cholerisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung cho-le-risch
Wortbildung  mit ›cholerisch‹ als Erstglied: ↗Choleriker
Herkunft zu cholḗgriech (χολή) ‘Galle, Hass, Zorn’
eWDG

Bedeutung

leicht aufbrausend, jähzornig
Beispiele:
ein cholerischer Mensch
ein cholerisches Temperament, Wesen
eine cholerische Gemütsart
auf etw. cholerisch reagieren
Derartig cholerische Töne hatte der Chef noch nie angeschlagen [ O. M. GrafBolwieser75]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

cholerisch · Choleriker
cholerisch Adj. ‘jähzornig, aufbrausend’, verwandt mit ↗Cholera (s. d.). In der auf den griechischen Arzt Hippokrates zurückgehenden Lehre beruhen die angenommenen vier Temperamente auf einer ungleichen Mischung der vier körperlichen Grundsäfte. Den aufbrausenden Typ, für den ein Überschuß an Galle, vgl. griech. cholḗ (χολή) ‘Galle, Haß, Zorn’, vorausgesetzt wird, nennt die mittelalterliche Medizin mlat. cholericus ‘cholerisch, Choleriker’. Das Dt. bezeugt das Adj. cholerisch einmal nach antikem Vorbild als Ableitung von Cholera ‘an Cholera erkrankt’ (15. Jh.), vgl. lat. cholericus, griech. cholerikós (χολερικός), zum anderen als Entlehnung von mlat. cholericus zur Bezeichnung des Temperaments (15. Jh.), dann allgemein ‘jähzornig’ (16. Jh.). Dazu Choleriker m. (18. Jh.). S. auch ↗melancholisch, ↗phlegmatisch, ↗sanguinisch.

Thesaurus

Synonymgruppe
aggressiv · aufbrausend · cholerisch · ↗genervt · ↗hitzköpfig · ↗impulsiv · ↗jähzornig · leicht erregbar · ↗rasend · ↗reizbar · ↗tobsüchtig · ↗unbeherrscht · ↗ungeduldig · ↗ungezügelt · ↗unkontrolliert · ↗wutentbrannt · ↗wütend · ↗zornig · ↗zügellos  ●  ↗exzitabel  fachspr., medizinisch, lat. · ↗fuchsteufelswild  ugs. · ↗furibund  fachspr., veraltet, lat. · ↗grantig  ugs. · ↗ungehalten  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›cholerisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›cholerisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›cholerisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zusammen mit seinem leicht cholerischen Naturell mischt sich das zu einem brisanten Cocktail.
Die Zeit, 31.03.2004, Nr. 14
Mit seinem cholerischen Temperament schießt er häufig über das Ziel hinaus.
Klemz, Willy: Praktische Menschenkunde, Düsseldorf: Greif 1963, S. 109
Wegen seiner cholerischen Ausfälle ist er berüchtigt; wenn er wütend wird, kratzt, spuckt und tritt er.
Süddeutsche Zeitung, 16.06.2001
Das cholerische Männchen trug den Namen Bruno und war ein rechter Tolpatsch mit zwei linken Händen.
Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 407
Willmut stampfte cholerisch auf, warf den Kopf in den Nacken.
Dwinger, Edwin Erich: Die letzten Reiter, Jena: Eugen Diederichs 1935, S. 75
Zitationshilfe
„cholerisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/cholerisch>, abgerufen am 19.04.2021.

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