dar-

GrammatikAffix
Wortbildung mit ›dar-‹ als Erstglied: ↗darbieten · ↗darbringen · ↗darleben · ↗darlegen · ↗darleihen · ↗darreichen · ↗darstellen · ↗dartun · ↗darweisen · ↗darzeigen
 ·  mit ›dar-‹ als Letztglied: ↗immerdar
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Grammatik: adverbiell, erscheint statt da- in Pronominaladverbien, deren zweiter Teil vokalisch anlautet
Synonym zu da- (I)
2.
Bedeutung »hin-« vielfach verblasst
Grammatik: verbal, nicht produktiv und stets betont
Beispiel:
darbringen, darlegen, darreichen, darstellen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dar- · daran · dran · darüber · drüber
dar- Das alte Adverb dar, ahd. thara (8. Jh.), mhd. dare, dar ‘dorthin, dahin, bis auf diese Zeit’ gehört zum Pronominalstamm ie. *te-, *to- (s. ↗der) mit r-Formans. Im Unterschied zu den unter ↗da1 (s. d.) behandelten Formen gleichen Ursprungs, ahd. thār, mhd. dā(r), zeigen ahd. thara, mhd. dare eine Vokalerweiterung. Aber gerade in Wortverbindungen bzw. -zusammensetzungen findet früh eine Vermengung der beiden Adverbien statt. Der freie Gebrauch des hier behandelten Wortes erlischt bis auf wenige Reste im 17. Jh., dar wird durch dahin ersetzt. Als erstes Glied lebt dar- in zahlreichen verbalen (darbringen, darlegen, darstellen) und adverbialen Präfixbildungen weiter wie daran, ahd. thar(a)ana, mhd. dāran(e), kontrahiert dran, und darüber, ahd. thar(a) ubari, mhd. darüber, kontrahiert drüber
Zitationshilfe
„dar-“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dar->, abgerufen am 28.02.2020.

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