düster

GrammatikAdjektiv
Worttrennungdüs-ter
Wortbildung mit ›düster‹ als Erstglied: ↗Düsterkeit  ·  mit ›düster‹ als Grundform: ↗Düster · ↗Düsterheit
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
ziemlich dunkel
a)
Beispiele:
die Lampe verbreitet nur einen düsteren Schein
so ein düsteres Licht!
Es war Abend geworden, düster [MundstockMann14]
Steck das Licht wieder an, mir ist im Düstern angst [Löns8,188]
Es war ein düsterer Spätherbsttag [Löns8,466]
bildlich
Beispiel:
von diesem düsteren Hintergrund hob sich um so leuchtender ab das Bild der Zukunft [PolenzBüttnerbauer1,415]
b)
übertragen ziemlich dunkel und etwas unheimlich, bedrückend wirkend
Beispiele:
ein düsteres Haus
ein düsterer Gang
eine hohe, düstere Mauer
ein düsterer Wald
eine düstere Landschaft
düstere Farben
ziemlich unklar
Beispiel:
eine düstere Ahnung von etw. haben
ziemlich dunkel und verdächtig
Beispiel:
eine düstere Angelegenheit, Sache
2.
finster; verschlossen und gedrückt, schwermütig und etwas unheimlich wirkend
Beispiele:
ein düsterer Mensch
er hat ein düsteres Wesen
düster aussehen
düster lächeln
er starrte düster vor sich hin
jmdn. düster ansehen
ein düsteres Schweigen
ein düsterer Blick
ein düsteres Gesicht
eine düstere Miene
düstere Augen
Der düstre Räuber und der heitre Spielmann [SchillerTellIV 3]
Es hatte mitunter etwas Unheimliches an sich, wenn […] sein Gesicht düster wurde [WelkBulle33]
unerfreulich
Beispiele:
düstere Gedanken
Trist, düster und böse wurde es nach und nach im Hause [O. M. GrafMitmenschen121]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

düster · duster · Düsternis · verdüstern
düster, duster Adj. ‘dunkel, unfreundlich’, aus dem Nd. Die westgerm. Adjektivformen asächs. thiustri, niederrhein. dūster (12. Jh.), mnd. dǖster ‘finster, trübe, unklar, zweifelhaft’, nd. dǖster, duster, mnl. duuster, nl. duister, afries. thiustere, aengl. þēostor, þēostre, þīestre (westgerm. *þiustria-) sind wohl verwandt mit anord. þoka ‘Nebel’, russ. túsklyj (тусклый) ‘trübe, matt’, serbokr. nàtuštiti se ‘sich umwölken’. Setzt man eine Vorstellung ‘anschwellender Nebel, zunehmende Dunkelheit’ voraus, so ist Anschluß an die Wurzel ie. *tē̌u-, *teu̯ə-, *tū̌- ‘schwellen’ (s. ↗Daumen, ↗tausend) möglich, eventuell (für alle Formen) über eine Gutturalerweiterung. Düsternis f. ‘Dunkelheit, Finsternis’, mhd. dusternisse. verdüstern Vb. ‘dunkel werden’, mhd. verdustern ‘verfinstern’.

Thesaurus

Synonymgruppe
dunkel · düster · ↗finster · ↗schwarz
Assoziationen
Synonymgruppe
bedrückend · deprimierend · dämpfend · düster · ↗erdrückend · ernüchternd · im Argen (liegen) · niederdrückend · zermürbend
Synonymgruppe
abartig · düster · ↗geschmacklos · ↗grausig · ↗makaber · ↗pietätlos · ↗respektlos · ↗schauderhaft · ↗schauerlich
Assoziationen
Synonymgruppe
(düster) dräuend (pseudoliterarisch) · ↗bedrohlich · beklemmend · ↗beunruhigend · drohend · düster · ↗finster · ↗unheildrohend · ↗unheilschwanger · ↗unheilvoll · ↗unheimlich  ●  creepy  engl.
Assoziationen
Synonymgruppe
angestrengt · düster · ↗entschlossen · ↗ernst · ↗finster · ↗grimmig · ↗streng · ↗verbissen  ●  ↗grimm (altertümelnd oder ironisierend)  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
düster · ↗elbisch · ↗finster · ↗geheimnisvoll · ↗jenseitig · ↗sagenumwoben · ↗unheimlich · ↗unirdisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ahnung Andeutung Atmosphäre Ausblick Aussicht Bilanz Bild Farbe Kapitel Konjunkturaussicht Miene Perspektiv Perspektive Prognose Prophezeiung Schatten Stimmung Szenario Szenarium Vision Vorahnung Voraussage Vorhersage Wolke Zukunftsaussicht Zukunftsbild Zukunftsvision aussehen eher ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›düster‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und dem gewöhnlichen Leser soll einfach eine spannende Story aus Frankreichs düsteren Jahren dargereicht werden.
Die Welt, 20.03.2004
Es ist spät am Vormittag, draußen ist es schon ziemlich düster.
Der Tagesspiegel, 27.12.2001
Aber er war, zwar vorderhand noch nicht für jeden merklich, zweifellos düsterer geworden.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3591
Sprich während des Tanzes nicht viel, lache nicht, schaue aber auch nicht zu düster drein.
Roeder, Fritz: Anstandslehre für den jungen Landwirt, bes. f. d. Schüler landwirtschaftl. Lehranstalten. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1929], S. 17172
Dann hätte man zu früh gejubelt und abermals lagerten sich düstere Schatten um das festlich geschmückte Haus!
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 25752
Zitationshilfe
„düster“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/düster>, abgerufen am 16.11.2018.

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