dünn

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Wortbildung  mit ›dünn‹ als Erstglied: ↗Dünnbier · ↗Dünnbrettbohrer · ↗Dünndarm · ↗Dünndruck · ↗Dünnhäuter · ↗Dünnmann · ↗Dünnpfiff · ↗Dünnschiss · ↗Dünnschliff · ↗dünn behaart · ↗dünn besiedelt · ↗dünn bestrichen · ↗dünn bevölkert · ↗dünn bewachsen · ↗dünn bewimpert · ↗dünn bewohnt · ↗dünn gesät · ↗dünn machen · ↗dünnbehaart · ↗dünnbeinig · ↗dünnbesiedelt · ↗dünnbestrichen · ↗dünnbevölkert · ↗dünnbewachsen · ↗dünnbewimpert · ↗dünnbewohnt · ↗dünne machen · ↗dünnemachen · ↗dünnflüssig · ↗dünngesät · ↗dünngliedrig · ↗dünnhaarig · ↗dünnhäutig · ↗dünnlippig · ↗dünnmachen · ↗dünnschalig · ↗dünnstämmig · ↗dünnwandig
 ·  mit ›dünn‹ als Letztglied: ↗extradünn · ↗hauchdünn · ↗millimeterdünn · ↗papierdünn
 ·  formal verwandt mit: ↗verdünnen
Mehrwortausdrücke die Suppe ist zu dünn
eWDG

Bedeutung

von geringer Stärke
a)
Gegenwort zu dick
Beispiele:
ein dünner Ast, Baumstamm, Stab, ein dünnes Brett
diese Frucht hat nur eine dünne Schale, Haut
ein dünnes Buch, Heft, Blatt, Blech
etw. in dünne Scheiben schneiden
durch die dünne Wand hört man jedes Geräusch
das Eis ist so dünn, dass es sofort bricht
jmd. hat dünne Arme, Beine, Waden
ein dünner Hals
ein dünner Mensch, Mann
umgangssprachlich, scherzhafter liebt die Dünnen (= dünne Frauen)
nach der Abmagerungskur war er wesentlich dünner
Farbe, Lack, eine Schutzschicht dünn (mit einem Pinsel) auftragen
um Arthur Lees dünne (= schmale) Lippen war ein kleines Lächeln [ Feuchtw.Füchse403]
entsprechend der Bedeutung von dünnmachen
Beispiel:
umgangssprachlichsich dünn machen (= wenig Platz einnehmen)
bildlich
Beispiel:
saloppdas Brett bohren, wo es am dünnsten ist (= sich eine Arbeit bequem, leicht machen)
b)
fast durchsichtig
Gegenwort zu dicht
Beispiele:
ein dünner Vorhang, Schleier, ein dünnes Kleid
dünne Strümpfe
am Ärmel ist eine dünne (= abgenutzte) Stelle
dünnes (= schütteres) Haar
dünne (= leichte) Höhenluft
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
jmdm. durch dick und dünn (= überallhin) folgen
für jmdn., mit jmdm. durch dick und dünn gehen
schwach
Beispiele:
dünner Rauch steigt auf
dünner Regen fiel den ganzen Tag über
der Wald, das Gras ist an dieser Stelle sehr dünn
die Nordhänge sind dünner bewachsen
das ganze Gebiet ist nur dünn besiedelt, bevölkert
umgangssprachlichgute Gaststätten sind hier dünn gesät (= sind wenig vorhanden)
der Besucherstrom wurde immer dünner
diesen Luxus konnte sich nur eine dünne (= zahlenmäßig kleine) Oberschicht leisten
jmd. spricht, ruft mit dünn Stimme
zu seinen Worten lächelte sie dünn
unsere Kompanien waren schon sehr dünn geworden (= hatten sich gelichtet) [ CarossaGion146]
Damit ging Kretzschmar, von dünnem, aber anhaltendem Beifall begleitet [ Th. MannFaustus6,77]
Als sie [die Mädchen] Stanislaus sahen, wurde ihr Gesang dünn und dünner, bis er in ein Kichern umschlug [ StrittmatterWundertäter125]
c)
wenig gehaltvoll, wässrig
Beispiele:
eine dünne Suppe, Brühe, Soße
dünner Tee
dünnes Blut
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlich, abwertenddie Aussage des Buches ist sehr dünn
salopp, abwertendWar ja verdammt dünn, was ihr gestern [beim Fußballspiel] gezeigt habt [ LoestSportgesch.156]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dünn · verdünnen
dünn Adj. ‘nicht dick, mager, schmal, schwach’, ahd. thunni ‘zart, schmal, schwach, dünn’ (8. Jh.), mhd. dünne ‘dünn, zart, seicht’, asächs. thunni ‘dünn, still, untief’, mnd. dünne, mnl. dunne, nl. dun, aengl. þynne ‘dünn, mager, flüssig, schwach, arm’, engl. thin, anord. þunnr, schwed. tunn (germ. *þunwi-, wohl aus *þenu-), außergerm. aind. tanúḥ ‘dünn, klein, schwächlich’, lat. tenuis ‘dünn, fein, zart’, griech. tanaós (ταναός) ‘gestreckt, ausgedehnt, weit, lang’, aslaw. tьnъkъ ‘fein, zart’, russ. tónkij (тонкий) ‘dünn, fein, schlank’. Alle Adjektivbildungen gehören zur Wurzel ie. *ten- ‘dehnen, ziehen, spannen’ (s. ↗dehnen) und bedeuten eigentlich ‘lang gedehnt’. verdünnen Vb. ‘dünn, flüssig machen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
dünn · ↗dürr · ↗hager · ↗knochig · ↗mager · ↗schmal · ↗schmächtig  ●  ↗schlaksig  abwertend · ↗untergewichtig  medizinisch · ↗dystroph  fachspr., griechisch · ↗leptosom  fachspr. · ↗nichts auf den Rippen haben  ugs. · nichts zuzusetzen haben  ugs. · ↗spillerig  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • dünn
Synonymgruppe
dünn · ↗fragil · ↗mürbe · ↗zart · ↗zerbrechlich
Assoziationen
Synonymgruppe
ausgedünnt · dünn · ↗licht · ↗schütter · ↗spärlich
Synonymgruppe
durchsichtig · dünn · ↗gehaltlos · ↗inhaltsleer · ↗oberflächlich · ohne Tiefgang · ↗vordergründig
Assoziationen
Synonymgruppe
dünn · ↗fade · ↗lasch · ↗wässrig  ●  ↗kraftlos  fig. · ↗labberig (Kaffee, Brühe)  ugs. · ↗labbrig  ugs. · ↗schlabberig (Brei, Suppe)  ugs.
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen zu ›dünn‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dünn‹.

Verwendungsbeispiele für ›dünn‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihm zufolge sind die Ausführungen des Buches angesichts der Ereignisse im Jahr 1945 "eher dünn".
Die Zeit, 22.08.2006 (online)
Allerdings sollte man die Pfanne hinterher mit einer dünnen Ölschicht benetzen.
Der Tagesspiegel, 18.01.2005
Du schneidest einen Korken in etwa 4 mm dünne Scheiben.
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 101
Es ist sehr gefährlich, auf dem dünnen Ast sitzen die beide.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 01.08.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Mit einem eigentümlichen Lächeln reichte er mir den dünnen Band.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6998
Zitationshilfe
„dünn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/d%C3%BCnn>, abgerufen am 21.01.2021.

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