Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

dürsten

Grammatik Verb · dürstet, dürstete, hat gedürstet
Aussprache  [ˈdʏʁstn̩]
Worttrennung dürs-ten

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [dichterisch] ⟨jmdn. dürstet (es), jmd. dürstet⟩ jmd. hat Durst
  2. 2. [gehoben, übertragen] ⟨jmd. dürstet nach etw., jmdn. dürstet (es) nach etw.⟩ jmd. hat heftiges Verlangen, Begierde nach etw.
eWDG

Bedeutungen

1.
dichterisch jmdn. dürstet (es), jmd. dürstetjmd. hat Durst
Beispiele:
Wenn uns dürstet, / Trinken wir die weißen Wasser des Teichs [ TraklDichtungen81]
Gleich einem Regenguß auf ein dürstendes Saatfeld wirkte dieses Schreiben auf den afrikanischen Redner [ RaabeII 1,209]
2.
gehoben, übertragen jmd. dürstet nach etw., jmdn. dürstet (es) nach etw.jmd. hat heftiges Verlangen, Begierde nach etw.
Beispiele:
nach Wahrheit, Gerechtigkeit, Freiheit, Schönheit, Ehre, Ruhm, nach einem freundlichen Wort dürsten
es dürstete ihn, ihn dürstete nach Blut, Rache
ach, ich dürstete und schmachtete nach diesem Glücke [ Stifter1,471]
Er dürstet danach, Humanität bewähren zu dürfen [ SchweitzerAus meinem Leben156]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Durst · dürsten · dursten · durstig
Durst m. ‘Bedürfnis zu trinken’, ahd. thurst ‘Durst, Dürre’ (9. Jh.), mhd. durst, asächs. thurst, mnd. dorst(e), mnl. nl. dorst, aengl. þurst, engl. thirst, anord. þorsti, schwed. törst (germ. *þurstu-) sind Abstrakta zu einem in got. gaþaírsan ‘verdorren’ (s. dörren) erhaltenen starken Verb, während got. þaúrstei ‘Durst’ als Adjektivabstraktum ein altes Partizipialadjektiv auf -to voraussetzt, wie es in aind. tṛṣṭáḥ (s. dürr, wo die weitere Etymologie), lat. tostum (s. Toast) vorliegt. dürsten, seltener dursten Vb. ‘Durst haben, trinken wollen’, ahd. thursten (9. Jh.), mhd. dürsten, dursten, asächs. thurstian, mnd. dörsten, mnl. nl. dorsten, aengl. þyrstan, engl. to thirst, anord. þyrsta, schwed. törsta (germ. *þurstjan); dagegen mit anderer Bildungsweise (wie aind. tṛ́ṣyati, s. dürr) got. þaúrsjan ‘dürsten’. durstig Adj. ‘von Durst geplagt’, ahd. thurstag (9. Jh.), mhd. durstec, mnd. dörstich.

Thesaurus

Synonymgruppe
der Hoffnung sein · dürsten · erhoffen · erwarten

Typische Verbindungen zu ›dürsten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dürsten‹.

Verwendungsbeispiele für ›dürsten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch Blut schreckt sie, und mehr als nach Prestige dürstete es sie nach Wissen. [Die Zeit, 02.12.2002 (online)]
Sie fühlen sich gleichwohl nicht abgeschlafft; es dürstet sie nach weiteren Taten. [Die Zeit, 11.11.1977, Nr. 46]
Die Anhänger des TSV dürsten danach, dem roten Nachbarn etwas entgegenzusetzen. [Süddeutsche Zeitung, 25.11.2004]
Dann schon mürrischer, sie sei jetzt unaufmerksam, außerdem dürste sie. [Süddeutsche Zeitung, 09.06.1998]
Diese Frau hungert und dürstet nach Information; sie verlangt nach irgendwelchen Zeichen, die ihr erlauben, sich ein Bild von ihrem verlorenen Kind zu machen. [Die Zeit, 20.01.1986, Nr. 03]
Zitationshilfe
„dürsten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/d%C3%BCrsten>.

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