dämonisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungdä-mo-nisch (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
eWDG, 1967

Bedeutung

teuflisch, übernatürlich
Beispiel:
dämonische Gewalten, Kräfte abwehren
unheimlich
Beispiele:
ein dämonischer Mensch, Trieb
eine dämonische Leidenschaft
eine dämonisch Herrschaft über jmdn. ausüben
außergewöhnlich
Beispiel:
Ein Mann mit seinem dämonischen Gedächtnis erinnert sich zeitlebens an jeden Hügel und jedes Haus [St. ZweigBalzac366]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dämon · dämonisch · Dämonie · Dämonismus
Dämon m. ‘böser Geist, verhängnisvolle übernatürliche Macht’. Griech. dá͞imōn (δαίμων), lat. daemōn ‘Gott, schützendes oder Verderben sendendes göttliches Wesen’, wahrscheinlich im Sinne von ‘Zuteiler’ zu griech. dá͞iesthai (δαίεσθαι) ‘teilen, verteilen’ und damit zur Wurzel ie. *dā(i)-, *dī̌- ‘teilen, zerschneiden, zerreißen’ (s. ↗Zeit) gehörend, gelangt zunächst im 16. Jh. in der spätlat. und mlat. üblichen, von christlichem Denken geprägten Bedeutung ‘Teufel’ ins Dt. Der Mitte des 18. Jhs. einsetzende literarische Gebrauch greift stärker auf antike Vorstellungen zurück (‘Gutes oder Böses bewirkendes überirdisches Wesen’ oder ‘dem Menschen innewohnende schicksalbestimmende Macht’), verbindet mit der Bezeichnung aber weiterhin meist negative Wertungen. dämonisch Adj. ‘teuflisch, unheimlich, übernatürliche Kräfte aufweisend’, Ableitung nach dem Vorbild von griech. daimonikós (δαιμονικός), lat. daemonicus, vereinzelt Ende des 16. Jhs., geläufig seit der 2. Hälfte des 18. Jhs. Dämonie f. ‘das Vorhandensein, Wirken übernatürlicher bedrohlicher Kräfte’ (Mitte 18. Jh.). Dämonismus m. ‘Glaube an Dämonen, Lehre von Dämonen’ (Wieland 1788), Übernahme von gleichbed. engl. demonism (Shaftesbury 1699).

Thesaurus

Synonymgruppe
beklemmend · dämonisch · ↗eigenartig · ↗geisterhaft · ↗gespenstig · ↗gespenstisch · ↗gruselig · nicht geheuer · ↗schaurig · ↗unheimlich · ↗übernatürlich  ●  creepy  engl. · ↗Hexenwerk  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
besessen · ↗böse · dämonisch · ↗teuflisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aura Ausstrahlung Besessenheit Bösewicht Fratz Fratze Genie Grinsen Leinwand Macht Maske Naturkraft Trieb Ungeheuer Verführer Verführerin Verführung Weib Wesen Zauber abgründig beinahe blickend geradezu grinsen grotesk göttlich magisch verzerrt wahrhaft

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dämonisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit dämonischem Grinsen nähert er sich der ahnungslosen nackten Frau.
Die Welt, 20.10.2003
Wer ist denn der dämonisch dreinblickende Mann auf dem Cover?
Der Tagesspiegel, 26.08.2002
In diesem Prozeß gilt es, die Reste der dämonischen Macht auszulöschen.
o. A.: Zweihundertzehnter Tag. Freitag, 23. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 28248
Schon die Scheu, diesen Ort zu benennen, zeugt von der dämonischen oder göttlichen Qualität.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 212
Ich dichtete viel, meine »Muse« hatte damals einen sehr düsteren, dämonischen Charakter.
Peters, Carl: Lebenserinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 35398
Zitationshilfe
„dämonisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dämonisch>, abgerufen am 19.04.2019.

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