daddeln

GrammatikVerb · daddelt, daddelte, hat gedaddelt
Aussprache
Worttrennungdad-deln
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2018

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich, (besonders) norddeutsch jmd. daddelt [an einem Spielautomaten]am Spielautomaten spielen
Beispiele:
Alle Gäste laufen in den gleichen Shorts und Shirts herum, es gibt Chips und Cola, und an den Spielautomaten wird gedaddelt. [Süddeutsche Zeitung, 06.11.2015]
Experten wie der Bremer Rechtspsychologe Gerhard Meyer schätzen, dass es in Deutschland bis zu 290000 Spielsüchtige gibt. Und die meisten spielen nicht Roulette oder Lotto, sie daddeln am Automaten. [Süddeutsche Zeitung, 24.02.2010]
[…] Doch warum gehen die Menschen überhaupt in Spielotheken, um dort an Geld- und Unterhaltungsautomaten zu »daddeln«, wie es umgangssprachlich heißt? [Welt am Sonntag, 03.06.2007, Nr. 22]
Ich habe mich von den anderen zurückgezogen, bin öfter abends in die Kneipe gegangen, habe drei Bier getrunken, aber drei Stunden lang gedaddelt. [die tageszeitung, 09.07.1990]
Es gibt heute in den Großstädten der westlichen Industrienationen eine Schicht von Jugendlichen, […] die Stunden und halbe Tage und Nächte damit verbringt, in Spielotheken zu stehen und zu daddeln. [konkret, 2000 [1983]]
übertragen, umgangssprachlich jmd. daddelt [auf dem Computer, Handy ö. Ä.]auf der Spielkonsole, dem Computer, Smartphone o. Ä. spielenQuelle: DWDS, 2018
Beispiele:
Heute daddeln in der U-Bahn Frauen wie Männer, Kinder wie Senioren auf ihren Smartphones und Tablets. [Süddeutsche Zeitung, 05.03.2016]
Browser-Spiele müssen nicht einmal heruntergeladen werden, eine kurze Anmeldung reicht, dann kann gedaddelt werden. [Der Spiegel, 21.05.2012, Nr. 21]
Heute macht neben übermäßigem Fernsehkonsum der Kids vor allem das »Daddeln« am Computer Eltern und Lehrern Sorge. [Die Zeit, 12.12.1997, Nr. 51]
Kinder und Schüler auf der ganzen Welt daddeln am Gameboy, und amerikanische Kids […] verbringen schon heute mehr Zeit in ihrer persönlichen Elektroniksphäre (Videospiele, Fernsehen, Radio, CDs) als mit Freunden oder in der Schule […]. [Der Spiegel, 12.12.1994, Nr. 50]
2.
übertragen, umgangssprachlich, (leicht) abwertend jmd. daddelt [auf einem Musikinstrument]kunstlos, wild auf einem Musikinstrument spielenQuelle: DWDS, 2018
Beispiele:
Auf »Solo Orchestra« nämlich daddelt Greene wie ein losgelassener freier Pianist auf Synthesizern, die wie in den Anfangstagen des Moogs klanglich noch Orchester simulieren. [Der Tagesspiegel, 31.05.2001]
Desrun ist 15 Jahre alt, talentiert und mag elektronische Musik. […] So hat er sich an Papas Keyboard gesetzt, hat Logic angeworfen und fing an zu daddeln. [Der Flötenfrosch, 13.09.2013, aufgerufen am 15.02.2017]
Danach daddelt Helge wieder quälend auf der Gitarre, allerlei Mühe darauf verwendend, seinen billigen Witz sofort zu zerstören. Als Musiker verschludert er seine Einsätze, zerpflückt Töne und Tempo, als wären ihm seine Mitspieler herzlich egal. [Berliner Zeitung, 12.10.1999]
3.
übertragen, umgangssprachlich, abwertend jmd. daddelt [mit einem (Fuß-)Ball]einen Ball spielerisch, lässig mit dem Fuß bewegenQuelle: DWDS, 2018
Beispiele:
Es geht bloß darum, geschmeidig den Ball zu führen, […] zu dribbeln, zu daddeln und dabei gut auszusehen. [Süddeutsche Zeitung, 03.07.2004]
Männer daddeln mit den herumliegenden Bällen, Frauen staksen kichernd dagegen. [Braunschweiger Zeitung, 24.02.2011]
[…] dann daddelt irgend eine Gurke gerade den Ball ins Netz […]. »Hammertor!!« [Braunschweiger Zeitung, 15.12.2008]

Thesaurus

Synonymgruppe
spielen (am Computer)  ●  daddeln  ugs. · ↗gamen  ugs. · ↗zocken  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Computer herum

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›daddeln‹.

Zitationshilfe
„daddeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/daddeln>, abgerufen am 15.11.2018.

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