bussen

Grammatik Verb · busst, busste, hat gebusst
Aussprache [ˈbʊsn̩]
Worttrennung bus-sen
formal verwandt mitBuss
Wortbildung  mit ›bussen‹ als Erstglied: busseln  ·  mit ›bussen‹ als Letztglied: abbussen
ZDL-Verweisartikel

Bedeutung

D-Südost , A , umgangssprachlich jmd. busst (sich), jmd. busst jmdn., etw., jmd. busst mit jmdm.
Synonym zu busseln
Beispiele:
Innsbrucker sind, wie die Bewohner aller Hauptstädte überall auf der Welt, arrogant und eingebildet (sagen zumindest die anderen Tiroler). […] »Bevor di da Oberländer busst hat, hat dir da Unterländer a Kind g’mocht.« (= »Ehe dich der Oberländer gebusst hat, hat dir der Unterländer ein Kind gemacht.«) Frei übersetzt: Es kann dauern, bis ein männlicher Oberländer sich dazu durchringt, einem weiblichen Wesen durch eindeutige Handlungen sein Interesse zu beweisen. [Vom Leben im Tal: das obere Inntal oder Oberinntal, 22.06.2015, aufgerufen am 01.09.2020]
Den 99 geehrten Frauen und Männern aus den 24 Gemeinden des Bezirkes Imst sah man die Freude über diese Auszeichnung [Ehrenamtsnadel] an – und eine ältere Dame meinte danach mit einem verschmitzten Lächeln: »Eigentlich wollte ich mich jetzt dann […] zurückziehen, aber nach diesem Danke vom Landeshauptmann werde ich doch noch ein Weilchen weitermachen. Vielleicht busst er mich ja dann noch einmal«. [Oberländer Rundschau, 22.10.2014]
Der [Kellner] umgarnte uns sehr aufmerksam und auch die Mäuse (= Kinder) wurden geknuddelt und gebusst. [Bozen, Café Mouschi, 11.08.2014, aufgerufen am 01.09.2020]
[…] [du] dachtest, ein Kind hätt dir […] deine Wang gestreichelt und deine Augen und Lippen gebusst! [Christ, Lena: Mathias Bichler. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1914], S. 12921]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Buß · Busserl · Bussel · Bussi · bussen · busseln
Buß m. ‘Kuß’, meist deminutiv Busserl, Bussel, Bussi n. ‘Küßchen’, davon abgeleitet bussen, busseln Vb. ‘küssen, liebeln’. Lautmalende obd. Bildungen (um 1600) neben Schmatz (s. d.). Durch Vergleich mit lit. bučiúoti ‘küssen’, poln. buzia(k) ‘Mündchen, Kuß’, alban. buzë ‘Lippe, Mund’, mir. bus, pus ‘Lippe’, busóc, pusóc ‘Kuß’ läßt sich eine Wurzel ie. *bu- ‘Lippe, Kuß’ erschließen, deren Anlaut sich (wegen ihres wohl lautmalenden Charakters) der Lautverschiebung entzogen hat; doch vgl. regulär verschobenes schwed. puss.

Buße · büßen · Lückenbüßer
Buße f. ‘Sühne, reuevolle Umkehr zu Gott, Geldstrafe, Wiedergutmachung’. Ahd. buoz(a) f. (9. Jh.), mhd. buoz m., buoze f., asächs. afries. bōta, mnd. bōte, mnl. nl. boete, aengl. anord. bōt, engl. boot, schwed. bot, got. bōta bezeugen ein gemeingerm. *bōtō, das mit den unter baß und besser (s. d.) behandelten Formen auf germ. *bat-, *bōt- ‘gut’ zurückgeht. Die Bedeutung ‘Gutes, Nutzen’ zeigt sich vor allem im Got., während in den übrigen germ. Sprachen vornehmlich ‘Besserung, Ausbesserung, Wiederherstellung, Wiedergutmachung’ gilt, besonders in der Sprache des Handwerks und der Wissenschaft, der magischen Beschwörung, des Rechts und der Kirche; vgl. Weisweiler Buße (1930). Die Bedeutung ‘Nutzen, Vorteil, Gewinn’ wird außerhalb des Got. auch von nominalen Bildungen der Ablautstufe *bat- übernommen wie mhd. baʒʒe f., anord. bati m. büßen Vb. ‘sühnen, Buße leisten, Strafe erleiden’. Das gemeingerm. Verb ahd. buozen (9. Jh.), mhd. büezen, asächs. bōtian, aengl. bētan, afries. bēta, anord. bœta, got. bōtjan (germ. *bōtjan) weist in den einzelnen germ. Sprachen im wesentlichen die gleichen Bedeutungen auf, wie sie für das Substantiv gelten; es scheint daher vom Substantiv abgeleitet zu sein. Doch gibt es Gründe für die Annahme, daß sich eine Reihe der für das Substantiv außerhalb des Got. angegebenen Bedeutungen zunächst beim Verbum entwickelt und dann auf das Substantiv zurückgewirkt hat. Das Verbum wäre danach als unmittelbare Bildung zur germ. Wurzel *bat-, *bōt- bzw. zur komparativischen Adjektivform (nhd. besser, s. d.) anzusehen mit den Ausgangsbedeutungen ‘gut, von Nutzen sein’, aber auch ‘gutmachen, bessern’; vgl. Wissmann Älteste Postverbalia (1938) 14 ff. Im heutigen Dt. ist die Vielfalt der Bedeutungen beim Verb wie beim Substantiv stark reduziert. Die alte Bedeutung ‘bessern’ ist noch in Lückenbüßer m. ‘wer eine Lücke ausfüllt’ (16. Jh.) enthalten.

Typische Verbindungen zu ›bussen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bussen‹.

Zitationshilfe
„bussen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bussen>.

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