dünsten

GrammatikVerb · dünstete, hat gedünstet
Aussprache
Worttrennungdüns-ten (computergeneriert)
Wortbildung mit ›dünsten‹ als Erstglied: ↗Dünstkartoffel · ↗Dünstobst  ·  mit ›dünsten‹ als Letztglied: ↗andünsten · ↗ausdünsten · ↗eindünsten
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Nahrungsmittel in Dampf gar machen, etw. dämpfen
Beispiele:
Fisch, Gemüse, Obst, Pilze dünsten
das Fleisch 20 Minuten dünsten lassen
gedünsteter Blumenkohl
2.
einen (unangenehm) riechenden Dunst ausströmen, verbreiten
Beispiele:
Das alte, von Seewasser gebeizte Eichenholz um ihn dünstete scharf [LuserkeErzwungener Bruder70]
in der ... nach Öl und feuchtem Papier dünstenden (= riechenden) Werkstatt [St. ZweigBalzac103]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dunst · dunsten · dünsten · ausdunsten · verdunsten · dunstig · Dunstkreis · Vogeldunst
Dunst m. ‘Lufttrübung, Dampf, feiner Rauch’, ahd. thunst ‘Wind, Sturm’ (10. Jh.), mhd. dunst, tunst ‘Dampf, Dunst’, asächs. thunst ‘Dunst, Streif oder Strahl des Feuers’, mnl. donst ‘Staubmehl’ und mit n-Ausfall und Ersatzdehnung mnd. dūst, dust ‘Staub, Spreu, Hülse’, aengl. dūst ‘Staub’, engl. dust führen auf die s-Erweiterung ie. *dheus-, *dhū̌s- ‘stieben, stäuben, wirbeln’, auch ‘blasen, wehen’ der Wurzel ie. *dheu-, *dheu̯ə- ‘stieben, wirbeln’, besonders von Staub, Rauch, Dampf (s. ↗Duft). Verwandt ist außergerm. aind. dhváṁsati ‘verfällt, geht zugrunde, zerfällt zu Staub’. Insgesamt weist die zugehörige Wortgruppe aind. dhva(ṁ)s- in ihren ältesten Belegen auf die Bedeutung ‘zerstäuben, verfinstern, rauchen’. dunsten, dünsten Vb. ‘Dunst ausströmen, dampfen, mit Dampf gar kochen’, mhd. dunsten, dünsten. ausdunsten, -dünsten Vb. ‘Dunst, Geruch ausscheiden’, mhd. ūʒdunsten ‘verdunsten’. verdunsten Vb. ‘sich in Dunst auflösen, gasförmig werden’ (17. Jh.); im 18. Jh. fallen ursprünglich geschiedenes intransitives verdunsten und transitives verdünsten zusammen. dunstig Adj. ‘trübe’, ahd. thunstīg ‘stürmisch’ (10. Jh.), mhd. dunstec ‘dampfend’. Dunstkreis m. ‘Lufthülle der Erde, Ausstrahlungsbereich, (geistige) Umgebung’, Übersetzung (17. Jh.) von ↗Atmosphäre (s. d.). Vogeldunst m. feinster Schrot zur Jagd auf kleine Vögel (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
dämpfen · dünsten · ↗garen · ↗kochen · ↗schmoren
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brühe Butter Champignon Gemüse Knoblauch Knoblauchzehe Margarine Möhre Olivenöl Paprika Pfanne Rübe Saft Schalotte Weißwein Zwiebel ablöschen abtropfen andünsten ausdünsten bestreuen braten dazugeben glasig grillen hacken mitdünsten schmoren würfeln würzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dünsten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich lasse sie abtropfen und dünste sie in einer Pfanne in viel Butter.
Die Zeit, 18.08.2006, Nr. 34
Die vorbereiteten Pilze in Scheiben schneiden, im eigenen Saft dünsten, dann abtropfen lassen.
o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 81
In der Reihenfolge der Zutatenliste das Gemüse nacheinander hineingeben und dünsten.
Bild, 15.10.2004
Der Abfall liegt knöchelhoch, er klebt, es dünstet schon etwas aasig, dabei ist der Dreck noch gar nicht so alt.
Der Tagesspiegel, 22.07.2001
Schließlich packe man alles in ein leichtes Netz und lasse es lange auf kleiner Flamme dünsten.
C't, 1993, Nr. 9
Zitationshilfe
„dünsten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dünsten>, abgerufen am 22.10.2019.

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