Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

dampfen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung damp-fen
Wortbildung  mit ›dampfen‹ als Erstglied: Dampfer  ·  mit ›dampfen‹ als Letztglied: abdampfen · andampfen · aufdampfen · ausdampfen · eindampfen · herandampfen
 ·  mit ›dampfen‹ als Grundform: verdampfen
Mehrwortausdrücke  die Kacke ist am Dampfen
eWDG

Bedeutungen

1.
Dampf entwickeln, von sich geben
Beispiele:
heißes Wasser, die Suppe dampft
der Kaffee dampft in den Tassen
dampfende Kartoffeln
eine dampfende Schüssel
ein dampfendes Glas
der Atem dampft vorm Mund
unsere Pferde verschnauften in der Heide und dampften aus Nüstern und Flanken [ Droste-Hülsh.949]
Nebel bilden
Beispiele:
die Wiese, das Moor, Feld, die Erde, der Garten dampft
aus den Tälern, Niederungen dampft der Nebel
bildlich
Beispiele:
Da fing die Frau zu schimpfen an, daß es dampfte [ SeghersSiebtes Kreuz4,281]
Die Welt dampft von Angst und Blut [ RemarqueSchwarzer Obelisk341]
2.
salopp mit einem von Dampf betriebenen Verkehrsmittel fahren
Beispiele:
mit dem Schiff, Zug nach L dampfen
Er … dampfte als Gentleman nach London [ Kellerm.Tunnel90]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dampf · dämpfen · dampfen · Dämpfer · Dampfschiff · Dampfer · Dampfmaschine
Dampf m. ‘Dunst, Nebel’. Das westgerm. Substantiv ahd. thamph (10. Jh.), mhd. dampf, tampf ‘Dampf, Dunst, Rauch’ (daneben mit anderer Stammbildung ahd. thampho, 11. Jh., thempho, Hs. 13. Jh., mhd. dampfe ‘schwerer Katarrh, krankhafter Erstickungszustand’, im Nhd. in Form und Flexion mit Dampf zusammenfallend; s. auch dumpf) und gleichbed. mnd. mnl. nl. afries. engl. damp (westgerm. *damp-) gehört als ablautende Bildung zu einem in mhd. frühnhd. dimpfen ‘dampfen, rauchen’ erhaltenen starken Verb, das sich (mit p-Erweiterung im Germ.) zu der auch für dunkel (s. d.) sowie für aind. dhámati ‘bläst’, mir. dem ‘dunkel, schwarz’, aslaw. dǫti ‘blasen, fauchen’, russ. dut’ (дуть) ‘blasen, wehen’ oder das erste Kompositionsglied von griech. themerṓpis (θεμερῶπις) ‘finster blickend, mit ernstem Gesicht’ vorauszusetzenden Wurzel ie. *dhem(ə)- ‘blasen, dampfen, rauchen, dunkel’ stellt. dämpfen Vb. ‘abschwächen, mildern’, auch ‘mit Dampf behandeln, gar machen’, ahd. themphen (8. Jh.), mhd. dempfen ‘würgen, ersticken, unterdrücken, auslöschen’ (spätmhd. außerdem ‘abschwächen, mildern’) ist eine Kausativbildung zu dem in mhd. frühnhd. dimpfen (s. oben) vorliegenden Verb; in der jüngeren Bedeutung ‘mit Dampf, Rauch behandeln’ (15. Jh.) schließt es sich an das Substantiv Dampf an, von dem auch dampfen Vb. ‘Dampf entwickeln, abgeben’ (Mitte 17. Jh.) abgeleitet ist. Dämpfer m. ‘Vorrichtung zum Abschwächen des Tones und zur Veränderung des Klanges bei Musikinstrumenten’ (2. Hälfte 18. Jh.), als Gerätebezeichnung zu dämpfen ‘abschwächen, mildern’ gebildet (zuvor Nomen agentis im Sinne von ‘Unterdrücker, Bezwinger’, 16./17. Jh.), übertragen in der Wendung einen Dämpfer aufsetzen ‘in die Schranken weisen, mäßigen’. Dampfschiff n. ‘mit Dampf betriebenes Schiff’ (um 1815), nach engl. steamship; dazu (wie engl. steamer) die Kurzform Dampfer m. (Mitte 19. Jh.), anfangs auch Dämpfer, so später noch vereinzelt im Obd., während sich die umlautlose Form unter nd. Einfluß durchsetzt. Dampfmaschine f. ‘mit Wasserdampf betriebene Kraftmaschine’ (Lichtenberg 1775), Übersetzung von engl. steam-engine; schon vorher (seit Mitte 18. Jh.) gelegentlich Bezeichnung für andere technische Hilfsmittel.

Thesaurus

Synonymgruppe
dampfen · dunsten
Synonymgruppe
dampfen · e-rauchen  ●  vapen  engl.
Assoziationen
  • E-Shisha · elektrische Zigarette · elektronische Zigarette  ●  E-Zigarette  Hauptform · Dampfe  ugs. · Dampfgerät  ugs. · E-Tschick  ugs., österr.

Typische Verbindungen zu ›dampfen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dampfen‹.

Verwendungsbeispiele für ›dampfen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Endlich war die Arbeit getan und der Zug dampfte zurück. [Bodenreuth, Friedrich [d.i. Jaksch, Friedrich]: Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1938 [1937], S. 169]
Und so geschah es, im Monat Juni dampften sie ab nach dem schönen Harz. [Viersbeck, Doris: Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8191]
Im Garten seines komfortablen Bungalows dampft das ganze Jahr über ein beheizter Swimming‑pool. [Die Zeit, 14.10.1977, Nr. 42]
Ganz heiß kommen sie auf den Tisch, das Öl dampft geradezu. [Süddeutsche Zeitung, 05.02.1996]
Er muß loyal sein, aber in ihm dampft es oft. [Die Zeit, 11.04.1997, Nr. 16]
Zitationshilfe
„dampfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dampfen>.

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