Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

das Zeitliche segnen

Grammatik Mehrwortausdruck
Aussprache 
Hauptbestandteile Zeitliche segnen
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
verhüllend jmd. segnet das Zeitlichesterben
Beispiele:
Der Thomabauer aus dem oberen Haßlachtal hatte 95 Lenze auf dem Buckel gehabt, als er das Zeitliche segnete. [Fränkischer Tag, 06.04.2020]
[Der Musiker] Wayne Shorter ist einer der wenigen, die übrig geblieben sind. Er komponiert, spielt Konzerte und lebt als Legende, während so viele seiner Zeitgenossen – Bill Evans, Miles, Coltrane – ihr Genie den Drogen geopfert haben oder natürlichen Weges das Zeitliche segneten und nur noch auf Platten weiterexistieren. [Süddeutsche Zeitung, 14.09.2018]
im Bild Auch demokratische Volksparteien können das Zeitliche segnen, wie in Italien oder Frankreich zu besichtigen war. [Die Welt, 16.06.2018]
[…] der Künstler Joan Miró, die Sängerin Eartha Kitt und der Theaterkritiker Friedrich Luft teilen das Schicksal, ausgerechnet an Weihnachten das Zeitliche gesegnet zu haben. [Süddeutsche Zeitung, 20.12.2017]
Tante Martha hat das Zeitliche gesegnet. Aus den lieben Verwandten werden nun Feinde, die alles versuchen, um möglichst viel vom Erbe für sich selbst abzustauben … [Bild, 11.04.2000]
Auch die alte [Frau] D[…] hatte in der Zwischenzeit in würdigem Alter das Zeitliche gesegnet. [Der Spiegel, 01.11.1950]
2.
übertragen etw. segnet das Zeitliche
a)
(aufgrund von häufiger Nutzung bzw. großer Belastung) seine Funktion einbüßen; ausgedient (2) haben
Beispiele:
Jeder kennt das: Der heimische Computer, Fernseher oder das Radio haben das Zeitliche gesegnet. Viel zu reparieren gibt es leider nicht mehr, denn das Elektrogerät hat das Ende seines Lebenszyklus erreicht. Wohin damit? [Rhein-Zeitung, 13.08.2020]
Nach zwei Wochen Homeoffice habe ich neben fünf Kilo mehr auf den Rippen […] auch einen steifen Rücken, weil mein Bürostuhl [bereits] zum Ende der Studienzeit das Zeitliche gesegnet hat. Jetzt nutze ich einen billigen Holzstuhl […]. Er ist ungefähr so bequem wie eine Bierkiste. [Landshuter Zeitung, 25.03.2020]
Das Auto hat einen Motorschaden, die Waschmaschine hat das Zeitliche gesegnet und der Sohn braucht Geld für die Klassenfahrt. Schnell zehrt im Alltag Unerwartetes das finanzielle Monatsbudget auf. [Süddeutsche Zeitung, 24.08.2017]
Was […] tun mit all den HD‑DVD‑Scheiben, wenn der eigene [DVD-]Player das Zeitliche segnet und keine Neugeräte mehr im Laden stehen? [Neue Zürcher Zeitung, 24.02.2008]
b)
seltener die Wirksamkeit, Gültigkeit verlieren
Beispiele:
[…] die Umstände in China […] [sind] dergestalt, dass die alten kommunistischen Ideale schon vor Jahrzehnten das Zeitliche gesegnet haben und Kaderkapitalismus, Wirtschaftsboom und Korruption eine der ungleichesten Gesellschaften der Welt geschaffen haben. [Süddeutsche Zeitung, 16.11.2016]
Als die sowjetische Wirtschaftsstruktur das Zeitliche segnete, musste sich […] ein bedeutender Teil des Volkes mit Taschen und Plastictüten bewaffnen und[…] mit mikroskopischem Kleinhandel und ähnlichem Business abgeben. [Neue Zürcher Zeitung, 30.01.2001]

letzte Änderung:

