Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

danken

Grammatik Verb · dankt, dankte, hat gedankt
Aussprache  [ˈdaŋkn̩]
Worttrennung dan-ken
GrundformDank
Wortbildung  mit ›danken‹ als Erstglied: Dankaltar · Dankeschön · Dankgebet · Dankopfer · dankbar
 ·  mit ›danken‹ als Letztglied: abdanken · verdanken  ·  mit ›danken‹ als Grundform: bedanken
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdm. seinen Dank aussprechen, sein Dankgefühl durch Wort oder Tat zu erkennen geben
Beispiele:
jmdm. herzlich, von Herzen, überschwänglich, verbindlichst danken
ich kann Ihnen nicht genug danken
für jmds. Mühe, Entgegenkommen, für eine Auskunft, Auszeichnung, Einladung, ein Geschenk danken
Gott (auf den Knien) danken
umgangssprachlichGott sei's gedankt!
etw. dankend annehmen, erhalten
er lässt danken
höflich danke (schön, sehr)! (= drückt Annahme oder Ablehnung einer Freundlichkeit, eines Angebots aus)
Grammatik: mit Dativ bzw. mit Akkusativ
Beispiele:
niemand dankt dir deine Mühe
kein Mensch dankte ihr ihre Arbeit
umgangssprachlich danke der Nachfrage
Grammatik: mit Genitiv
jmds. Gruß erwidern
Beispiele:
er dankte freundlich, höflich
wenn er auf seinen Gruß nur kühl dankte [ KischMarktplatz206]
salopp, spöttisch etw. zurückweisen, ablehnen
Beispiele:
ich danke (bestens) für einen solchen Rat!
na, ich danke!
salopp danke für Backobst, für Obst und Südfrüchte! (= ich lehne das ab!)
2.
jmdm. etw. verdanken
Beispiele:
ich danke ihm mein Leben
das ist seinem Wirken, Fleiß, seiner Arbeit zu danken
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dank · dank · danken · dankbar · abdanken · Abdankung
Dank m. ‘Gefühl der Verpflichtung, Erkenntlichkeit’, ahd. thanc (8. Jh.), mhd. danc, asächs. thank, mnd. dank, mnl. danc, nl. dank, afries. thonc, thanc, aengl. þanc, engl. thanks (Plur.), anord. þǫkk, got. þagks (germ. *þanka-). Die Substantive sind Verbalnomina zu dem unter denken (s. d.) behandelten Verb. Das ahd. Substantiv ist sowohl in den Bedeutungen ‘Gedanke’ und ‘Wille, Absicht’ wie auch in der im Nhd. überwiegenden Anwendung ‘dankbare Gesinnung, Erkenntlichkeit’ bezeugt. Ausgangspunkt für diese in der Gegenwart allein herrschende Bedeutung ist das Denken an eine empfangene Wohltat. – dank Präp. ‘infolge, wegen’ (Ende 19. Jh.); voraus gehen Verbindungen des Substantivs mit Dativobjekten, Dank (sei) jmdm., einer Sache, die seit dem 18. Jh. ihren parenthetischen Charakter verlieren und zunehmend kausal verwendet werden. danken Vb. ‘Dank aussprechen’, ahd. thankōn (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. danken, asächs. thankon, afries. thonkia, aengl. þancian, engl. to thank, anord. þakka, abgeleitet vom Substantiv. Seit dem Ahd. geläufig in der Verbindung jmdm. (mit Worten) danken, wobei das, wofür gedankt wird, ursprünglich im Genitiv steht. In der Konstruktion jmdm. (einer Sache, einem Umstand) etw. danken (seit etwa 1200) nimmt danken die Bedeutung ‘verdanken’ an. dankbar Adj. ‘von Dank erfüllt, erkenntlich’, auch ‘angenehm, lohnend, zufriedenstellend’, mhd. dancbære ‘Geneigtheit hervorbringend, angenehm, von Dank erfüllt’; vgl. ahd. thancbāri ‘begünstigt’ (10. Jh.), dagegen unthancbāri ‘undankbar’ (9. Jh.). abdanken Vb. ‘von einem Amt zurücktreten’ (16. Jh.); ebenso alt ist der heute verblassende transitive Gebrauch ‘den Abschied geben, entlassen’. Abdankung f. ‘Entlassung’ (16. Jh.), ‘Rücktritt’ (17. Jh.); ‘Trauerfeier’ (17. Jh.; noch schweiz.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) Dank aussprechen · (jemandem) Dank sagen · (seinen) Dank ausdrücken · (seinen) Dank bekunden · (seinen) Dank äußern · (sich) bedanken · Dank abstatten · Dank zollen  ●  danken  Hauptform
