dankbar

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungdank-bar
Wortzerlegungdanken-bar
Wortbildung mit ›dankbar‹ als Erstglied: ↗Dankbarkeit  ·  mit ›dankbar‹ als Letztglied: ↗undankbar
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
von Dank erfüllt
Beispiele:
jmdm. dankbar die Hand drücken
jmdn. dankbar anblicken, anlächeln
etw. dankbar anerkennen, begrüßen
ein dankbarer Blick
jmdm. eine dankbare Erinnerung bewahren
er ist für jede Ablenkung dankbar (= voll Dank)
er hat ein dankbares Herz (= er ist zu Dank fähig und bereit)
umgangssprachlicher ist eine dankbare Seele (= er ist zu Dank fähig und bereit)
Ich weiß ... nichts Besseres zu tun, als Ihre und Ihres Herrn Sohnes Offerte dankbarst zu akzeptieren [Th. MannBuddenbrooks1,259]
Aber einer so dankbaren Natur wie Balzac Geld zu leihen war niemals ein schlechtes Geschäft [St. ZweigBalzac166]
zu Dank verpflichtet
Beispiele:
ich bin dir unendlich, tief dankbar
dafür ist er dir ewig dankbar
erkenntlich
Beispiel:
sich dankbar zeigen, erweisen
2.
übertragen lohnend
Beispiele:
eine dankbare Arbeit, Aufgabe, Rolle
ein dankbares Thema
ein dankbares (= aufnahmebereites) Publikum
umgangssprachlichein dankbarer (= strapazierfähiger)(Kleider)stoff
umgangssprachlichder Anzug ist dankbar im Tragen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dank · dank · danken · dankbar · abdanken · Abdankung
Dank m. ‘Gefühl der Verpflichtung, Erkenntlichkeit’, ahd. thanc (8. Jh.), mhd. danc, asächs. thank, mnd. dank, mnl. danc, nl. dank, afries. thonc, thanc, aengl. þanc, engl. thanks (Plur.), anord. þǫkk, got. þagks (germ. *þanka-). Die Substantive sind Verbalnomina zu dem unter ↗denken (s. d.) behandelten Verb. Das ahd. Substantiv ist sowohl in den Bedeutungen ‘Gedanke’ und ‘Wille, Absicht’ wie auch in der im Nhd. überwiegenden Anwendung ‘dankbare Gesinnung, Erkenntlichkeit’ bezeugt. Ausgangspunkt für diese in der Gegenwart allein herrschende Bedeutung ist das Denken an eine empfangene Wohltat. dank Präp. ‘infolge, wegen’ (Ende 19. Jh.); voraus gehen Verbindungen des Substantivs mit Dativobjekten, Dank (sei) jmdm., einer Sache, die seit dem 18. Jh. ihren parenthetischen Charakter verlieren und zunehmend kausal verwendet werden. danken Vb. ‘Dank aussprechen’, ahd. thankōn (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. danken, asächs. thankon, afries. thonkia, aengl. þancian, engl. to thank, anord. þakka, abgeleitet vom Substantiv. Seit dem Ahd. geläufig in der Verbindung jmdm. (mit Worten) danken, wobei das, wofür gedankt wird, ursprünglich im Genitiv steht. In der Konstruktion jmdm. (einer Sache, einem Umstand) etw. danken (seit etwa 1200) nimmt danken die Bedeutung ‘verdanken’ an. dankbar Adj. ‘von Dank erfüllt, erkenntlich’, auch ‘angenehm, lohnend, zufriedenstellend’, mhd. dancbære ‘Geneigtheit hervorbringend, angenehm, von Dank erfüllt’; vgl. ahd. thancbāri ‘begünstigt’ (10. Jh.), dagegen unthancbāri ‘undankbar’ (9. Jh.). abdanken Vb. ‘von einem Amt zurücktreten’ (16. Jh.); ebenso alt ist der heute verblassende transitive Gebrauch ‘den Abschied geben, entlassen’. Abdankung f. ‘Entlassung’ (16. Jh.), ‘Rücktritt’ (17. Jh.); ‘Trauerfeier’ (17. Jh.; noch schweiz.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) Dank wissen · (jemandem) verbunden · Dank schulden · dankbar (sein) · voller Dankbarkeit · von Dank erfüllt · von Dankbarkeit erfüllt
Assoziationen
  • (etwas / jemanden) belohnen · (etwas) vergelten (veraltet od. regional) · (jemandem etwas) Gutes tun · (sich) erkenntlich zeigen · ↗(sich) revanchieren · Dankbarkeit zeigen · ↗wieder gutmachen  ●  ↗(jemandem etwas) danken  geh. · ↗(jemandem etwas) lohnen  geh., veraltet, regional
  • danke Ihnen! · danke dir! · danke schön · danke sehr · danke vielmals · ich habe zu danken · vielen Dank · vielen lieben Dank · wir haben zu danken  ●  ↗danke  Hauptform · Firma dankt!  ugs., Spruch · Gott vergelt's  ugs. · besten Dank  ugs. · heißen Dank  ugs. · herzlichen Dank  ugs. · lieben Dank  ugs. · man dankt  ugs. · ↗merci  ugs. · verbindlichsten Dank  ugs. · vergelt's Gott  ugs.
  • (jemandem) erkenntlich · (jemandem) verbunden · (jemandem) verpflichtet · Dank schulden · zu Dank verpflichtet · zu danken haben
  • (jemandem) Dank aussprechen · (jemandem) Dank sagen · (seinen) Dank ausdrücken · (seinen) Dank bekunden · (seinen) Dank äußern · ↗(sich) bedanken · Dank abstatten · Dank zollen  ●  ↗danken  Hauptform
  • dankenswerterweise · wofür (wir ihm/ihr) alle sehr dankbar sind · zu unserem großen Dank
Antonyme
  • dankbar (sein)

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abnehmer Aufbaugegner Aufgabe Beifall Objekt Publikum Sujet Zuhörer annehmen aufgreifen begrüßen besonders dafür demütig ehrend eigentlich entgegennehmen erleichtert froh geradezu gewiß glücklich ich nicken sehr stolz vermerken zutiefst äußerst überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dankbar‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie sei dankbar für die zweite Chance, die sie bekommen habe, wiederholte sie.
Die Zeit, 21.05.2012, Nr. 21
Man müsse der Regierung dankbar sein, daß sie die zweite Art der Integration abgelehnt habe.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1959]
Jeder kann einmal in die Lage kommen, von diesem Entgegenkommen in schwierigen Situationen dankbar Gebrauch machen zu müssen.
Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 299
Erst kurz vor der Nacht verließ er sie, glückselig, dankbar.
Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9538
Zitationshilfe
„dankbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dankbar>, abgerufen am 14.12.2019.

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