Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

buchstabieren

Grammatik Verb · buchstabiert, buchstabierte, hat buchstabiert
Aussprache 
Worttrennung buch-sta-bie-ren
GrundformBuchstabe
Wortbildung  mit ›buchstabieren‹ als Erstglied: Buchstabiermethode · Buchstabiertafel  ·  mit ›buchstabieren‹ als Letztglied: ausbuchstabieren · durchbuchstabieren · herausbuchstabieren · vorbuchstabieren · zusammenbuchstabieren
eWDG

Bedeutung

die gesamten Buchstaben eines Wortes in ihrer Reihenfolge einzeln (langsam) nennen
Beispiele:
seinen Namen am Telefon laut buchstabieren
seiner Sekretärin ein unbekanntes Wort buchstabieren
Fritz kann noch nicht richtig lesen, er buchstabiert in der Fibel noch jedes Wort
den Wortlaut mit Mühe entziffern
Beispiel:
eine Inschrift, die unleserliche Handschrift buchstabieren
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Buchstabe · buchstabieren · buchstäblich
Buchstabe m. ‘Schriftzeichen’ (für einen Sprachlaut). Die verdeutlichende Zusammensetzung von germ. *bōks ‘Buchstabe’ und germ. *stabi- ‘Stab’ (aengl. und anord. auch ‘Buchstabe’) ist anfangs die Bezeichnung für ein Holzstäbchen mit eingeritzen Runenzeichen, vgl. anord. stafr und rūnastafr, aengl. rūnstæf. Danach stehen ahd. buohstab (8. Jh.), mhd. buochstabe, asächs. bōkstaf, mnl. boecstaf, aengl. bōcstæf, anord. bōkstafr, schwed. bokstav die zum Schreiben im Buch verwendeten lateinischen Schriftzeichen. S. Stab und Buch. – buchstabieren Vb. ‘langsam, jeden Buchstaben einzeln lesen oder sprechen’ (Anfang 16. Jh.); voraus geht gleichbed. buchstaben, mhd. buochstaben. buchstäblich Adj. ‘wörtlich, dem Wortsinn genau entsprechend, tatsächlich’; seit Anfang 16. Jh. neben buchstabisch, selten buchstäbisch (geläufig im 16. Jh.); auch die lich-Ableitung wird im 16./17. Jh. vorwiegend umlautlos verwendet.

Typische Verbindungen zu ›buchstabieren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›buchstabieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›buchstabieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Abergläubisch buchstabiere ich, wenn es mir unterläuft, eine fixe Idee. [Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 49]
Den heutigen Vormittag habe ich eine reichliche Stunde daran buchstabiert. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1923. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1923], S. 185]
Ihr Mund, leicht geöffnet, scheint die Bilder in ihrem Kopf zu buchstabieren. [Die Zeit, 28.02.2011, Nr. 09]
An dieser Stelle sind etwa zwei Drittel des Textes buchstabiert. [Die Zeit, 17.09.2003, Nr. 38]
Er buchstabiert zuweilen die Wörter, die er gerade sagen will. [Die Zeit, 03.03.1978, Nr. 10]
Zitationshilfe
„buchstabieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/buchstabieren>.

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