dürftig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungdürf-tig
Wortbildung mit ›dürftig‹ als Erstglied: ↗Dürftigkeit  ·  mit ›dürftig‹ als Letztglied: ↗notdürftig
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
von materieller Armut zeugend, ärmlich
Beispiele:
dürftige Kleidung
dürftig gekleidet sein, leben
ein dürftiges Zimmer
dürftige Nahrung, Mahlzeiten
2.
mangelhaft, unzulänglich, nicht ausreichend
Beispiele:
dürftiges Kerzenlicht
ein dürftiges Ergebnis
eine dürftige Motivierung, Schilderung
ein dürftiger Ersatz
das Referat war etwas dürftig
dürftige Kenntnisse
die Versammlung war dürftig (= sehr wenig) besucht
ich gebrauche ein recht dürftiges Wort: wunderbar [H. Mann8,315]
kümmerlich, schwach entwickelt
Beispiele:
dürftig aussehen
ein dürftiger Wald
Herr Hippelt hatte eine dürftige (= schmächtige) Figur [ViebigErde41]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dürftig Adj. ‘ärmlich, knapp, unzureichend’, ahd. thurftīg ‘arm, bedürftig, notleidend’ (8. Jh.), mhd. dürftic, durftig, asächs. thurftig, mnd. dörftich stellen sich als Adjektivableitungen zu ahd. thurft ‘Bedürfnis, Not, Notwendigkeit’ (8. Jh.), asächs. thurft, anord. þurft, got. þaúrfts, germ. *þurfti-, ti-Abstraktum zu dem unter ↗dürfen (s. d.) behandelten Verb, nhd. noch in ↗Notdurft (s. d.) erhalten. dürftig bewahrt im Sinne von ‘ärmlich’ Reste der alten Bedeutung ‘brauchen, nötig haben’ von dürfen; für ‘notleidend’ tritt dagegen die Präfixbildung ↗bedürftig (s. d.) ein.

