Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

christianisieren

Grammatik Verb · christianisiert, christianisierte, hat christianisiert
Aussprache 
Worttrennung chris-ti-ani-sie-ren · chris-tia-ni-sie-ren
Wortbildung  mit ›christianisieren‹ als Erstglied: Christianisierung
Herkunft aus gleichbedeutend christianizarekirchenlat
eWDG

Bedeutung

historisch die Bewohner eines Landes zum Christentum bekehren
Beispiele:
einen Volksstamm, ein Land christianisieren
die christianisierten Franken
bildlich einer Sache einen christlichen Anschein geben
Beispiele:
diese erzheidnische Kunst [des Tanzes] gewissermaßen zu christianisieren [ Heine6,296]
der sie alle aufforderte, in die SA einzutreten und die SA zu christianisieren [ BöllHaus109]

Verwendungsbeispiele für ›christianisieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich glaube nicht, daß sich diese Kinder je wieder christianisieren lassen. [Die Zeit, 25.12.1964, Nr. 52]
Karl will christianisieren, einmal, weil er wirklich fromm ist, zum anderen, weil er Sachsen nur durch den Klerus beherrschen kann. [Die Zeit, 23.03.2000, Nr. 13]
Der Limousin wurde später und weniger entschlossen christianisiert als andere Regionen Frankreichs. [Die Zeit, 09.09.2004, Nr. 38]
Das in Worms christianisierte jüdische Eigentum reicht Emmerich noch nicht. [Die Zeit, 17.05.1996, Nr. 21]
Vor rund tausend Jahren wurden sie während der fränkischen Ostexpansion dem entstehenden deutschen Staat einverleibt und christianisiert. [o. A. [hll.]: Sorben. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1982]]
Zitationshilfe
„christianisieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/christianisieren>.

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