christlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung christ-lich
Wortzerlegung Christ1-lich, ↗Christ2-lich
Wortbildung  mit ›christlich‹ als Erstglied: ↗Christlichkeit  ·  mit ›christlich‹ als Letztglied: ↗allerchristlichst · ↗altchristlich · ↗antichristlich · ↗frühchristlich · ↗nachchristlich · ↗nicht christlich · ↗nichtchristlich · ↗unchristlich · ↗urchristlich · ↗vorchristlich
eWDG

Bedeutungen

1.
im Christentum begründet
Beispiele:
die christliche Religion, Lehre
das christliche Dogma
die christliche Botschaft
der christliche Glaube
das christliche Bekenntnis
die christliche Taufe
an Jesus Christus glaubend
Beispiele:
die (heilige) christliche Kirche
eine christliche Gemeinde, Familie
die christliche Bevölkerung des Landes
2.
vom Christentum geprägt
a)
Beispiele:
eine christliche Kultur, Ethik, Lebensgestaltung
etw. vom christlichen Standpunkt aus, in christlicher Sicht sehen
die christliche Überlieferung
das christliche Zeitalter
das christliche Abendland
Dann ist eine christliche Ehe mit ihm nicht mehr möglich [ A. ZweigErziehung438]
Die Märtyrer der christlichen Zeit folgten dem Zwang nicht [ RemarqueZeit zu leben187]
b)
kirchlich
Beispiele:
jmdn. christlich trauen, bestatten
Weder könne er ... dem Sterbenden die letzten Tröstungen bewilligen, noch dem Toten ein christliches Begräbnis [ Feuchtw.Füchse613]
3.
echtem Christentum entsprechend
Beispiele:
christlich handeln, denken
ein christliches Leben führen
eine christliche Haltung, Gesinnung
an das christliche Gewissen appellieren
eine Tat christlicher Barmherzigkeit, (Nächsten)liebe
den Mantel der christlichen (Nächsten)liebe über etw. breiten
über etw. Unangenehmes schweigen
Beispiel:
Breiten wir den Mantel christlicher Liebe über das, was dann geschehen ist [ G. Hauptm.AngermannIV]
spöttisch nicht gerade wohlmeinend
Beispiel:
»... Sie sind ein so vortrefflicher Patient, daß Sie verdienen würden, immer krank zu sein.« »Sehr verbunden für den christlichen Wunsch ...« [ Ebner-Eschenb.2,40]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Christus · Christ1 · Christ2 · christlich
Christus m. Beiname des Jesus von Nazareth. Ahd. (8. Jh.), mhd. Krist, asächs. Crist werden durch die arianische Mission (5. Jh.) aus got. Christus übernommen. Voraus geht griech. christós (χριστός) ‘Gesalbter’ (zu griech. chrī́ein (χρίειν) ‘einreiben, salben’), das gleichbed. hebr. māšīaḥ (woraus Messias) übersetzt. Gegen die ältere Form Christ1 setzt sich seit dem 16. Jh. die dem Lat. entsprechende Form Christus (lat. Chrīstus) durch. Zu Christ sind u. a. gebildet Christbaum m. (18. Jh.), Christkind n. ‘der neugeborene Jesus von Nazareth’ (16. Jh.), auch ‘christlich getauftes Kind, Christenkind’ (17. Jh.), Christmesse f. ‘Gottesdienst in der Christnacht’, spätmhd. kristmesse. Christ2 m. ‘Anhänger der christlichen Religion’. Lat. Chrīstiānus, Adjektiv zum Namen Chrīstus, ergibt ahd. kristāni (8. Jh.), mhd. kristen ‘christlich, gläubig’, substantiviert ‘Christ’. Zu dem ursprünglichen Adjektiv wird ein neues Substantiv mhd. kriste gebildet, aus dem sich durch Abfall des unbetonten -e nhd. Christ entwickelt. Zur älteren Form sind Christenheit f., ahd. kristānheit (um 800), mhd. kristenheit, und Christentum n., mhd. kristentuom gebildet. christlich Adj. ahd. kristānlīh (11. Jh.), mhd. kristenlich; bei Luther noch die lange (mit -en in der Fuge) neben der kurzen Form.

Typische Verbindungen zu ›christlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›christlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›christlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Solange ich später in der deutschen Politik aktiv war, hat sich zwar mein Verständnis der christlichen Religion etwas vertieft.
Die Zeit, 18.04.2011, Nr. 16
Damals gab es auch schon eine Beteiligung der christlichen Rechten.
Süddeutsche Zeitung, 19.06.2004
Und christlich ist sie dann auch nur dem Namen nach.
Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 244
Sie gebot Millionen von christlichen Untertanen, aber sie gehörte nicht zum System der christlichen Mächte.
Mann, Golo: Politische Entwicklung Europas und Amerikas 1815-1871. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 16877
Autoren überträgt den Namen I. ausdrücklich auf die christliche Kirche, es sei denn Gal 6, 16.
Simon, Marcel: Israel im NT und in der Alten Kirche. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 19701
Zitationshilfe
„christlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/christlich>, abgerufen am 25.02.2021.

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