düpieren

Grammatik Verb · düpiert, düpierte, hat düpiert
Aussprache 
Worttrennung dü-pie-ren
Herkunft Französisch
Wortbildung  mit ›düpieren‹ als Erstglied: ↗Düpierung
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben jmdn. täuschen, hereinlegen
Beispiele:
mich kannst du nicht düpieren
daß sie nicht so einfältig sei, sich düpieren zu lassen [ St. ZweigBalzac296]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

düpieren Vb. ‘täuschen, hereinlegen, foppen’, im 17. Jh. aus frz. duper ‘anführen, hintergehen, zum Narren halten’ entlehnt, das von dem Argotausdruck dupe ‘wer im Spiel getäuscht oder betrogen wird, Narr’ abgeleitet ist. Zugrunde liegt lat. upupa f. ‘Wiedehopf’, das onomatopoetisch zu dupe umgebildet ist. Der Wiedehopf gilt als ein dummer Vogel mit auffälligem Verhalten.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemanden) hinwegtäuschen (über) · düpieren · ↗hereinlegen · in die Irre führen · ↗irreführen · ↗irreleiten  ●  auf die falsche Fährte locken  fig. · auf eine falsche Fährte führen  fig. · ↗trompieren  landschaftlich, franz. · ↗täuschen  Hauptform · an der Nase herumführen  ugs., fig. · ↗anschmieren  ugs. · ↗derblecken  ugs., bair. · hinters Licht führen  ugs. · ↗reinlegen  ugs. · ↗verarschen  derb · verkaspern  ugs. · ↗veräppeln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
verletzen  ●  auf den Schlips treten  fig. · ↗brüskieren  geh. · düpieren  geh. · vor den Kopf stoßen  ugs., fig.
Assoziationen
  • (emotional) verletzen · (jemandem) weh tun · ↗(jemandem) wehtun · ↗(jemanden) treffen · im Innersten treffen  ●  ins Herz treffen  fig. · ins Mark treffen  fig. · ↗kränken  Hauptform
  • (eine) Abfuhr erteilen · (eine) Absage erteilen · (einen) abschlägigen Bescheid erteilen (Amtsdeutsch, veraltend) · (jemandem) die Tür vor der Nase zuschlagen · ↗(jemanden) abweisen · ↗ablehnen · ↗fortschicken · nicht eingehen auf · ↗verschmähen · ↗wegschicken · ↗wegweisen · ↗zurückstoßen  ●  ↗(jemanden) zurückweisen  Hauptform · abschlägig bescheiden  Amtsdeutsch · abblitzen lassen  ugs. · ↗abbügeln  ugs. · auflaufen lassen  ugs. · die kalte Schulter zeigen  ugs., fig. · einen Korb geben  ugs., fig. · in die Wüste schicken  ugs., fig. · kalt auflaufen lassen  ugs. · von der Bettkante stoßen  ugs. · zur Hölle schicken  ugs.
  • (jemandem etwas) abschlagen · (jemandem etwas) nicht durchgehen lassen · (jemandem) (die) Meinung sagen · (jemandem) Grenzen setzen · (jemandem) seine Grenzen aufzeigen · ↗(jemanden) abweisen · (jemanden) in die Schranken weisen · ↗zurechtweisen · ↗zurückweisen  ●  ↗(jemandem) (etwas) husten  ugs. · (voll) auflaufen lassen  ugs.
  • (etwas) ablehnen · ↗(etwas) verschmähen · ↗(etwas) zurückweisen · (meine) Antwort ist nein · ↗(sich einer Sache) verweigern · (sich) weigern (zu) · ↗ausschlagen (Angebot) · negativ reagieren · nicht eingehen (auf etwas) · nichts wissen wollen (von)  ●  abschlägig bescheiden (Antrag)  Amtsdeutsch · nicht zur Verfügung stehen (für)  geh.
  • blamieren · ↗bloßstellen · ↗kompromittieren · lächerlich machen · ↗vorführen · zum Gespött machen  ●  an den Pranger stellen  fig. · ↗desavouieren  geh., bildungssprachlich · mit heruntergelassener Hose dastehen lassen  ugs., fig.
  • beleidigt · ↗gekränkt · ↗giftig · ↗nachtragend · ↗pikiert · schmollend · ↗verletzt · verärgert  ●  angepiekst  ugs. · auf den Schlips getreten  ugs., fig. · eingeschnappt  ugs. · ↗sauer  ugs. · tödlich beleidigt  ugs.
  • (etwas) als persönlichen Angriff auffassen · (etwas) zu persönlich nehmen · (sich) angegriffen fühlen · (sich) in der Defensive fühlen · (sich) in der Defensive sehen · beleidigt reagieren · dünnhäutig reagieren  ●  (sich) auf den Schlips getreten fühlen  fig.
  • (jemandes) Grenzen verletzen · zu privat werden · ↗übergriffig (sein)  ●  (jemandem) zu nahe treten  Hauptform

Typische Verbindungen zu ›düpieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›düpieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›düpieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nicht zuletzt ist der Finanzminister als der heimliche Star des Kabinetts düpiert.
Süddeutsche Zeitung, 25.09.2000
Da fühlt er sich von denen düpiert, denen er helfen will.
Die Zeit, 11.07.1980, Nr. 29
Der Herzog verfolgte mit der Auszeichnung auch noch den Zweck, einen anderen zu düpieren.
Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 628
Er habe beobachtet, daß man mit solchen Tricks vielleicht 18jährige Primaner, aber nicht gewiegte Spieler düpieren könne.
Friedländer, Hugo: Der König der Spieler Rudolf Stallmann und Genossen auf der Anklagebank. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 3792
Ob er als Sterblicher mich nun düpiert oder als Gott, macht auch nicht so viel aus.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 261
Zitationshilfe
„düpieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/d%C3%BCpieren>, abgerufen am 20.09.2020.

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