Thesaurus

Synonymgruppe
amusisch · ↗dröge · dürftig · ↗fantasielos · ↗nüchtern · ↗phantasielos · ↗prosaisch · ↗trocken · ↗uninspiriert
Assoziationen
Synonymgruppe
arm · ↗armselig · dürftig · ↗schmucklos
Synonymgruppe
dürftig · ↗karg · ↗kläglich · ↗knapp · ↗knausrig · ↗kärglich · ↗kümmerlich · ↗mau · ↗spärlich · ↗ärmlich
Assoziationen
Synonymgruppe
dürftig · ↗lausig · ↗nachteilig · ↗negativ · ↗schädlich · ↗ungut · ↗ungünstig · von Nachteil · ↗widrig  ●  ↗schlecht  Hauptform · zu wünschen übrig lassen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(von) schlechter Qualität · Billig... · ↗drittklassig · dürftig · ↗geringwertig · halbwertig · ↗medioker · ↗minderwertig · ↗mäßig · ↗schlecht · zweiten Ranges · ↗zweitklassig  ●  ↗billig (geringwertig)  Hauptform · (von) minderer Güte  geh. · Arme-Leute-...  ugs., fig.
Assoziationen
  • B-Ware · zweite Wahl
  • Billig... · ↗anspruchslos · auf Wühltischniveau · einfachster Machart · für den Massengeschmack · ↗niveaulos · ohne Anspruch · ohne Niveau · ohne geistigen Nährwert  ●  ↗Massenware  fig.
  • schwach · ↗übel  ●  ↗schlecht  Hauptform · ↗bescheiden  ugs., verhüllend · ↗beschissen  derb · ↗mau  ugs. · ↗mies  ugs. · nicht (so) rosig  ugs. · ↗prekär  geh.
  • Billigbier  ●  Ballerbrühe (derb)  ugs. · Pennerglück  derb · ↗Sterbehilfe  ugs., ironisch
Synonymgruppe
arm · auf öffentliche Unterstützung angewiesen · ↗bedürftig · dürftig · ↗finanzschwach · ↗hilfebedürftig · ↗mittellos · ↗notleidend · ohne das Nötigste · ↗prekär · sozial schwach · ↗unvermögend · verarmt · ↗ärmlich
Unterbegriffe
Assoziationen
  • (ein) kümmerliches Leben fristen · in ärmlichen Verhältnissen (leben) · kümmerlich leben · unter ärmlichen Bedingungen  ●  (sein) Leben fristen  Hauptform · unter äußerst bescheidenen Verhältnissen leben  positiv, verhüllend · zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig (haben)  Spruch · äußerst bescheiden leben  positiv, verhüllend · ↗vegetieren  ugs.
  • (schon) bessere Tage gesehen haben · abgewirtschaftet · an den Bettelstab gekommen · arm geworden · auf den Hund gekommen · ↗heruntergekommen · ruiniert · verarmt · verelendet  ●  in Armut abgesunken  geh. · in Armut gesunken  geh. · prekarisiert  fachspr., Jargon
  • arbeitslos (sein) · ↗arbeitssuchend · ↗beschäftigungslos · ↗erwerbslos · nicht erwerbstätig · ohne Arbeit · ohne Arbeitsverhältnis · ohne Beschäftigungsverhältnis · ↗unbeschäftigt  ●  ↗brotlos  fig. · keine Arbeit haben  variabel · ohne Job  ugs.
  • abgehalftert · ↗abgerissen · ↗abgetakelt · abgewirtschaftet · am Ende · ↗desolat · in einem schlechten Zustand · ↗marode · ↗mies · ruiniert · ↗schäbig · ↗ungepflegt · verdorben · ↗verkommen · verlottert · verludert · verlumpt · ↗verschlissen · verwahrlost · verwildert · zerfasert · zerfleddert · ↗zerlumpt · zerschlissen  ●  ↗(äußerlich) heruntergekommen  Hauptform · (herumlaufen) wie ein Penner  derb, abwertend · ↗abgefuckt  derb, jugendsprachlich · abgeranzt  ugs. · abgewrackt  ugs. · auf den Hund gekommen  ugs. · ↗gammelig  ugs. · muchtig  ugs., berlinerisch · vergammelt  ugs.
  • alles ausgegeben haben · kein Geld mehr haben · keinen Cent mehr haben · nicht einen Cent haben  ●  auf dem Trockenen sitzen  fig.
  • (einen) finanziellen Engpass haben · Geldsorgen haben · finanziell in der Klemme sitzen · gerade nicht zahlen können · in Geldnot · in finanzieller Verlegenheit (sein) · ↗klamm  ●  (bei jemandem ist) Ebbe in der Kasse  fig. · gerade kein Geld haben  variabel · (es) gerade nicht klein haben  ugs., ironisch · auf dem Trockenen Sitzen  ugs., Redensart · bei jemandem sieht es finanziell (momentan) nicht so rosig aus  ugs., variabel · in pekuniärer Verlegenheit  geh. · knapp bei Kasse  ugs. · knapp dran  ugs.
  • (bei jemandem) ist nichts zu holen · kein Geld haben · keine Arbeit haben · mittellos dastehen · mittellos sein · nichts verdienen · nichts zu beißen haben · von Luft und Liebe leben  ●  am Hungertuch nagen  ugs.
  • Armer · ↗Bettler · ↗Habenichts · Mittelloser  ●  ↗Hungerleider  auch figurativ · Knochenrappler  ugs., selten · armer Schlucker  ugs.
  • (es) nicht (so) dicke haben · nicht Rockefeller sein  ●  nicht auf Rosen gebettet (sein)  fig. · (sein) Geld nicht scheißen können  derb, fig. · nicht in Geld schwimmen  ugs., fig.
  • auf der Schattenseite des Lebens (stehen) · nicht auf der Sonnenseite des Lebens (geboren) · zu kurz gekommen (sein)  ●  (sozial) benachteiligt (sein)  Hauptform
  • abgehängt · ↗strukturschwach · wirtschaftsschwach
  • (das Geld) reicht hinten und vorne nicht · (von etwas) nicht leben und nicht sterben können · kaum über die Runden kommen (finanziell) · so gerade (eben) über die Runden kommen · ums Überleben kämpfen (müssen) · wenig verdienen  ●  jeden Cent zweimal umdrehen müssen  fig. · jeden Pfennig zweimal umdrehen müssen  veraltet, fig. · zum Leben zu wenig, und zum Sterben zu viel sein  sprichwörtlich · zum Sterben zu viel, und zum Leben zu wenig sein  sprichwörtlich
  • (nur) den Mindestlohn bekommen · (sehr) wenig verdienen · (sich) mit (...) Euro begnügen müssen · für einen Hungerlohn arbeiten · mit (...) Euro abgespeist werden  ●  schlecht bezahlt werden  Hauptform
  • (finanziell) am Ende · (seine) Rechnungen nicht mehr (be)zahlen können · ↗bankrott · ↗insolvent · ↗mittellos · ohne Geld (dastehen) · ↗pleite · ↗zahlungsunfähig  ●  ↗abgebrannt  ugs. · ↗blank  ugs. · ↗illiquid(e)  geh.
  • (nur) wenig Geld (zur Verfügung) haben · (sehr) aufs Geld achten müssen · (sich) (etwas) nicht leisten können · (sich) nichts erlauben können · (sich) nichts leisten können · haushalten müssen · sein Geld zusammenhalten (müssen)  ●  (sich) nach der Decke strecken (müssen)  fig. · keine großen Sprünge machen können  fig. · aufs Geld gucken müssen  ugs. · es nicht so dicke haben  ugs. · jeden Cent zwei mal umdrehen (müssen)  ugs. · nicht drinsitzen  ugs. · nichts zu verschenken haben  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschneiden Ausbeute Ausstattung Beweislage Bilanz Darbietung Datenbasis Datenlage Faktenlage Informationsgehalt Leistung Nachrichtenlage Plot Quellenlage Resultat Zwischenbilanz armselig ausfallen ausfällen ausgestattet ausnehmen bekleidet eher kaschieren ohnehin spielerisch vergleichsweise ziemlich äußerst überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dürftig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Angebot war nicht falsch, es fiel nur zu dürftig aus.
Der Tagesspiegel, 08.08.2001
Denn die Erfahrung mit dem Medium ist meist noch recht dürftig.
Süddeutsche Zeitung, 27.10.1997
In der dürftigen Kate sollte ihr Platz nicht mehr sein.
Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 346
Eine so strenge Ausübung der K. ist natürlich die Folge dürftiger Seelsorge.
Bavinck, J. H.: Kirchenzucht. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 15351
So lange das nicht errungen ist, haben wir nur ein dürftiges Fragment.
Corinth, Lovis: Selbstbiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1926], S. 30276
Zitationshilfe
„dürftig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dürftig>, abgerufen am 22.02.2019.

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