buckeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbu-ckeln
Wortbildung mit ›buckeln‹ als Letztglied: ↗aufbuckeln · ↗hinaufbuckeln · ↗katzbuckeln
 ·  mit ›buckeln‹ als Grundform: ↗Buckelei · ↗gebuckelt

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [umgangssprachlich] einen Buckel machen
  2. 2. [umgangssprachlich, abwertend, übertragen] sich unterwürfig gegenüber jmdm. verhalten
  3. 3. [salopp] etw. Schweres (auf dem Buckel) tragen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich einen Buckel machen
Beispiel:
die Katze stand fauchend und buckelnd vor dem Hund
2.
umgangssprachlich, abwertend, übertragen sich unterwürfig gegenüber jmdm. verhalten
Beispiel:
die Sorte Mensch, die dem Rittmeister völlig verhaßt war – Marke Radler: unten treten, oben buckeln [FalladaWolf1,84]
3.
salopp etw. Schweres (auf dem Buckel) tragen
Beispiele:
Ware zum Markt, die Koffer zum Bahnhof buckeln
Der Heimkehrer buckelt Steckkartoffeln auf den Wagen [StrittmatterTinko77]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Buckel · buck(e)lig · buckeln · katzbuckeln
Buckel m. ‘erhabener Metallbeschlag in Form einer Halbkugel in der Mitte des Schildes’. Ahd. buckula f. ‘Schildknauf, Schild’ (11. Jh.), entlehnt aus lat. buccula ‘Bäckchen’, übertragen ‘Schildknauf’. Dagegen dürfte mhd. buckel f. m. weithin unter dem Einfluß von gleichbed. afrz. bo(u)cle stehen, das seinerseits auf lat. buccula (s. oben) beruht, einem Deminutivum zu lat. bucca ‘aufgeblasene Backe’. Im 15. Jh. nimmt Buckel auch die Bedeutungen ‘höckerartiger Rücken’, in der Umgangssprache ‘Rücken’ (nordd. in der Variante Puckel), und ‘kleiner Hügel’ an, am ehesten zu erklären als eine vom Bilde der Wölbung ausgehende semantische Entwicklung. Weniger wahrscheinlich ist die Annahme, in Buckel ‘Höcker, Rücken’ eine Ableitung (von ↗biegen, ↗bücken) zu sehen, und Buckel ‘Hügel’ mit ↗Bühl, ↗Bühel zu verbinden; dann müßte jeweils eine (sematisch bedingte?) lautliche Angleichung an älteres Buckel erfolgt sein. buck(e)lig Adj. ‘mit einem Buckel behaftet’ (15. Jh.), spätmhd. buckeleht. buckeln Vb. ‘einen Buckel machen, auf dem Rücken tragen’ (17. Jh.), vgl. mhd. buckeln ‘mit Erhöhungen versehen’ sowie vereinzeltes ahd. buckilōn ‘sich krümmen’ (um 1000). Dazu (im Hinblick auf den gekrümmten Katzenücken) katzbuckeln Vb. ‘liebedienerisch, unterwürfig sein, schmeicheln’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›buckeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›buckeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›buckeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Angenommen, du hast 15 Jahre hart gebuckelt, um dir endlich ein Auto leisten zu können.
Der Tagesspiegel, 23.09.2001
Ist das der Preis dafür, ein Leben lang vor diesem kleinen weißen Ball gebuckelt zu haben?
Süddeutsche Zeitung, 07.09.2000
Unsere Regierung buckelt vor dieser zu reich und mächtig gewordenen Industrie.
Die Zeit, 09.01.2012, Nr. 02
Die Katze, ein scheues, listiges Vieh, buckelte sich abwehrbereit neben der Hundehütte.
Betzner, Anton: Der Kohlhöfer. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 174
Valeska zog die Oberschenkel auf den Bauch und buckelte das weißbezogene Wollzeug hier und da wechselnd.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 1012
Zitationshilfe
„buckeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/buckeln>, abgerufen am 09.04.2020.

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