darben

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungdar-ben
Wortbildung mit ›darben‹ als Letztglied: ↗abdarben
eWDG, 1967

Bedeutung

Mangel an etw. haben, besonders Hunger leiden
Beispiele:
er hatte in seiner Jugend darben müssen
während die Massen litten, darbten und verarmten [A. ZweigEinsetzung96]
daß sie mittags bei Diät im Sanatorium darbten [KlugeKortüm552]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

darben Vb. ‘an etw. Mangel leiden, entbehren’, ahd. tharbēn ‘ermangeln, entbehren, verzichten’ (um 800), tharbōn ‘verzichten’ (9. Jh.), mhd. darben, asächs. tharƀon, mnd. darven, aengl. þearfian, anord. þarfa, got. gaþarban (germ. *þarbēn, *þarbōn) sind wohl Ableitungen von einem in den germ. Sprachen weit verbreiteten Substantiv, das ein Nichthaben ausdrückt, vgl. ahd. tharba ‘Bedarf, Mangel’ (9. Jh.), mhd. darbe (nhd. vereinzelt bis ins 16./17. Jh.), asächs. tharf, mnd. derf (‘Schwindsucht’), aengl. þearf, anord. þǫrf, schwed. tarv, got. þarba (germ. *þarbō f.), die (wie darf) ablautend zum Infinitiv des unter ↗dürfen (s. d.) behandelten gemeingerm. Verbs stehen. In älterer Sprache überwiegend mit Genitiv- bzw. Akkusativobjekt (bis ins 18. Jh.), seit dem 16. Jh. setzt sich vom Omd. her (Luther 1522) objektloser Gebrauch durch.

Thesaurus

Synonymgruppe
Hunger leiden · darben · hungrig sein · nichts zu essen haben · ↗schmachten  ●  ↗hungern  Hauptform · Kohldampf schieben  ugs.
Assoziationen
  • (einen) Mordshunger haben · (jemandem) knurrt der Magen · Heißhunger haben (auf) · ausgehungert sein · ordentlich Hunger haben  ●  (jemandem) hängt der Magen in den Kniekehlen  fig. · (mächtig) Kohldampf haben  ugs. · Hunger für zwei / drei / vier ... (mitgebracht) haben  ugs. · Hunger für zwei / drei / vier ... mitbringen  ugs. · dürsten und darben  geh., ironisch · einen Bärenhunger haben  ugs., variabel · einen Mordsappetit haben  ugs.

Typische Verbindungen zu ›darben‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›darben‹.

Verwendungsbeispiele für ›darben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Niemand müsste fürchten, deswegen im Alter ohne Hilfe zu darben.
Der Tagesspiegel, 08.05.2000
Denn die Presse des Landes steht auf tönernen Füßen; selbst renommierte Blätter darben finanziell.
Die Zeit, 25.10.1996, Nr. 44
Sie muß alle zusammen finden oder in irgendeinem vitalen Bedürfnis darben.
Meisel-Hess, Grete: Die sexuelle Krise. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8652
Zwar entließ man ihn wieder nach zwei Monaten, aber er verlor Amt und Gehalt und mußte mit seiner Familie darben.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 4811
Er soll in sehr unzulänglicher Weise für seine Familie gesorgt haben, so daß diese oftmals darben mußte.
Friedländer, Hugo: Das Dynamit-Attentat bei der Enthüllungsfeier des Niederwald-Denkmals. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 6275
Zitationshilfe
„darben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/darben>, abgerufen am 08.04.2020.

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