Thesaurus

Unterbegriffe
Synonymgruppe
(jemandem) schlägt die Stunde · (jemandes) letztes Stündlein hat geschlagen · (seinen) letzten Atemzug tun · ableben · das Zeitliche segnen · erlöschen · in die ewigen Jagdgründe eingehen · verdämmern · verscheiden · versterben · wegsterben  ●  (die) Augen für immer schließen  verhüllend · (die) Reihen lichten sich  fig. · abtreten  fig. · aus dem Leben scheiden  fig. · davongehen  fig. · entschlafen  fig., verhüllend · fallen  militärisch · gehen  verhüllend · heimgehen  fig., verhüllend · sanft entschlafen  verhüllend, fig. · seinen letzten Gang gehen  fig. · sterben  Hauptform · uns verlassen  verhüllend · vom Stangerl fallen  fig., bairisch · von der Bühne (des Lebens) abtreten  fig. · von uns gehen  fig. · (den) Arsch zukneifen  vulg., fig. · (den) Löffel abgeben  ugs., fig., salopp · (seine) letzte Fahrt antreten  ugs., fig. · dahingehen  geh., verhüllend · dahingerafft werden (von)  ugs. · dahinscheiden  geh., verhüllend · den Geist aufgeben  ugs. · den Weg allen Fleisches gehen  geh. · die Grätsche machen  ugs., salopp · die Hufe hochreißen  derb, fig. · dran glauben (müssen)  ugs. · in die Ewigkeit abberufen werden  geh., fig. · in die Grube fahren  ugs., fig. · in die Grube gehen  ugs. · ins Grab sinken  geh., fig. · ins Gras beißen  ugs., fig. · sein Leben aushauchen  geh. · seinen Geist aufgeben  ugs. · seinen Geist aushauchen  geh. · vor seinen Richter treten  geh., religiös, fig. · vor seinen Schöpfer treten  geh., fig.
Unterbegriffe
  • eines natürlichen Todes sterben · keines gewaltsamen Todes sterben
  • den nassen Tod erleiden · den nassen Tod finden · ersaufen · in den Fluten umkommen · untergehen  ●  ertrinken Hauptform · absaufen ugs. · versaufen derb
  • (den) Hungertod sterben · an Nahrungsmangel zugrunde gehen · bei/in einer Hungersnot umkommen · vor Hunger sterben  ●  verhungern Hauptform · hungers sterben geh., veraltet
  • abkratzen derb · abnippeln derb · elendig sterben derb · elendig verrecken derb · hopsgehen derb · krepieren ugs. · verrecken derb
  • aus dem Leben gerissen werden · aus der Mitte des Lebens gerissen werden · in Schönheit sterben · mit wehenden Fahnen untergehen  ●  jung sterben Hauptform
  • ersticken
  • abkacken derb · abkratzen derb, Hauptform · abnibbeln derb · abnippeln derb · abschnappen derb · abschrammen derb · den Arsch zukneifen derb · hopsgehen ugs., salopp
  • (den) Tod erleiden · (den) Tod finden · (ein) Opfer (des / der ...) werden · (jemanden) das Leben kosten · (sein) Leben lassen · (sein) Leben verlieren · es gibt (...) Tote · getötet werden · tödlich verunglücken · umkommen  ●  draußen bleiben veraltend, historisch · ums Leben kommen Hauptform · (jemanden) dahinraffen geh. · dahingerafft werden geh. · draufgehen (bei) ugs., salopp · hopsgehen ugs., salopp · tot bleiben ugs., regional, veraltet · vor die Hunde gehen ugs., sprichwörtlich · zu Tode kommen geh. · über den Deister gehen ugs., salopp, norddeutsch · über den Jordan gehen ugs., salopp · über die Wupper gehen ugs., regional, salopp
  • an Blutverlust sterben  ●  verbluten Hauptform
  • (den) Kältetod erleiden · erfrieren
  • (sein) Leben geben · (sein) Leben opfern · (sich) opfern
  • (seinen Verletzungen, einem Leiden) erliegen · dahingerafft werden (von)  ●  sterben an Hauptform · von seinem Leiden erlöst werden verhüllend
  • an Wassermangel zugrunde gehen  ●  verdursten Hauptform
  • (ur)plötzlich sterben · plötzlich tot sein · tot umfallen  ●  (jemanden) ereilt der Tod geh.
  • als er ans Sterben kam · als er nun sterben sollte · als er sich zur letzten Ruhe begab · als er sich zur letzten Ruhe bettete
  • (es) geht zu Ende (mit jemandem) · (jemandes) Tage sind gezählt · (jemandes) Zeit ist gekommen · (jemandes) letzte Tage sind gekommen · in den letzten Zügen liegen  ●  (bald) gehen verhüllend, fig. · im Sterben liegen Hauptform · (jemandem) wachsen schon Flügel derb, sarkastisch · ans Sterben kommen geh., veraltend · es bald hinter sich haben ugs., salopp · es nicht mehr lange machen derb · seine Tage beschließen geh.
