsführer’ (Anfang 16. Jh.), Ableitung aus der Zusammenbildung buchhalten, auch Bücher halten (Ende 15. Jh.), der Übersetzung von ital. tenere i libri. Buchhaltung f. ‘Buchführung’, seit dem 16. Jh. vereinzelt neben Buchhalten n., geläufig seit dem 18. Jh. Buchmacher m. ‘Vermittler von Wetten’ (Pferderennen), Übersetzung von gleichbed. engl. bookmaker (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) freihalten lassen · bestellen · buchen · reservieren (lassen) · vorbestellen · vormerken (lassen)  ●  blocken  Jargon · disponieren  fachspr., kaufmännisch
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (etwas) neu planen · (etwas) neu terminieren · die Termine neu vergeben · umdisponieren · umplanen  ●  anders planen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›buchen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›buchen‹.

Verwendungsbeispiele für ›buchen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine nüchterne Abrechnung wird vermutlich keinen sehr großen Gewinn buchen können. [Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464]
Bei einigen Hotels kann der mobile Kunde sein Zimmer sogar direkt online buchen. [C't, 2001, Nr. 22]
Die Idee, die ursprünglich für die amerikanischen Touristen entwickelt wurde, kann inzwischen jeder buchen. [Die Zeit, 23.12.2013, Nr. 51]
Wer nur gelegentlich viel Volumen brauche, könne dies für wenige Euro dazu buchen. [Die Zeit, 12.05.2013 (online)]
Ein elfjähriges Mädchen konnte man dort für einen sexuellen Missbrauch buchen – acht Stunden für 1150 Dollar (gut 800 Euro). [Die Zeit, 29.11.2011 (online)]
Zitationshilfe
„buchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/buchen>.

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