Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

düngen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung dün-gen
Wortbildung  mit ›düngen‹ als Erstglied: Düngemittel · Dünger · Düngesalz
 ·  mit ›düngen‹ als Letztglied: überdüngen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. den Boden mit Dünger versorgen
    1. [bildlich] ...
  2. 2. als Dünger dienen, wirken
eWDG

Bedeutungen

1.
den Boden mit Dünger versorgen
Beispiele:
den Acker, seinen Garten düngen
das Beet, ein junges Pflänzchen düngen
mit Mist, Kalk düngen
hier ist nur leicht gedüngt (worden)
die Schafherde, die seit gestern bei den Mangolds das Nachbarfeld düngte [ SeghersSiebtes Kreuz4,9]
bildlich
Beispiel:
gehobenjeder Fußbreit Boden ist hier mit dem Blut der gefallenen Soldaten gedüngt (= getränkt)
2.
als Dünger dienen, wirken
Beispiele:
Laub düngt (gut)
Sie … reißt das trockene Gerank der Bohnen ab und verbrennt es über den Beeten zu düngender Asche [ F. WolfGrenze5,191]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dung · düngen · Dünger
Dung m. ‘Mist’, d. h. vorwiegend natürliche Bodenzusätze zur Ertragssteigerung. Ahd. tunga f. ‘Düngung’ (Hs. 12. Jh.), mhd. tunge ‘Dünger, Düngung’, aengl. dung, engl. dung, anord. dyngja ‘Haufen’, norw. dyngja ‘Misthaufen’ haben neben sich ahd. tung m. f. ‘unterirdisches Gemach der Weberinnen’ (9. Jh.), mhd. tunc m. f. ‘unterirdisches, oben mit Dünger bedecktes Gemach zur Winterwohnung, zum Weben, zur Aufbewahrung der Feldfrüchte, Höhle unter der Erde’, asächs. dung m. ‘Webegemach’, mnd. dunk m. f., aengl. dung f. ‘Gefängnis’ und anord. dyngja f. ‘Frauengemach unter der Erde’. Nach Tacitus (Germania 16) legen die Germanen unterirdische Höhlen als Winterwohnung und Getreidespeicher an, die sie gegen Kälte und zur Tarnung gegen andringende Feinde mit einer Dungschicht bedecken. In moderner Sprache gibt es nur Dung m. in der Bedeutung ‘Mist, Dünger’, eigentlich ‘das Bedeckende’ (nach dem deckenden Material). Ausgangsform aller Bildungen ist ie. *dhengh- ‘drücken, krümmen, bedecken, worauf liegen’, wozu auch lit. deñgti ‘(be)decken, einhüllen’. In nhd. Dung hat sich als Ergebnis der binnendeutschen Konsonantenschwächung d-Anlaut durchgesetzt (18. Jh.). – düngen Vb. ‘den Boden mit Dünger versehen’, mhd. tungen, tüngen ‘düngen, bedecken, stärken’, ahd. gitungen ‘düngen’ (Hs. 12. Jh.), mnd. düngen. Dünger m. ‘Dung’ (16. Jh.), heute häufiger als Dung und vor allem von künstlichen (chemischen) Düngemitteln gebraucht, spätmhd. tunger, Nomen agentis zu düngen.

Typische Verbindungen zu ›düngen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›düngen‹.

Verwendungsbeispiele für ›düngen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es war, als habe man die Stadt gedüngt, sie begann heftig zu wachsen. [Die Zeit, 04.05.2005, Nr. 19]
Weder Felder düngen noch Hunde füttern; was bringen sie für einen Nutzen? [Die Zeit, 25.08.1978, Nr. 35]
Sie düngten damit Mais, und mit dem Mais fütterten sie Hühner. [Die Zeit, 06.07.1973, Nr. 28]
Der Bauer düngt, aber über den Mist ist er längst hinaus. [Die Zeit, 15.09.1972, Nr. 37]
Die Gärtner düngen die Bäume, dort, wo es sinnvoll ist. [Süddeutsche Zeitung, 03.01.1998]
Zitationshilfe
„düngen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/d%C3%BCngen>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
dünenartig
dümpeln
dümmlich
düfteschwer
düftereich
dünkelhaft
dünkeln
dünken
dünn
dünn behaart