dösig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung dö-sig (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›dösig‹ als Letztglied: ↗rammdösig

Bedeutungsübersicht+

  1. [salopp] ...
    1. 1. stumpf vor sich hin träumend
    2. 2. schläfrig, benommen
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp
1.
stumpf vor sich hin träumend
Beispiele:
ein dösiger Mensch
In eingezäunten Viehpferchen stehen und ruhen die Kühe in dösiger Zufriedenheit [ Natur u. Heimat1957]
2.
schläfrig, benommen
Beispiele:
ich bin, mir ist ganz dösig
das schöne dösige Gefühl der Übermüdung [ Weiskopf4,539]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dösig · dösen · ram(m)dösig
dösig Adj. ‘schläfrig, schwindlig, nicht klar im Kopf’, mnd. dȫsich ‘taumelig, dumm’, nd. dösig ‘lässig, müde, dumm’ dringt zu Anfang des 19. Jhs. ins Hd. vor. Mit mnl. dōsich, ahd. tūsīg ‘stumpfsinnig, töricht’ (8. Jh.), aengl. dysig ‘töricht, unwissend, blödsinnig’, engl. dizzy ‘schwindlig, verwirrt, betäubt’ und der Wortsippe ↗Dusel (s. d.) stellt es sich zu ie. *dheus-, *dhū̌s- ‘stieben, stäuben, wirbeln’, auch ‘seelisch verwirrt sein, betäubt, albern’, einer s-Erweiterung der Wurzel ie. *dheu-, *dheu̯ə- (s. ↗Duft, ↗Dunst). Zur selben Wortfamilie gehört auch das ebenfalls im 19. Jh. aus dem Nd. übernommene dösen Vb. ‘halb schlafen, gedankenlos dasitzen’, vgl. nd. dösen ‘schläfrig sein’. ram(m)dösig Adj. ‘benommen, aufgeregt, verwirrt’ wie ein drehkrankes Schaf (19. Jh.), zu Ramm ‘Schafbock, Widder’ (s. ↗Ramme).

Thesaurus

Synonymgruppe
begriffsstutzig · ↗denkfaul · ↗langsam (im Kopf) · ↗stumpfsinnig  ●  dösig  ugs. · ↗schlafmützig  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemand) kann kaum die Augen aufhalten · (jemandem) fallen die Augen zu · (sich) kaum noch auf den Beinen halten (können) · ↗hundemüde · ↗müde · reif fürs Bett · ↗schlafbedürftig · ↗schlaftrunken · ↗schläfrig · ↗sterbensmüde · ↗todmüde · unter Schlafmangel leiden · ↗verschlafen · vor Müdigkeit umfallen · übermüdet · ↗übernächtigt  ●  ↗(sich) Streichhölzer zwischen die Augen(lider) klemmen  ugs. · dösig  ugs. · ein fades Aug haben  ugs., wienerisch · ↗verpennt  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›dösig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie erholte sich schnell, aber am nächsten Tag saß sie wieder genauso dösig da.
Die Zeit, 29.01.2007, Nr. 05
Dösig stand ich an der Reling und schlief im Stehen.
Traven, B.: Das Totenschiff, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1929 [1926], S. 159
Wir sehen den Herrn durch den Hund und fühlen die Eleganz neben der dösigen Harmonie des Moments.
Die Welt, 09.04.2001
Nun schlendert Egon, immer noch dösig, ins Badezimmer, um sich zu waschen und sich zu rasieren.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 22799
Die Zeit verrinnt unter Hitze, Herzbeschwerden, trockenem Brod - dabei doch angenehm dösig bei vielem Radio.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1945. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1945], S. 44
Zitationshilfe
„dösig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/d%C3%B6sig>, abgerufen am 29.11.2020.

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