düngen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungdün-gen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›düngen‹ als Erstglied: ↗Düngemittel  ·  mit ›düngen‹ als Letztglied: ↗überdüngen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
den Boden mit Dünger versorgen
Beispiele:
den Acker, seinen Garten düngen
das Beet, ein junges Pflänzchen düngen
mit Mist, Kalk düngen
hier ist nur leicht gedüngt (worden)
die Schafherde, die seit gestern bei den Mangolds das Nachbarfeld düngte [SeghersSiebtes Kreuz4,9]
bildlich
Beispiel:
gehoben jeder Fußbreit Boden ist hier mit dem Blut der gefallenen Soldaten gedüngt (= getränkt)
2.
als Dünger dienen, wirken
Beispiele:
Laub düngt (gut)
Sie ... reißt das trockene Gerank der Bohnen ab und verbrennt es über den Beeten zu düngender Asche [F. WolfGrenze5,191]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dung · düngen · Dünger
Dung m. ‘Mist’, d. h. vorwiegend natürliche Bodenzusätze zur Ertragssteigerung. Ahd. tunga f. ‘Düngung’ (Hs. 12. Jh.), mhd. tunge ‘Dünger, Düngung’, aengl. dung, engl. dung, anord. dyngja ‘Haufen’, norw. dyngja ‘Misthaufen’ haben neben sich ahd. tung m. f. ‘unterirdisches Gemach der Weberinnen’ (9. Jh.), mhd. tunc m. f. ‘unterirdisches, oben mit Dünger bedecktes Gemach zur Winterwohnung, zum Weben, zur Aufbewahrung der Feldfrüchte, Höhle unter der Erde’, asächs. dung m. ‘Webegemach’, mnd. dunk m. f., aengl. dung f. ‘Gefängnis’ und anord. dyngja f. ‘Frauengemach unter der Erde’. Nach Tacitus (Germania 16) legen die Germanen unterirdische Höhlen als Winterwohnung und Getreidespeicher an, die sie gegen Kälte und zur Tarnung gegen andringende Feinde mit einer Dungschicht bedecken. In moderner Sprache gibt es nur Dung m. in der Bedeutung ‘Mist, Dünger’, eigentlich ‘das Bedeckende’ (nach dem deckenden Material). Ausgangsform aller Bildungen ist ie. *dhengh- ‘drücken, krümmen, bedecken, worauf liegen’, wozu auch lit. deñgti ‘(be)decken, einhüllen’. In nhd. Dung hat sich als Ergebnis der binnendeutschen Konsonantenschwächung d-Anlaut durchgesetzt (18. Jh.). düngen Vb. ‘den Boden mit Dünger versehen’, mhd. tungen, tüngen ‘düngen, bedecken, stärken’, ahd. gitungen ‘düngen’ (Hs. 12. Jh.), mnd. düngen. Dünger m. ‘Dung’ (16. Jh.), heute häufiger als Dung und vor allem von künstlichen (chemischen) Düngemitteln gebraucht, spätmhd. tunger, Nomen agentis zu düngen.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Acker Alge Asche Eisen Exkrement Felder Fäkalien Gülle Klärschlamm Kompost Kot Mist Nährboden Obstbaum Pferdemist Stallmist Stickstoff anbauen begießen bewässern eggen gießen jäten mähen pflügen spritzen säen umgraben wässern überdüngen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›düngen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es war, als habe man die Stadt gedüngt, sie begann heftig zu wachsen.
Die Zeit, 04.05.2005, Nr. 19
Die Gärtner düngen die Bäume, dort, wo es sinnvoll ist.
Süddeutsche Zeitung, 03.01.1998
Gegossen wird regelmäßig und reichlich, gelegentlich auch gedüngt, aber nicht zu stark.
Reinhardt Höhn, Blumen für den Balkon: Berlin: VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag 1976, S. 38
Sobald diese das Feld verlassen, werden die Möhren behackt und gedüngt.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 238
Das Schicksal düngte nicht nur den Boden der Reiche mit Blut.
Wiechert, Ernst: Das einfache Leben, München: Ullstein Taschenbuchverl. 2000 [1946], S. 173
Zitationshilfe
„düngen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/düngen>, abgerufen am 18.10.2019.

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