Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

darben

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung dar-ben
Wortbildung  mit ›darben‹ als Letztglied: abdarben
eWDG

Bedeutung

Mangel an etw. haben, besonders Hunger leiden
Beispiele:
er hatte in seiner Jugend darben müssen
während die Massen litten, darbten und verarmten [ A. ZweigEinsetzung96]
daß sie mittags bei Diät im Sanatorium darbten [ KlugeKortüm552]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

darben Vb. ‘an etw. Mangel leiden, entbehren’, ahd. tharbēn ‘ermangeln, entbehren, verzichten’ (um 800), tharbōn ‘verzichten’ (9. Jh.), mhd. darben, asächs. tharƀon, mnd. darven, aengl. þearfian, anord. þarfa, got. gaþarban (germ. *þarbēn, *þarbōn) sind wohl Ableitungen von einem in den germ. Sprachen weit verbreiteten Substantiv, das ein Nichthaben ausdrückt, vgl. ahd. tharba ‘Bedarf, Mangel’ (9. Jh.), mhd. darbe (nhd. vereinzelt bis ins 16./17. Jh.), asächs. tharf, mnd. derf (‘Schwindsucht’), aengl. þearf, anord. þǫrf, schwed. tarv, got. þarba (germ. *þarbō f.), die (wie darf) ablautend zum Infinitiv des unter dürfen (s. d.) behandelten gemeingerm. Verbs stehen. In älterer Sprache überwiegend mit Genitiv- bzw. Akkusativobjekt (bis ins 18. Jh.), seit dem 16. Jh. setzt sich vom Omd. her (Luther 1522) objektloser Gebrauch durch.

Thesaurus

Synonymgruppe
Hunger leiden · darben · hungrig sein · nichts zu essen haben · schmachten  ●  hungern  Hauptform · Kohldampf schieben  ugs.
Synonymgruppe
(etwas) entbehren · Mangel leiden (an) · Not leiden (an)  ●  Mangel haben (an)  geh., veraltet · darben  geh.

Typische Verbindungen zu ›darben‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›darben‹.

Verwendungsbeispiele für ›darben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn die Presse des Landes steht auf tönernen Füßen; selbst renommierte Blätter darben finanziell. [Die Zeit, 25.10.1996, Nr. 44]
Aber er hatte nicht gedarbt, wie jetzt die aus den Briefen seiner verstorbenen Frau veröffentlichten Stellen glauben machen. [Die Zeit, 25.03.1960, Nr. 13]
Zwei Generationen werden wenigstens darben müssen, bis dieser schmerzhafte Prozeß beendet ist. [Die Zeit, 04.09.1958, Nr. 36]
Denn das Dach ist wirklich undicht, die Bibliotheken darben tatsächlich. [Süddeutsche Zeitung, 28.11.1997]
Sie muß alle zusammen finden oder in irgendeinem vitalen Bedürfnis darben. [Meisel-Hess, Grete: Die sexuelle Krise. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8652]
Zitationshilfe
„darben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/darben>.

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