Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

buchstäblich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung buch-stäb-lich
Wortzerlegung Buchstabe -lich
eWDG

Bedeutung

im wahrsten Sinne
Beispiele:
er wurde buchstäblich in Stücke gerissen, zu Tode gehetzt
er war buchstäblich in Schweiß gebadet
uns verschlug es buchstäblich den Atem, als wir bemerkten, dass …
im buchstäblichen Sinne
ihre buchstäbliche Treue
Er setzte den Steinkrug an und trank buchstäblich wie ein Verdurstender [ O. M. GrafMitmenschen138]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Buchstabe · buchstabieren · buchstäblich
Buchstabe m. ‘Schriftzeichen’ (für einen Sprachlaut). Die verdeutlichende Zusammensetzung von germ. *bōks ‘Buchstabe’ und germ. *stabi- ‘Stab’ (aengl. und anord. auch ‘Buchstabe’) ist anfangs die Bezeichnung für ein Holzstäbchen mit eingeritzen Runenzeichen, vgl. anord. stafr und rūnastafr, aengl. rūnstæf. Danach stehen ahd. buohstab (8. Jh.), mhd. buochstabe, asächs. bōkstaf, mnl. boecstaf, aengl. bōcstæf, anord. bōkstafr, schwed. bokstav die zum Schreiben im Buch verwendeten lateinischen Schriftzeichen. S. Stab und Buch. buchstabieren Vb. ‘langsam, jeden Buchstaben einzeln lesen oder sprechen’ (Anfang 16. Jh.); voraus geht gleichbed. buchstaben, mhd. buochstaben. buchstäblich Adj. ‘wörtlich, dem Wortsinn genau entsprechend, tatsächlich’; seit Anfang 16. Jh. neben buchstabisch, selten buchstäbisch (geläufig im 16. Jh.); auch die lich-Ableitung wird im 16./17. Jh. vorwiegend umlautlos verwendet.

Thesaurus

Synonymgruppe
buchstäblich · förmlich · geradezu · mehr oder weniger · nur so · praktisch · richtiggehend  ●  nachgerade  geh. · regelrecht  ugs.
Assoziationen
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
im Wortsinn · im eigentlichen Wortsinn · nicht übertragen · wortwörtlich (zu verstehen) · wörtlich · wörtlich zu verstehen  ●  buchstäblich  ugs. · im wahrsten Sinne des Wortes  ugs. · in des Wortes wahrster Bedeutung  geh. · literal  fachspr., linguistisch
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›buchstäblich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›buchstäblich‹.

Verwendungsbeispiele für ›buchstäblich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er darf andere weder buchstäblich schlagen noch sie verbal einschüchtern. [Der Wachtturm, 1999, Nr. 4, Bd. 120]
Er sagte, das fürchterliche Bohren dauere buchstäblich doppelte Zeit gegen früher, weil kein harter Stahl mehr zu haben sei. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1945. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1945], S. 78]
Wir wohnten in einem winzigen Haus buchstäblich Bett an Bett mit den Kindern. [konkret, 1984]
Wir benutzen dieses Wort natürlich nicht in seinem buchstäblichen Sinne. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1957]]
Ich wachte buchstäblich mit dem letzten Satz im Kopf auf, den ich Tags zuvor gekaut hatte. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1930. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1930], S. 169]
Zitationshilfe
„buchstäblich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/buchst%C3%A4blich>.

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