  • als Held sterben · für das Vaterland sterben  ●  auf dem Feld der Ehre sein Leben lassen veraltet · auf dem Feld der Ehre sterben veraltet · draußen bleiben verhüllend, veraltet · fallen militärisch, Hauptform
Assoziationen
  • auf dem Feld der Ehre sein Leben gelassen · gefallen · getötet worden  ●  auf dem Feld der Ehre gefallen pathetisch · den Heldentod gestorben pathetisch · im Feld geblieben fig., verhüllend · draußen geblieben ugs., Jargon
  • (seinen Verletzungen) erlegen · gestorben · nicht mehr sein · nicht mehr unter den Lebenden · nicht mehr unter uns (weilen) · seligen Angedenkens (nachgestellt) · seligen Gedenkens (nachgestellt) · verschieden · verstorben  ●  (nur) mit den Füßen zuerst fig. · hat uns verlassen verhüllend, fig. · selig (nachgestellt) veraltet · tot Hauptform · tot und begraben Verstärkung · von uns gegangen verhüllend, fig. · (jemand) hat es hinter sich derb · aus dem Leben geschieden geh., verhüllend, floskelhaft · dahingegangen geh., verhüllend, fig. · dahingeschieden geh., verhüllend, fig. · draufgegangen (bei) ugs. · draußen geblieben fachspr., militärisch, Jargon · es ist aus (mit jemandem) ugs. · gefallen fachspr., militärisch, Jargon · gehimmelt ugs. · unterm Torf ugs., salopp, fig. · verblichen geh. · weg vom Fenster ugs., fig.
  • (den) Freitod wählen · (die) (letzte) Konsequenz ziehen · (sein) Leben wegwerfen · (sich) (selbst) richten · (sich) (selbst) töten · (sich) (selbst) umbringen · (sich) das Leben nehmen · (sich) etwas antun · (sich) vom Leben zum Tode befördern · Hand an sich legen · Selbstmord begehen · Suizid begehen · durch eigene Hand sterben · seinem Leben ein Ende machen · seinem Leben ein Ende setzen  ●  (sich selbst) (den) Garaus machen geh. · (sich) den Tod geben geh. · (sich) ein Leid antun (lit.) geh. · (sich) ein Leids antun (lit.) geh., verhüllend · (sich) entleiben geh. · (sich) wegschmeißen derb
  • auslöschen · ermorden · killen · meucheln · tot... · umbringen · ums Leben bringen  ●  (jemandem) (den) Lebensfaden abschneiden fig. · (jemandem) das Lebenslicht auslöschen fig., variabel · ins Jenseits befördern fig. · töten (absichtlich) Hauptform · zum Schweigen bringen fig. · zur Strecke bringen fig. · (jemandem) den Garaus machen ugs. · abmurksen ugs. · abservieren ugs., salopp, fig. · ausknipsen ugs., fig., salopp · entleiben geh. · in die ewigen Jagdgründe schicken ugs., fig. · ins Gras beißen lassen ugs., fig. · ins Nirwana befördern ugs. · kaltmachen ugs. · totmachen ugs. · um die Ecke bringen ugs., fig. · umlegen ugs. · vom Leben zum Tode befördern geh. · über die Klinge springen lassen ugs., fig.
  • arbeiten bis zum Schluss · in Ausübung seiner Tätigkeit sterben · in den Sielen sterben · in treuer Pflichterfüllung sterben · jemand arbeitet, bis er tot umfällt
  • knapp überleben · noch einmal mit dem Leben davonkommen · reanimiert werden · von den Toten auferstehen  ●  dem Tod ein Schnippchen schlagen fig. · dem Tod von der Schippe springen fig. · wieder auferstehen (von den Toten) biblisch · beinahe draufgehen bei derb, variabel
  • Ableben · Abschied · Exitus · Hinscheiden · Lebensende · Sterben · Versterben  ●  (jemandes) Tod Hauptform · Abberufung verhüllend, fig. · Heimgang religiös · Hinschied schweiz. · Sterbefall fachspr., Amtsdeutsch
  • absterben (Pflanzen) · verdorren · vertrocknen  ●  eingehen (Pflanzen) Hauptform · kaputtgehen ugs.
  • eingehen (Tiere) · krepieren · sterben · verenden
  • Leiche · Leichnam · Toter · sterbliche Hülle · sterbliche Überreste · toter Körper
  • in Massen sterben · in Massen umkommen · massenhaft sterben · sterben wie die Fliegen
  • Abgelebter · Dahingegangener · Dahingeschiedener · Ermordeter · Gefallener · Leiche · Verblichener  ●  Entschlafener verhüllend · Toter Hauptform · Verstorbener Hauptform · Getöteter geh. · Verschiedener geh.
  • Todeskandidat · Todgeweihter  ●  Sterbende weibl. · Sterbender männl. · (ein) Moribunder geh. · Moribundus geh.
Zitationshilfe
„das Zeitliche segnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/das%20Zeitliche%20segnen>.

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