Assoziationen
  • (jemandem) Dank wissen · (jemandem) verbunden · Dank schulden · dankbar (sein) · voller Dankbarkeit · von Dank erfüllt · von Dankbarkeit erfüllt
  • danke Ihnen! · danke dir! · danke schön · danke sehr · danke vielmals · ich habe zu danken · vielen Dank · vielen lieben Dank · vielen vielen Dank! · wir haben zu danken  ●  danke  Hauptform · (ganz) herzlichen Dank  ugs. · Firma dankt!  ugs., Spruch · Gott vergelt's  ugs. · besten Dank  ugs. · heißen Dank  ugs. · lieben Dank  ugs. · man dankt  ugs. · merci  ugs. · verbindlichsten Dank  ugs. · vergelt's Gott  ugs.
  • Aber bitte gerne! · Aber gerne (doch)! · Aber nicht doch! (höflich) · Bitte sehr · Das war (doch) (ganz) selbstverständlich. · Gern geschehen · Gerne wieder · Jederzeit! · Nichts zu danken · bitte schön · immer wieder gerne! · keine Ursache  ●  bitte! (Reaktion auf 'danke!')  Hauptform · (Das) geht (schon) in Ordnung  ugs. · (Ist) nicht der Rede wert  ugs. · Da nich(t) für  ugs., norddeutsch · Es war mir ein Vergnügen!  geh. · Gerne!  ugs., Hauptform · Ist okay  ugs. · Komm schon  ugs. · Lass (mal) gut sein  ugs. · Lass stecken  ugs. · Passt schon  ugs., süddt. · Schon gut  ugs. · Schon okay  ugs. · Wofür hat man (denn) Freunde!  ugs., Spruch, variabel · Wofür?  ugs. · kein Ding  ugs. · kein Problem  ugs. · kein Thema  ugs.
Synonymgruppe
(etwas / jemanden) belohnen · (etwas) vergelten (veraltet od. regional) · (jemandem etwas) Gutes tun · (sich) erkenntlich zeigen · (sich) revanchieren · Dankbarkeit zeigen · wieder gutmachen  ●  (es jemandem) danken  geh. · (jemandem etwas) lohnen  geh., veraltet, regional
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›danken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›danken‹.

Verwendungsbeispiele für ›danken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man die betreffenden Sitze passiert hat, dankt man ebenso korrekt. [Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 264]
Als ich die zertrümmert hatte, dankte es mir meine Frau. [Lehmann, Arthur-Heinz: Mensch, sei positiv dagegen!, Dresden: Heyne 1939 [1939], S. 8]
Wir danken Ihnen noch einmal, dass Sie zu uns gekommen sind. [o. A.: Großkundgebung auf der sechsten Reichstagung der Auslandsdeutschen in der Stuttgarter Stadthalle, 03.09.1938]
Ich danke dir, daß du mich nicht gefressen hast, sagt man zu einem, der gähnt, ohne die Hand vor den Mund zu halten. [Röhrich, Lutz: fressen. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 22525]
Daß es zu solchen Bildungen überhaupt kam, ist Luthers befreiender Tat zu danken. [Maurer, W.: Reformation. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 544]
Zitationshilfe
„danken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/danken>.

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